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Sex

Mode und/oder Sex

Beim Sex geht es nicht um Mode. In der Mode geht es nicht um Sex. Ginge es in der Mode um Sex, würden sich die Models vor den Nasen der Moderedakteure um Stangen räkeln. Eine Einführung in die Geschichte von Bekleidung und Begehren.

von Glenn O’Brien
12 März 2014, 11:14pm

Fotos von Weegee

Wearing her wig hat and shades to match
She’s got high-heel shoes and an alligator hat
Wearing her pearls and her diamond rings
She’s got bracelets on her fingers and everything
She’s the devil with the blue dress, blue dress
Devil with the blue dress on.
—“Devil with the Blue Dress On,”
Shorty Long, 1964


Die meisten Frauen werden empört leugnen, dass das Vergnügen, welches ihre Kleidung ihnen bereitet, irgendetwas mit der Absicht zu tun habe, das andere Geschlecht anziehen zu wollen. Sie tragen sie, um sich selbst zu gefallen oder (etwas tiefgründiger) um mit anderen Frauen zu konkurrieren. Aber worum konkurrieren sie mit den anderen Frauen?
—Clothes
, James Laver, 1952

Beim Sex geht es nicht um Mode. In der Mode geht es nicht um Sex. Ginge es in der Mode um Sex, würden die Models auf dem Laufsteg ihre Hintern vor den Nasen der Moderedakteure hin und her schwenken und sich für die Fotografen um Stangen räkeln. Und die Models hätten nicht diesen präpubertären Look. Der Vorbau käme wieder in Mode, und damit ist nicht das Architekturelement gemeint. Stripperinnen würden sich an- statt ausziehen. Sasha Grey würde in Edelparfumwerbung auftreten. Victoria’s Secret gibt vor, Modenschauen zu veranstalten und in die Modewelt involviert zu sein, aber, und das ist topsecret bei Secret, ihre Modenschauen sind gar keine—sondern republikanische Burlesken. Es geht dabei genauso wenig um Mode wie es in der Badeanzugausgabe der Sports Illustrated um Sport geht. Mode und Sex sind zwei verschiedene Welten. Hin und wieder überschneiden sie sich, und auch wenn wir diese appetitlichen Momente des Zusammentreffens noch so genießen mögen, sind hier doch zwei verschiedene, voneinander getrennte Systeme und Ikonografien am Werk. Andererseits gibt es sexy Mode und modischen Sex. Wir müssen ihrem Zusammenspiel nicht komplett entsagen. Wenn du Glück hast und schlau bist, kannst du gelegentlich beides haben. Sex und Mode sind ursprünglich eng miteinander verwandt, und mitunter, auch heute noch, gehen sie irgendwo in Hüfthöhe eine Verbindung ein. Aber wenn es in der Mode nicht nur um sexuelle Anziehung geht, worum geht es dann?

Mode hat von jeher etwas mit der Klassengesellschaft zu tun. Kleidet man sich modisch, gehört man zu einer bestimmten Klasse, und was man trägt, weist einen als Angehörigen aus. Mode vermag sogar den genauen sozialen Status innerhalb dieser Klasse widerzuspiegeln. Ursprünglich war Mode ausschließlich eine Domäne der Eliten. Grundbesitzer kleideten sich modisch, und später taten die großen Handelsbarone es ihnen gleich, während alle anderen einfach bekleidet waren. In jeder Folge von Downton Abbey wird diese Abgrenzung deutlich. Beide Klassen folgen einem Dresscode: In der unteren Etage werden wie in der Armee einheitliche Dienstuniformen getragen, die den jeweiligen Dienstgrad auf den ersten Blick erkennen lassen, während die Garderobe der Bewohner der oberen Etagen Erzählerisches und Historisches zulässt, ja sogar Rückschlüsse auf Kreativität, Kunstfertigkeit und guten Geschmack erlaubt. Mode unterstrich die Individualität der Männer und Frauen der herrschenden Klasse, und dass sie nicht gezwungen waren, sich körperlich zu betätigen, obgleich körperliche Betätigung in Form von Sport, insbesondere Reitsport und Jagd, das Dasein gelegentlich ein wenig aufpeppte.

„Du siehst nobel aus, weißt du?“, ist ein typischer Mittelschichtausdruck, geht es doch in der Mode immer um den sozialen Aufstieg. In Clothes schrieb James Laver: „Früher, bevor die Frauen in das Spiel einstiegen, ging es fast ausschließlich um das hierarchische Prinzip. Alles, was einen Mann über andere erhob, oft buchstäblich, war willkommen. Daher die Federn in den Haaren und die strengen Regeln, die bald darauf ersonnen werden mussten, um unbedeutende Personen davon abzuhalten, genauso viele oder genauso auffällige Federn zu tragen wie die Höhergestellten.“ Dass sich hinter dem schönen Schein der Mode ein Klassenkampf abspielt, erklärt Thorstein Veblen in seinem bahnbrechenden Werk Theorie der feinen Leute. Er führt die kodifizierte und kompetitive Art und Weise, in der wir uns kleiden, auf zwei wesentliche Motive zurück: demonstrativen Müßiggang und demonstrativen Konsum. In einer Klassengesellschaft versuchen die Angehörigen der höheren Klasse deutlich zu machen, dass sie nicht arbeiten bzw. dabei nicht schwitzen oder sich die Hände schmutzig machen. Die Arbeit der Oberschicht ist laut Veblen „Ausbeutung“, die der Unterschicht „Plackerei“. Der Sinn und Zweck einer Klassengesellschaft besteht schlicht und ergreifend darin, dass die Bessergestellten nicht arbeiten. Heute ist arbeiten OK, solange man dazu ein iPhone benutzt und nicht ins Büro muss. Die Geschichte der Mode bietet unzählige Extrembeispiele des Zurschaustellens von Bequemlichkeit, Trägheit und demonstrativen Müßiggangs: vom Lotosfuß in China und langen lackierten Fingernägeln über Petticoats, Reifröcke und Krinolinen zu Plateauschuhen und High Heels. Trippelnde Frauen sind einer der dauerhaftesten Modetricks seit den Plateauschuhen des antiken Athen bis zu den wackeligen Lady Gaga Boots. Jahrhundertelang wurde edles Damenschuhwerk entworfen, um in einer Sänfte getragen zu werden. Denn wenn du wirklich zu Fuß gehen musst, wie steht es dann um deine Wichtigkeit? Männliche Zuhälter haben noch nie viel vom Zufußgehen gehalten, daher haben sie sich in den 1970er-Jahren Plateauschuhe zugelegt, die ihr „gangsta lean“ betonten, und ließen die Nägel ihrer kleinen Finger lang wachsen, nicht nur, um damit Pülverchen zu löffeln, sondern auch, um zu zeigen, dass sie keiner körperlichen Arbeit oder Hausarbeit nachgingen. Arbeitskleidung ist keine Mode. Mode ist „Ich arbeite nicht“-Kleidung. Was den demonstrativen Konsum angeht, hat sich das ein wenig verändert. Noble Klamotten sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Hermès bietet ein 91.000-Dollar-T-Shirt an, und die APO-Jeans für vier Riesen hat goldene Nieten. Alles ist heute codiert, sodass ein Reicher einen Reichen erkennen kann, ein Straßenräuber aber nicht.

Heutzutage betrachten wir die extreme Garderobe der vergangenen ein oder zwei Jahrhunderte mit ganz anderen Augen als diejenigen, für die diese Kleidung einst entworfen wurde. Wir mögen sie vielleicht teilweise extrem unsexy finden, allerdings werden wir nach ein wenig Recherche vielleicht auch feststellen, dass das, was als sexy gilt, ebenfalls den Irrungen und Verwirrungen der Mode unterliegt. In der Renaissance mag eine Frau bei Hofe zwar ihr Dekolleté gezeigt und dafür eine gewisse Bewunderung genossen haben, ihre Fußknöchel oder gar die Schenkel zu entblößen, hätte hingegen einen Skandal ausgelöst. Modische Brüste gehörten natürlich Frauen, die nie jemanden an ihnen nuckeln ließen, schon gar nicht Babys. Hatten sie Kinder, bezahlten sie Ammen für das Stillen, also Frauen, die kein Dekolleté trugen. Ein Blick auf Marie Antoinettes Garderobe und Frisur genügt, um zu verstehen, dass die Revolution gegen die Mode, wie sie damals üblich war, sich nicht vermeiden ließ. Mit Marie Antoinettes Kopf verschwanden auch Korsetts, High Heels, Unterkleider und turmartige, gepuderte Perücken. Plötzlich konnten sich die Frauen bewegen. Sogar rennen. Ein Vorgeschmack der Freiheit, die schließlich den Mechanismus des demonstrativen weiblichen Müßiggangs besiegen würde. 1851 pries eine verheiratete Abstinenzlerin, Amelia Jenks Bloomer, in ihrer Zeitschrift The Lily Pluderhosen für Frauen an. Dank einer ungewöhnlichen Allianz von Suffragetten, Manufakturbesitzern (insbesondere Textilherstellern), die Frauen beschäftigten, und Gesundheitsaposteln verbreiteten sich die „Bloomers“ wie verrückt, und als die Frauen mit dem Radfahren begannen, gab es kein Halten mehr. Der erste moderne Modeartikel, den wir heute als sexy bezeichnen würden, wurde von Madeleine Vionnet kreiert, die ihren Modetempel 1912 in Paris gründete. Inspiriert von Tänzerinnen, insbesondere Isadora Duncan, und der neoklassizistischen Befindlichkeit der Bohemiens entsprechend, befreite sie den weiblichen Körper von Korsetts und Stangen, indem sie ihn in seiner natürlichen Form wie eine klassische Skulptur umhüllte und den zugleich ver- als auch enthüllenden Diagonalschnitt einführte. Diese künstlerische Renaissance fiel mit den sozialen und politischen Veränderungen zusammen, die die Frauen aus ihren durch unzählige Unterröcke und versteifte Korsetts symbolisierten Rollen befreite. Ironischerweise hatte das, was wir heute als die Anfänge der Sexyness in der Frauenmode betrachten, wesentlich mehr mit der Werktätigkeit von Frauen zu tun als mit sexueller Befreiung. Die Flapper des Jazz Age mit ihren kurzen Kleidern, hauchdünnen Strümpfen, Bobs und rot geschminkten Lippen, rauchten Zigaretten, tranken Cocktails und tanzten aufreizend zu „Negermusik“. Sie vögelten durch die Gegend, bedienten aber auch die Telefone, Schreibmaschinen und Kassen einer neuen Welt. Freuds Neffe Edward Bernays, der Erfinder der PR, machte den Flappern weiß, dass Lucky Strikes „Fackeln der Freiheit“ seien, und so wurde das Rauchen zu einer Suffragettenmode. Frauen fanden neue Wege, Müßiggang und Untätigkeit zur Schau zu stellen, und Mode wurde zu einer großen Industrie, die sowohl die Oberen als auch die Unteren erreichte, indem sie Stile kreierte, die den gesellschaftlichen Status noch deutlicher darstellten als jemals zuvor. Diese Revolution setzte sich durch das gesamte 20. Jahrhundert fort. Die alten Klassen wurden so weit durchmischt, dass die Hierarchie klar voneinander getrennter Klassen aufgehoben wurde, zugunsten eines unendlich vielfältigen Spektrums mit den Herrschern der Welt am Haute-Couture-Ende und dem Bling des Unterklassenchic am anderen. Mode wurde zu einer neuen Art des Klassenkampfes. Heutzutage ist Mode ein komplexer Mechanismus. Sie ist vielschichtig, jede Schicht entspricht den Befindlichkeiten einer bestimmten Klasse, wobei einige von den anderen seltsamerweise gar nicht wahrgenommen werden. Es gibt die traditionelle Haute-Couture-Clique, die Originalkreationen vorzieht, geschaffen, um überlegener Konsumkraft und beispiellosem Müßiggang Ausdruck zu verleihen. Dann haben wir die Halbwelt der Mode-Avantgarde, die ständig die Grenzen der Mode überschreitet und die Neuheiten des vergangenen Jahres für unmodern erklärt. Daneben existieren weitere Modeebenen: von der bücherlesenden Intellektuellen bis hin zu Bürotussi und Hipstermädchen. Sexarbeiterinnen haben ihre eigene Mode—das Blond-aber-dumm-Sexgöttinnen-Outfit. Jede dieser Ebenen funktioniert allerdings auf die eine oder andere Weise als Mode.

Natürlich muss sich die Mode auf jedem Level verändern, sonst wäre sie keine Mode, sondern die Fortführung eines Stils. Mode verändert die Perspektive, auf einmal erscheint etwas anderes als schön. Sobald wir uns auf die neuen Konventionen eingestellt haben, fragen wir uns, wie unsere Eltern—oder sogar unser früheres Ich—diese Looks einst anziehend finden konnten. Das waren sie doch, oder? Vielleicht waren Barbara Stanwycks Hosen oder Rita Hayworths’ Schulterpolster nie dazu gedacht, Fred MacMurray oder Glenn Ford zu verführen, sondern sollten mit ihrem männlich-draufgängerischen Jetzt-habe-ich-das-Kommando-Look andere Frauen verzaubern. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Baby-Boom, als all die GIs wieder nach Hause zurückkehrten. Es war kein Zufall, dass die Mode plötzlich üppige Brüste hervorhob, und Marilyn Monroe, Jayne Mansfield, Sophia Loren und Diana Dors als Venus auftreten ließ. Erinnert ihr euch noch an kurvenreiche Supermodels? Wenn du unter 30 bist, kannst du dich an die Zeit vor den austauschbaren Models sicher nicht erinnern. Dennoch scheint der Sex immer wieder zu versuchen, sein Comeback in der Mode zu feiern, aber oft in neuer Verkleidung. Wie Mary Eliza Joy Haweis 1879 in ihrem Buch The Art of Dress bemerkte: „Kleidung schwingt permanent zwischen dem Bedürfnis, gesehen zu werden, und der Notwendigkeit, sich zu verhüllen, hin und her. Heute wird ein schöner Teil des Körpers gezeigt, und der Rest wird geopfert und verhüllt … Dann kommt die Zeit eines anderen Stückchen Arms oder der Schulter, um dann dem Fuß das Feld zu überlassen.“ Jeder Mann, der Frauen liebt, kennt die in ihm aufsteigende Verwirrung angesichts bestimmter Kleidungsstücke. Ich hatte das Gefühl, eine Verschwörung sei am Werk, als man versuchte, der Öffentlichkeit den Maxirock aufzudrängen, gerade als der Minirock uns mehr Bein bot als jemals zuvor. Wir fühlen uns ebenfalls betrogen, wenn wir merken, dass sie sich eigentlich nicht für uns herausputzt, sondern für ihre Freundinnen.

Es geht nicht nur um Geld oder Klasse oder Sex. Es geht Frauen darum, anderen voraus zu sein. Visionär zu sein, bevor etwas auf dem Massenmarkt landet, und Teil der Elite zu sein, die uns in die Zukunft führt. Sie wollen von anderen Frauen imitiert werden und die Erste sein, die den neuesten Modetrend setzt. Die meisten Frauen, die wirklich an Mode teilhaben, ziehen sich für andere Frauen an. Einige Frauen ziehen sich für Männer an. Aber die, die sich für Frauen anziehen, scheinen über ihren aufgetakelten Schwestern zu stehen. Leandra Medine, eine bewusst bewundernswerte und bewundernswert bewusste Modebloggerin, die unter dem Namen „man repelling“ bloggt, erklärt, dass der wahren Mode zu folgen, in ihren Extremen, oft etwas nach sich zieht, was sie als „Männer verschrecken“ bezeichnet. Leandra definiert einen „man repeller“ als „eine Frau, die sich so abstoßend kleidet, dass dadurch Angehörige des anderen Geschlechts abgeschreckt werden können. Die Garderobe beschränkt sich dabei nicht nur auf Pluderhosen, Boyfriend Jeans, Arbeitskittel, Schulterpolster, Overalls, waffenscheinpflichtigen Schmuck und Clogs.“ Das heißt nicht, dass die Aussicht, Männer abzuschrecken, modebewusste Frauen bewusst motiviert, aber die Chancen stehen gut, dass dein primitiver Heterotyp den Modecode nicht so weit geknackt hat, dass er voll und ganz begreift, was sie da eigentlich trägt und warum es eine so starke Anziehungskraft ausübt. Mode ist ihrer Zeit immer voraus, und das Alphamännchen hinkt oft Lichtjahre hinterher. Aber manchmal haben wir Glück. Es gibt immer, auch wenn sie versteckt wird, Mode, die die Kriterien erfüllt, und dem bloßen Heteroauge dennoch auffällt und ansprechend erscheint. Manche von uns können Mode in all ihrer codierten Pracht lesen. Wir erkennen das Ursprüngliche in den Bemühungen Azzedine Alaias. Er lässt Frauen heiß aussehen. Dasselbe können wir von einigen italienischen Meistern wie Antonio Berardi, Dolce & Gabbana und Versace behaupten und dem neuen sizilianischen Typen, Fausto Puglisi, der mir gestand: „Mir gefällt die Idee einer Frau, die den Straßenverkehr zum Erliegen bringt.“

„Die Wahrheit ist wohl, … dass das menschliche Wesen kein von Natur aus bekleidetes Tier, sondern ein nacktes Tier ist, das zum Teil immer wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückfällt. Es kann ihn nie erreichen, in der gemäßigten Klimazone, egal unter welcher Revolution der Gefühle, der Gesundheit oder der Moral. Es muss sich bekleiden; und folgt dennoch instinktiv dem Drang, zugleich be- wie entkleidet zu sein.“
—Mary Eliza Joy Haweis,
The Art of Dress, 1879

In unserem verworrenen System flüchtiger und unmittelbarer Klassenkämpfe analysieren wir vermutlich ständig die Signale, die wir mit unserer Kleidung aussenden, um Anziehung und Abstoßung in eine perfekte Balance zu bringen. Wie Lady Gaga mit ihren hübschen Brüsten und den Hörnern, die ihr aus der Schulter wachsen. Es handelt sich um freiwillige Verfremdung. Mit der richtigen Kleidung kann eine Frau den einen an- und den anderen abtörnen. Es ist eine neue und eine kleine Welt. Milliardäre tragen keine Cutaways; sie tragen Jeans. Ein wirklich reicher Mensch würde nie wagen, reich auszusehen. Heutzutage sind Mode und Sex codiert. Im Alten Testament heißt es, dass sich Adam und Eva, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, ihrer Nacktheit schämten. Kleidung wurde offenbar durch diese satanische Erkenntnis inspiriert. Vielleicht war es aber auch ganz anders. In On Human Finery scherzte Quentin Bell: „Unbekleideten Völkern fehlt es keineswegs an Sittsamkeit, und die ersten Kleidungsstücke dienten in erotischen Tänzen vielleicht der Erregung.“ Vor allem in unserer Zeit scheint klar zu sein, dass Kleidung uns nicht unbedingt vor der Erregung schützt, sondern sie eher fördert. Es ist alles eine Sache der Feineinstellung, wenn es darum geht, Mode und Sex in Einklang zu bringen.

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fashion issue 2014
Jahrgang 10 Ausgabe 2