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könig zlatan

„Zlatan bestimmte über das Team, die Verantwortlichen und den Verband"

Schwedenveteran Kim Källström hat in einem Interview über die Hierarchie in der Nationalmannschaft ausgepackt. Kleiner Spoiler: Ex-Coach Hamrén war nur Untergebener.

von Markus Hofmann
27 Juli 2016, 8:55am

Kim Källström ist natürlich nicht so bekannt wie sein Landsmann Zlatan Ibrahimovic, doch die zwei haben etwas gemeinsam. Beide gaben anno 2001 ihr Debüt in der schwedischen Nationalmannschaft und beide sind nach der EM in Frankreich zurückgetreten. Zwei richtige Veteranen also. Dabei hat Källström mit seinen 131 Einsätzen sogar noch häufiger für Blågult auf dem Platz gestanden als Zlatan (116). Wer aber in den letzten 15 Jahren in der Nationalmannschaft das Sagen hatte, könnt ihr euch wahrscheinlich denken—und ist bei Zlatans Superstar-Status auch kein Wunder.

Wie weit aber Zlatans Einfluss im schwedischen Fußball wirklich gereicht hat, ist dann doch überraschend. Woher wir das wissen wollen? Wie das schwedische Staatsfernsehen berichtete, hat Källström bei der öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalt Sveriges Radio mal ordentlich aus dem Nähkästchen geplaudert und seinen ehemaligen Kapitän als absolutistischen Herrscher dargestellt.

Es ist politischer Selbstmord, sich gegen den Anführer aufzulehnen.

Wie es um die Hierarchie bestellt war, lässt sich ganz gut mit folgendem Zitat zusammenfassen. Und Kim so: „Zlatan bestimmte über sich selbst, das Team, die Verantwortlichen und den Verband."

Was genau Kim damit meinte, hat in den letzten Tagen der französische EM-Finalist Anthony Martial bei Manchester United am eigenen Leibe gespürt. Er wurde vor einem Jahr als neue Nummer 9 für rund 80 Millionen Euro geholt. Doch jetzt, wo Zlatan da ist und auf die 9 besteht, muss sich Martial mit der Rückennummer 11 begnügen. Happy war er darüber nicht, zwischenzeitlich entfollowte er sogar seinen Verein auf Twitter und Instagram. Doch er hätte es wissen müssen: Was Zlatan will, das bekommt er auch.

Was uns wieder zu Källström und seinem spannenden Radiointerview zurückbringt. Denn das offenbarte, wer wirklich das Sagen in der Nationalelf hatte. Kleiner Tipp: Ex-Coach Erik Hamrén war es angeblich nicht. „Zlatan ging immer voran und agierte auf seinem Niveau. Wollte ich einen langen Einwurf ausprobieren, musste ich das mit dem Chef abklären. (...) Machtspiele waren sein Ding. Er ist ein Meister in der Kabine und beim Training. Wollte ich eine neue Eckenvariante vorschlagen, musste ich ihn fragen."

Und eine Sache sollte man tunlichst vermeiden, wenn man in der schwedischen Nationalmannschaft eine Rolle spielen wollte: sich gegen zu Zlatan wenden.

„Es ist politischer Selbstmord, sich gegen den Anführer aufzulehnen. Die Gruppe schmeißt dich entweder sofort raus oder du wirst langsam rausgedrängt. Aber so oder so bist du raus."

Wer weiß: Vielleicht hatte der von Hamrén ignorierte Gladbacher Oscar Wendt am Ende gar kein Problem mit dem Trainer, sondern mit Zlatan. Mal schauen, ob er jetzt eine Chance in der Nationalmannschaft erhält. Dass Zlatan nicht mehr dabei ist, kann dabei eigentlich nicht schaden.