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Tarot-Sitzung mit einem Ex-Besessenen

Vor Kurzem haben wir uns mit jemandem unterhalten, von dem finstere Mächte Besitz ergriffen hatten. Usama Samsedi Sami ist aber auch Kartenleger und Hypnotiseur.
23.4.12

Vor Kurzem habe ich mich mit jemandem unterhalten, von dem die finsteren Mächte des Bösen Besitz ergriffen hatten, mit Usama Samsedi Sami. Jetzt ist er Kartenleger und Hypnotiseur.
Bis jetzt habe ich mit Tarot, Horoskopen und Lebenshilfe so etwas wie Astro TV verbunden. Etwas, bei dem mir dicke Frauen ihre dubiosen Dienste anbieten wollen. Um mich von den sufistischen Qualitäten des selbsternannten Nicht-Guru zu überzeugen, wage ich mich selbst in die Tiefen des Tarot. Ich lasse mir von ihm das Keltische Kreuz legen, das mir mein Leben in einem größeren Kontext veranschaulichen wird. Obwohl es nur ein nettes Tête-à-tête mit meinem Unterbewusstsein werden soll, bin ich so nervös wie vor meinem ersten Date. Angespannt mache ich mehrere kleine Stapel, schichte sie wieder aufeinander, ziehe zehn Stück und vertraue auf das Herz der Karten …

Ich decke die erste Position auf, sie zeigt mir die Ausgangssituation. Es sind die „Vier der Kelche“. Die Säulen vor dem Horizont bedeuten, dass ich bodenständig bin aber zu verstandesbetont. (Das stimmt, aber das heißt ja nichts.) „Die Gerechtigkeit“ verstärkt die erste Karte. Die weißen und schwarzen Flecken sagen mir, dass ich bereits gute und schlechte Erfahrungen gemacht habe (wie überraschend). Und irgendwoher weiß Usama, dass mein Traummann bodenständig sein soll und ich wahrscheinlich eine Affäre habe (da wäre mir doch fast etwas entgangen) …

Position drei zeigt, was mich beschäftigt. Und zwar ist es „Der Ritter der Kelche“. Mich beschäftigt also die Liebe und irgendjemand steht anscheinend auf mich.

„Der Stern“ zeigt mein Unterbewusstsein. Er sagt, ich sei reinen Herzens, allerdings gäbe es da etwas, was sich vor einem halben Jahr zugetragen hat und wodurch ich die „Kiste der Pandora“ geöffnet hätte. (Ich kann mich an keine Kiste erinnern.)

„Der König der Kelche“ zeigt meine Zukunft: In den nächsten drei Monaten wird etwas sehr Erfolgreiches passieren. Außerdem sagt Usama, dass ich einen König an meiner Seite brauche, einen „Ritter der Liebe“, wie er es nennt. Jemanden, der bodenständig aber auch ein Träumer ist, der „anders“ ist und eine dunkle Seite hat. (Woher weiß er das?)
Position sechs ist „Die Neun der Schwerter“. Sie sagt ich sei depressiv. Aber Usama meint, danach sehe ich nicht aus.
Jetzt wird es interessant, die siebte Karte „Die Kraft“ widerspricht allem Bisherigen. Ich kann alles schaffen, auch oder gerade wenn es unmöglich ist. (Damit bin ich so zufrieden, dass ich die Karte nicht in Frage stellen möchte.)

Position acht sagt mir, dass ich eine Kriegerin bin. (Und ehrlich gesagt, finde ich das ziemlich lässig—wie cool ist bitte Xena?)
Durch „Die Zwei der Kelche“ spiegelt sich meine größte Hoffnung und gleichzeitig meine größte Angst wider. Die Karte zeigt Armor und Psyche in einer heimlichen Liebe. Bei „Drei der Kelche“ hätte mir Usama eine Heirat vorausgesagt, aber so bedeutet es nur, dass ich fälschlicherweise die Schuld bei mir suche. (Das finde ich durchaus vorstellbar.)

„Die Mäßigkeit“ ist das, was die Zukunft für mich bereit hält. Er sieht mich am Ende des Regenbogens stehen und wie ich einen Schatz finde. Der Schatz werde ich selbst sein. Alles wird harmonisch. Bald werde ich keine Probleme mehr haben. (Was ich von diesem Suizidaufruf halten soll, weiß ich noch nicht genau … )

Die elfte Karte, die „Vier der Stäbe“ ist mein Fazit der Sitzung. Ich werde bald verreisen und dabei meinen „Ritter“ treffen, den ich bereits kenne. (Davon bin ich überzeugt.)

Als Letztes ziehe ich meine Schicksalskarte. Sehr seltsam. Es ist die bereits erwähnte Karte „Drei der Kelche“. Ich werde also heiraten. Aber nur, wenn ich weiß, was ich will. Ansonsten werde ich mir für allen möglichen Unsinn die Schuld geben. „Und das ist das Gefährliche, das ist wie im Exorzismus. Denn auch hier lernt man, Eva sei schuld an der Erbsünde. Das stimmt aber nicht. Adam ist schuld. Er hat schließlich nicht gesagt: Hey Baby, ich will nicht in den Apfel beißen!“

Und wie war jetzt das einstündige Date mit meiner inneren Eva? Die Nervosität mir gegenüber war natürlich total unbegründet. Keine Gesprächspausen. Nichts, was ich nicht erwartet hätte. Inzwischen bin ich mir sicher, dass Usama Recht hat. Ich meine, OK … depressiv bin ich nicht, die Affäre, die er mir anhängen wollte, habe ich auch nicht und von einem potentiellen Bräutigam habe ich auch noch nichts mitbekommen, aber ich bin mir sicher, er hat Recht. Immerhin sagt es das Herz der Karten. Herausgefunden habe ich also: Ich bin nicht depressiv. Ich habe keine Schuld. Und ich werde heiraten! Das Fazit: das vielversprechendste Date seit Langem.

Fotos: Grey Hutton

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