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Laut dem Eagles of Death Metal-Sänger sollte jeder eine Waffe besitzen

Die Rockband, die in der Konzerthalle Bataclan spielte, als bewaffnete Männer 90 Menschen erschossen, gibt heute Abend ihr erstes eigenes Konzert in der französischen Hauptstadt seit den Anschlägen.
16 Februar 2016, 4:10pm

Foto: Étienne Rouillon/VICE News

Als die Eagles of Death Metal letzten November in der Pariser Konzerthalle Bataclan spielten, wurde bei der Veranstaltung ein schrecklicher Terroranschlag verübt, bei dem 90 Menschen ums Leben kamen. Die Band ist jetzt in die französische Hauptstadt zurückgekehrt, um heute Abend die Show „zu Ende zu spielen".

In Interviews mit den französischen Medien sprach der Sänger Jesse Hughes davon, dass ihm der Anschlag immer noch Albträume bereiten würde. Das Massaker hätte ihn allerdings auch in seiner Überzeugung bestätigt, dass jeder Mensch Zugang zu Waffen haben sollte.

Zwar sind die EODM vergangenen Dezember auch bei einem U2-Konzert in Paris aufgetreten, aber die Show heute Abend stellt den ersten eigenen Auftritt in der französischen Hauptstadt seit dem Anschlag dar. Es werden auch Psychologen vor Ort sein, die den Überlebenden der terroristischen Massenschießerei—alle wurden zu dem Konzert eingeladen—unterstützend zur Seite stehen sollen.

Am 13. November 2015 spielten die Eagles of Death Metal vor gut 1500 Menschen, als drei mit Sturmgewehren bewaffnete Männer den Saal stürmten und anfingen, wild in die Menge zu schießen sowie Handgranaten zu zünden.

Das war allerdings nur einer von mehreren Terroranschlägen, die Paris an diesem Abend erschütterten. Insgesamt wurden dabei 130 Menschen getötet und der Islamische Staat sollte sich später zu den Anschlägen bekennen. Das Bataclan ist noch immer geschlossen.

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„Es stand nie zur Debatte, unseren Auftritt nicht zu Ende zu bringen", meinte die Band in einem Statement vom letzten Dezember, in dem die Termine für die neu organisierte Europatour verkündet wurden.

In einem emotional aufgeladenen Interview mit dem französischen Fernsehsender iTélé sprach Hughes—der sich selbst schon lange für freien Waffenbesitz ausspricht—davon, dass Waffengesetze keine Leben gerettet hätten.

„Haben eure französischen Waffengesetze damals irgendeinem verdammten Menschen im Bataclan das Leben gerettet? Wenn irgendjemand diese Frage mit Ja beantworten kann, dann soll diese Person bitte nach vorne treten. Ich glaube nämlich nicht. Meiner Meinung wurde die ganze Sache nur gestoppt, weil sich einige der mutigsten Männer, die ich jemals gesehen habe, mit ihren Waffen den Terroristen gegenüber stellten."

Wenn, dann hat der Terroranschlag seine Überzeugung von der Notwendigkeit des Zugangs zu Waffen nur noch weiter vertieft, so Hughes.

„Ich weiß, dass es Leute gibt, die mir da widersprechen werden, aber aus meiner Sicht hat Gott Männer und Frauen erschaffen, und dann haben die Feuerwaffen alle Menschen gleichgestellt. Und ich hasse die Tatsache, dass es so ist", sagte Hughes, der den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump unterstützt.

„Ich denke, meine Ansichten haben sich nur dahingehend geändert, dass ich jetzt finde, dass vielleicht alle eine Waffe haben sollten, bis eines Tages niemand mehr eine hat. Denn ich habe noch nie gesehen, dass jemand, der eine hatte, gestorben ist. Und ich will, dass alle Zugang dazu haben. Ich habe Menschen sterben sehen, die vielleicht hätten überleben können. Ich weiß es nicht", sagte er.

Manche Überlebende der Anschläge haben Journalisten gegenüber gesagt, der Besuch dieses Konzerts würde ihnen dabei helfen, einen Schlussstrich unter die traumatische Erfahrung zu ziehen.

„Mir erscheint es einfach offensichtlich, dass dieses Konzert zu Ende gespielt werden muss, und diesmal richtig", sagte die 27-jährige Überlebende Lydia Berkennou Sky News gegenüber. „Es wird mir dabei helfen, in die Zukunft zu blicken. Es ist ein großer Schritt, der mir dabei helfen könnte, diese Tür hinter mir zu schließen."

Andere sind unsicher, ob sie die Erfahrung psychisch verkraften würden.

Guillaume Munier, 29, der überlebte, indem er sich in einer Toilettenkabine versteckte, sagte RFI English gegenüber: „Ich werde zum Olympia gehen, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich es schaffen werde, rein zu gehen."

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Hughes sagte, er hoffe darauf, dass ihm das Konzert bei der Verarbeitung der Terroranschläge helfen werde. „Ich hoffe, ich kann auf diese Bühne rausgehen und stärker sein, als ich es jetzt bin ... Für mich ist das Therapie."

In einem Interview mit VICE versprach Hughes Ende vergangenen Jahres, die Band werde auf die Bühne zurückkehren. „Unsere Freunde waren dort, um sich Rock'n'Roll anzusehen, und sie sind gestorben. Ich werde dorthin zurückgehen und ich werde leben."