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Das erste Licht-Graffiti im Amazonas sah ziemlich beeindruckend aus

Mithilfe des Surui-Stammes verwandelte der Künstler Philippe Echaroux den brasilianischen Regenwald zur Street-Art-Bühne.
18.11.16

Screenshots: Vimeo

Der brasilianische Regenwald ist wohl der letzte Ort, an dem man Graffitis vermuten würde. Doch genau diese Kulisse hat sich der Fotograf und Licht-Künstler Philippe Echaroux für sein neuestes Projekt ausgesucht. Im Amazonas lässt Echaroux beeindruckende Porträts von Einheimischen entstehen—als Leinwand für seine Kunstwerke benutzt er dabei die Bäume des Regenwalds.

In seinem Video präsentiert Echaroux die wohl erste „Street Art“ im Amazonas-Regenwald. Mithilfe von Digitalfotos, deren scharfer Kontrast vermutlich durch nachträgliche Bearbeitung erreicht wurde, projiziert er die Gesichter von Stammesmitgliedern der Surui in die nächtliche Kulisse. Eines seiner Licht-Graffiti-Motive ist Häuptling Almir Narayamoga Surui.

„Die Surui wurden erst vor 50 Jahren entdeckt“, erklärt Echaroux in dem Video. „Aber dieser Mann hat bereits erkannt, dass er Pfeil und Bogen gegen Computer eintauschen muss, um seinen Regenwald zu retten.“

Echaroux bekommt oft die Frage gestellt, ob er Fotograf oder Street-Art-Künstler sei. Für ihn selbst ist diese Unterscheidung jedoch völlig irrelevant, da er sich nicht gerne in Schubladen stecken lässt.

„Mir geht es nur darum, Kunst zu schaffen—Kunst mit einer starken Aussage“, erklärt Echaroux. „Als ich mit dem Surui-Stamm in Berührung kam, gab ich ihnen ein Versprechen: Ich wollte durch meine Kunst veranschaulichen, dass das Fällen eines Baumes wie das Töten eines Menschen ist. Die enge Verbindung zwischen diesen Menschen und dem Regenwald ist der Beweis dafür.“

Schaut euch Echaroux’ Lichtprojektionen hier an:

>> Weitere Werke von Philippe Echaroux findet ihr auf seiner Webseite.