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Ultra-Capo von Partizan Belgrad erschießt verfeindeten Capo mit Kalaschnikow

Die Anführer von zwei verfeindeten Ultra-Gruppierungen von Partizan Belgrad kämpfen seit längerem um die Dominanz im Drogengeschäft innerhalb der Kurve. Am Samstag endete der Konflikt tödlich.
15 August 2016, 1:05pm
Foto: Imago

Für den Streit innerhalb der Ultra-Szene von Partizan Belgrad müsste man den Spruch „In der Farbe getrennt, in der Sache vereint" einmal umschreiben: Zwar unterstützen die Untergruppierungen der Haupt-Ultragruppe „Grobari" alle ihren Verein und sind damit in den Farben nicht getrennt. Aber in der Sache sind sie sich uneinig. Zwischen den vereinzelten Untergruppen gibt es seit einigen Jahren Unstimmigkeiten, unter anderem wegen Drogendelikten.

Erst vergangenen Samstag forderte der Streit zwischen den Grobari-Gruppen „Alcatraz" und „Zabranjeni" (deutsch: „die Verbotenen") ein Todesopfer. In Železnik, einem kleinen Nachbarort von Belgrad, wurde Alen „Kubi" Kostić durch eine Kalaschnikow getötet. Der Anführer der Zabranjeni hatte mit seinem Bruder vor dem Haus des Alcatraz-Anführers Nikola Elezović dessen Auto zerschrotten wollen. Als der Alcatraz-Anführer aus dem Fenster sah, wie die beiden Brüder auf seinen Peugeot 206 einschlugen, kam er bewaffnet aus dem Haus. Mit einer AK47 schoß er auf die beiden Kostić-Brüder, die augenblicklich flüchteten. Alen Kostić wurde dabei so schwer verletzt, dass er ihr im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Anschließend floh der Schütze. Er konnte aber kurz darauf von der Polizei gefasst werden. Laut Informationen der serbischen Nachrichtenseite telegraf.rs hatten Alen Kostić und Nikola Elezović noch einige Rechnung offen: Grund für den Mord sollen aber keine sportlichen Differenzen gewesen sein, sondern Streitigkeiten im Drogengeschäft, das von beiden Gruppen dominiert wird. Zudem hatte Alen Kostić die Alcatraz-Gruppierung beschuldigt, der Polizei Informationen weitergegeben zu haben.

Auf Twitter posteten Grobari-Fans ein Bild, auf dem sie um ihren Anführer Kostić trauern: