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Will Don Draper mit seinen Hollywood Freunden Heroin legalisieren?

Angefangen bei Jon Hamm, Harry Belafonte über Jamie Foxx bis hin zu Kim Kardashian, haben eine Menge amerikanischer Promis eine Petition unterschrieben, um den Krieg gegen die Drogen zu beenden. Statt härteren Strafen, soll es mehr Beratung und...
12.4.13

Ich lese jetzt schon so lange darüber, wie schlecht der von Amerika geführte Krieg gegen die Drogen läuft, dass ich mir nicht mehr wirklich sicher bin, was die Argumente für ein Verbot sind, außer „Drogen sind böse, okay?“ Die Bemühungen der Regierung in den USA, die Gesetzesgewalt zu nutzen, um Leute davon abzuhalten high zu werden, kosten jedes Jahr Milliarden. Als Resultat werden friedliche Leute in Gefängnisse geschickt, die ihr Leben ruinieren und sie in vielen Fällen in einen Teufelskreis aus Rückfällen stecken, aus dem es kaum Entkommen gibt. Der Krieg gegen die Drogen ist rassistisch, grausam, teuer und funktioniert noch nicht einmal, schließlich werden die Leute immer noch high—in den letzten Jahren ist der illegale Drogenkonsum in den USA bei Jugendlichen angestiegen, während der legale Drogenkonsum (in der Form von Tabak und Alkohol) zurückgegangen ist. In Amerika müssen wir die Leute aus einem überfüllten Gefängnissystem raus- und zurück in die produktive Gesellschaft und ihre Familien bringen und das können wir, indem wir diejenigen freilassen, die wegen Drogenkriminalität einsitzen. Scheißt auf die Konservativen, die seit Jahrzehnten Stimmen eintreiben, indem sie von einer Welt voll mit gewalttätigen Kriminellen reden, die alle ein Leben lang weggesperrt gehören; scheißt auf die gewinnorientierten Firmen, die Geld mit menschlichem Leid machen. Schließt die Gefängnisse, legalisiert Drogen. Und so weiter und so fort. Du stimmst wahrscheinlich einer Menge aus dem obigen Paragraphen zu—dem Pew Research Center zufolge unterstützen mittlerweile 52 Prozent der Amerikaner die Legalisierung von Marihuana. Außerdem hat Michele Alexanders großartiger Bestseller, The New Jim Crow, der Idee, dass Masseninhaftierungen und der Krieg gegen die Drogen sowohl rassistisch motiviert, als auch ein einziger Fehlschlag sind, umfassende Anerkennung gebracht. Aber erst in den letzten Tagen erreichte die Bewegung, den Krieg gegen die Drogen zu beenden, den Punkt den jedes politische Mainstream Anliegen in Amerika auszeichnet—ein Haufen Promis haben ihren Namen darunter gesetzt. Angefangen bei Jon Hamm über Harry Belafonte über Jamie Foxx zu Kim Kardashian hat jeder die Petition unterschrieben—zusammen mit einer Auswahl an Akademikern und öffentlichen Intellektuellen, Geschäftsleuten, Religionsführern und einer erbärmlich kleinen Anzahl an Abgeordneten. In Österreich hinkt die Drogenlegalisierungsbewegung hingegen noch immer ein bisschen hinterher. Hierzulande scheint sich außer den Grünen niemand für die Legalisierung von Cannabis zu interessieren. Aber in Österreich stecken wir ja auch nicht jeden Kiffer gleich ins Gefängnis. In den USA hingegen, haben die Promis einen offenen Brief an Präsident Obama geschrieben, in dem sie ihn auffordern „ein Vermächtnis zu Hinterlassen, indem er unser Strafjustizsystem in ein interventions- und rehabilitationsbasiertes Modell umformt.“ Die Petition wiederholt eine Menge Anti-Krieg-Den-Drogen Rhetorik, die dir wahrscheinlich vertraut ist und geht eigentlich ein bisschen zu nett mit Obama um, der in seiner ersten Amtszeit kein Freund von Friedenstauben für den Drogenkrieg gewesen war. Aber mir ist schon klar, wieso sie ihn nicht zu hart kritisieren wollten—viele der Unterzeichner sind ziemlich loyale Demokraten, die wahrscheinlich beide Male für Obama gestimmt und vielleicht sogar für ihn geworben haben. Und es ist toll, dass Leute des öffentlichen Lebens zusammengekommen sind, und sich gegen die schlimme, schlimme Politik des Kriegs gegen die Drogen aussprechen—je öfter #EndTheWarOnDrugs getwitter wird, desto besser, zumindest wenn es nach mir geht.  Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie dabei ein bisschen spezifischer gewesen wären, was es bedeutet den Krieg gegen die Drogen zu beenden. Der Brief befürwortet eine stärkere finanzielle Förderung für Drogenbehandlungen und Präventionsprogramme. Außerdem fordert die Petition Obama auf, sowohl den PROMISE Act zu unterstützen, der Programmen zur Verringerung von Gewalt und Gang Aktivitäten zu Gute kommen würde, als auch den Justice Safety Valve Act, der Richtern erlaubt, zwingende Minimalurteile zu ignorieren. Alles gutes Zeug, aber es fühlt sich doch ein bisschen ungenau an. Legalisierung wird überhaupt nicht erwähnt, noch nicht einmal die von Marihuana, was ein Selbstläufer wäre. Es steht nichts über die Probleme mit dem Drogengericht darin; nichts darüber, dass alle gewaltfreien Drogendelikte aufhören sollten, verfolgt zu werden. Sollten wir Heroin legalisieren, wie manche Liberalisten, inklusive Ron Paul, vorschlagen? Sollten wir uns weigern, User und Dealer in Gefängnis zu schicken, die kein Verbrechen begangen haben außer Drogen zu nehmen oder zu verkaufen, auch wenn es über jeden vernünftigen Zweifel bewiesen wurde, dass sie das Gesetz gebrochen haben? Das sind alles radikale Ideen, vielleicht sogar schlechte—aber wenn wir es Ernst damit meinen, den Krieg gegen die Drogen zu beenden, sollten wir wahrscheinlich über sie nachdenken, denn wir brauchen ein paar weitreichende Veränderungen. Ich hoffe wir sehen mehr solcher Petitionen und mehr Gesetztesentwürfe, die eine Chance haben verabschiedet zu werden, und mehr Bücher und Artikel darüber, wie verkorkst die Drogen Politik in den USA ist. Aber wir müssen auch darüber nachdenken, wie ein Ende des Kriegs gegen die Drogen aussehen würde und welche Gesetze verabschiedet (oder aufgehoben) werden müssen, damit das passiert. Ansonsten hört sich, was ein starkes Anti Drogenstatement sein sollte, am Ende eher an wie, „Der Krieg gegen die Drogen ist böse, okay?“