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Für diese hochkonzentrierten Weed Dabs brauchst du jetzt nur noch ein Glätteisen

Hier findest du interessante Anregungen, wie du ein Glätteisen nicht nur zum Haare glätten nutzen kannst.
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Wickelt die Knospe in Backpapier und platziert sie vorsichtig in der Mitte des Glätteisens. Dann drückt so fest wie möglich für 3-5 Sekunden darauf. Alle Fotos vom Autor.

Wickelt die Knospe in Backpapier und platziert sie vorsichtig in der Mitte des Glätteisens. Dann drückt so fest wie möglich für 3-5 Sekunden darauf. Alle Fotos vom Autor.

Du hast ein Glätteisen zu Hause? Herzlichen Glückwunsch!

Denn für die einfache Herstellung erstklassiger, hochkonzentrierter Marihuana-Extrakte, die auch als "Dabs" bekannt sind, kommt ein herkömmlicher Haarglätter zum Einsatz, mit dem du Wärme und Druck auf Marihuana-Knospen ausübst—und ich zeige dir, wie es geht. Auch wenn diese DIY-Methode unter Hasch-Liebhabern erst seit ein paar Monaten boomt, gibt es bereits einen Markt für Rosin Tech. Auch Strukturen für die industrielle Fertigung stehen schon. Visionäre Kiffer mutmaßen, dass diese chemikalien- und explosionsfreien Konzentrate, die sich zudem noch schnell und sicher herstellen lassen, schon bald den Markt beherrschen werden.

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Alles begann, als der Instagram-Extraktions-Guru @soilgrown zufällig auf diese neue Technik stieß. Heute ist er eine Art allgemein anerkannter Gründervater einer schnell wachsenden Bewegung. Von sich selbst sagt er, seit 2007 im Cannabis-Business zu sein und sich auf lösungsmittelfreie Extraktionsmethoden spezialisiert zu haben.

Irische Biohacker wollen Hefepilze entwickeln, die THC produzieren können

„Ich saß gerade in meiner Garage und presste eher minderwertiges Haschisch, als sich beim zu starken Pressen das Öl plötzlich vom Schadstoff löste", erzählt @soilgrown, der anonym bleiben möchte. „Ohne darüber nachzudenken, rollte ich das Ganze wieder zu einer Kugel zusammen und presste es noch einmal. Inspiriert durch diese Erfahrung, packte ich ein paar Monate später eine Kugel Haschisch in ein Glätteisen und presste sie so stark ich konnte. Das Öl trennte sich wieder vom Schadstoff, aber dieses mal fing ich es auf und „dabbte" es. Anstelle eines 3-Sterne-Öls hatte ich ein 6-Sterne-Öl hergestellt. Was ich herausgefunden hatte, teilte ich dann schnell mit der ganzen Welt."

Der unergründliche Fress-Flash: die Wissenschaft hinter dem Kiffer-Heißhunger

„Rosin Tech hat die Hasch-Community schon stark beeinflusst", fügt er hinzu, „und wird sich noch weiter ausbreiten, je mehr Leute entdecken, wie leicht es ist, großartiges, lösungsmittelfreies Öl herzustellen, und zwar ohne Equipment oder gefährliche Chemikalien."

Das ist alles, was man braucht, um Knospen oder minderwertiges Haschisch in wenigen Minuten in Rosin zu verwandeln. Foto vom Autor

Bisher wird der Großteil der Dabs, deren THC-Gehalt bei bis zu 90 Prozent liegen kann, mithilfe des chemischen Lösungsmittels Butan hergestellt, was ihm den Namen Butan-Hasch-Öl (BHO) eingebracht hat. Leider kommt es bei der Herstellung von BHO massenweise zu Explosionen, die durch ungelernte, undisziplinierte oder ungeschickte Extraktions-Künstler verursacht werden—insbesondere, wenn sie mit behelfsmäßiger Ausrüstung arbeiten und keine Kontrolle stattfindet. Probleme entstehen meist durch die unzureichende Belüftung beim Einsatz von Butangas. „Wenn dieses leicht entflammbare Gas in deinem Wohnzimmer mit dem Funken einer Zigarette, aus einem Ofen oder vielleicht sogar von einer Bong in Berührung kommt, könnte deiner Wohnung recht schnell mal plötzlich eine Wand fehlen", schreibt Alison Halett in einem Wired-Feature.

Benutzt ein Glätteisen mit regelbarer Wärme. Die ideale Temperatur liegt bei 110 °C bis 150 °C. Foto vom Autor

Trotzdem: Die großen Produzenten haben massiv in BHO investiert und werden noch eine Weile daran festhalten—auch wenn die Großzahl von ihnen unter der Hand bereits zugegeben hat, dass es sich bei Rosin um eine exzellente neue Methode handelt und viele sie für den Eigenkonsum nutzen", berichtet Jeff Church (aka Reverend Cannabis), Miteigentümer der Extraktionsfirma Thinc Pure. Rosin steht als Verkaufsprodukt noch ganz am Anfang, blickt allerdings auf eine lange Tradition zurück. (Die Kifferzeitschrift High Times berichtete vor kurzem darüber). Die erste moderne, Rosin-ähnliche Technik entstand in den späten 1960ern oder frühen 1970ern. Auf dem Hippie-Trail von Nepal nach Afghanistan pressten ein paar Langhaarige Haschisch, um es besser ins eigene Land einschmuggeln zu können. Sie beschrieben es als teures, extrem wirksames, rotes Öl, dessen Ausbeute jedoch zu gering war, um es zu vermarkten. Die aktuelle Rosin-Bewegung, die von @soilgrown in Gang gesetzt wurde, wird wesentliche Auswirkungen auf die schnell wachsende Community der Konzentrat-Hersteller haben. Wie das alles funktioniert? Hier ist mein Selbstversuch in Anlehnung an ein Online-Tutorial:

Das Rosin sollte abkühlen, bevor es mit einer Rasierklinge oder einem Dag-Werkzeug vom Backpapier gekratzt wird. Foto vom Autor

Als erstes werden die Knospen in ein Backpapier gelegt und anschließend mit einem etwa 110°C bis 150°C heißen Glätteisen so stark wie möglich gepresst, bis eine dickflüssige Schmiere aus der Pflanze tropft. Nachdem du drei bis fünf Sekunden Druck ausgeübt hast und das Rosin etwas abgekühlt ist, kann man 0,1 g dieses wohlschmeckenden, extrem wirksamen Konzentrats aus 1,4 g Cannabis (ein Ertrag von 7 Prozent) verwenden.

Soviel Rosin erhält man aus einer kleinen Knospe, die noch zum Kochen verwendet werden kann. Foto vom Autor

Erfahrene Extrahierer bringen es auf einen Ertrag von 15 Prozent oder mehr, wenn sie sehr hochwertige Knospen verwenden. 70 Prozent und mehr erhalten sie, wenn sie Haschisch pressen, wobei das Endprodukt bis zu 80 Prozent THC-Gehalt erreichen kann. Es ist damit genauso wirksam wie BHO, allerdings reiner, geschmackvoller und vollständig frei von Lösungsmitteln. Dabs, die per Rosin-Methode entstehen, sind sowohl rein als auch verdammt stark in ihrer Wirkung. Eigentlich seltsam, dass zur Herstellung von Dabs weiterhin flüchtige Chemikalien eingesetzt werden, wenn man dazu doch tatsächlich nichts weiter als ein herkömmliches Glätteisen benötigt.