Lolly-Koks und Meth mit Schoko-Geschmack
Verbrechen

Lolly-Koks und Meth mit Schoko-Geschmack

Drogenschmuggel ist ein kreativer Job. Deswegen zeigen wir euch eine kleine Auswahl besonderer Verstecke.
22.2.16

Letzte Woche hat das Sicherheitspersonal am Flughafen von Mexico City acht Pfund Crystal Meth in Plastikkapseln gefunden, die in Lollys versteckt waren. Die mit Drogen gefüllten Lutscher befanden sich in einem Paket mit der Aufschrift „Handwerkskunst und Süßigkeiten" und waren unterwegs von Sinaloa nach Nebraska, wo die Lieferung von einem Transportunternehmen an ihr Ziel gebracht werden sollte.

Was für eine grandiose Idee, niemand erwartet was schlechtes von Süßigkeiten.

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Hier bei MUNCHIES haben wir schon oft über unglückliche Drogenverstecke in Lebensmitteln und verpatzten Essensraub berichtet. Während wir also darauf warten zu erfahren, was aus den Lollys geworden ist, erforschen wir die wunderbare Welt des essensbasierten Rauschgiftschmuggels.

Kokain-Kürbisse

Im September 2015 wurden im Hafen von Philadelphia mehr als 170 Kilogramm Kokain in einer Kürbislieferung entdeckt. Die Kisten mit der illegalen Überraschung, die in laminierten Paketen unter dem Gemüse versteckt lag, waren aus Costa Rica unterwegs in die Bronx. Doch das war nicht das einzige Mal, dass jemand darauf kam, dass sich Kürbisse nicht nur für Halloween-Laternen zweckentfremden lassen. An Halloween 2013 berichteten die kanadischen Behörden von einem nicht ganz so kapitalen Fund: fast drei Kilogramm Kokain wurden am Flughafen Montreal-Trudeau in Kürbissen gefunden—diesmal tatsächlich im Inneren des Gemüses.

Kokain im Obst

 Photo via Flickr userVictoria Rachitzky Hoch

Photo by Victoria Rachitzky Hoch

Brotfrucht

Im April 2015 konfiszierten die kanadischen Behörden am Flughafen Toronto-Pearson fast vier Kilogramm Kokain, das die Schmuggler in falschen Brotfrüchten aus grün bemaltem Gips versteckt hatten. Die zwei falschen Früchte befanden sich laut der Grenz- und Zollbehörde Canada Border Services Agency in einer Lieferung aus 34 Kartons mit echten Brotfrüchten.

Ananas

Ananas sind das beliebteste Schmuggelobst. Im Mai 2015 entdeckten die spanischen Behörden mehr als 180 Kilo Kokain in ausgehöhlten Ananas aus Südamerika. Wenigstens haben die Schmuggler es nicht mit einer gefälschten Gipsversion der Früchte versucht—tatsächlich hatten sie die hohlen Ananas sogar mit gelbem Wachs aufgefüllt, um Fruchtfleisch zu simulieren. Etwa ein Jahr zuvor wurden am selben Flughafen in Madrid 2,5 Tonnen Kokain in 2.296 Paketen gefunden, die in einer großen Ananas-Lieferung versteckt waren.

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Bananen

Länder wie Costa Rica und Kolumbien gehören zu den größten Bananenproduzenten, sind aber auch für Kokainschmuggel berüchtigt. Da kann dann auch schon mal ein bisschen Kokain in der Obstabteilung deines örtlichen Supermarkts auftauchen: Im Juli 2015 fand ein Arbeiter der britischen Supermarktkette Tesco in einer Bananenlieferung etwa fünf Kilogramm Kokain in fünf Paketen. In Deutschland wurden bereits im Januar 2014 stolze 140 Kilo Kokain in Aldi-Filialen entdeckt, und im Mai 2015 gab es dann ein Déjà-vu, als in Berliner Supermärkten noch einmal 386 Kilo in Bananenkisten gefunden wurden.

Meth-Schokolade

Im Sommer 2012 wurde am Los Angeles International Airport ein Mann aufgehalten, der 45 „Schokoriegel" im Gepäck hatte, bei denen es sich um schokoliertes Crystal Meth handelte. Der Schmuggler soll außerdem so getan haben, als sei er im Auftrag der Regierung auf Reisen. Wenn schon dreist, dann richtig!

Heroin-Kaffee

Photo by Henry McKenna.

Wer hätte gedacht, dass Kaffeebohnen so ein beliebtes Versteck für Drogen sind? 2011 teilte der US-Zoll mit, dass in New York City und Chicago insgesamt mehr als 150.000 Heroin-Pakete in Kaffeelieferungen sichergestellt wurden.

Marihuana-Brot

Photo via Flickr userjeffreyw

Vergangenes Jahr entschied sich eine Bäckerei in Kalifornien, ein bisschen Marihuana in ihren Dreikönigskuchen à la New Orleans zu mischen, ohne ihrer Kundschaft etwas davon zu sagen. Wir sind nicht ganz sicher, was sie damit bezwecken wollten, doch das Ergebnis waren 40 sehr bekiffte und wütende Kunden.

Kokain-Rum

Photo via Flickr user lanier67

2014 kam ein Mann am John F. Kennedy International Airport in New York mit drei Flaschen 12 Jahre altem Rum der Marke El Dorado an—doch in den Flaschen befanden sich 8 Kilo flüssiges Kokain. Die „Rum and Coke" der etwas anderen Art wurde auf einen Wert von circa 280.000 Euro geschätzt. Der Mann behauptete, er habe den Rum in einem Duty-Free-Shop in Guyana gekauft, wo er herkam. Niemand glaubte ihm. Im Jahr darauf wurden am selben Flughafen Rumkuchen der Marke La Tortuga mit zwei Kilo Kokain von einem Mann beschlagnahmt, der durch Trinidad und Tobago gereist war.

Diese Geschichten scheinen kein Ende zu nehmen. Ein Blick auf die Instagram-Seite der US-Flugsicherheitsbehörde TSA genügt, um zu sehen, welche unfassbaren Schmuggelversuche jeden Tag vereitelt werden. Wir hoffen jedenfalls, dass es den Verantwortlichen hinter den Meth-Lollys nicht so ergeht wie dem Mann, der unschuldig zwei Jahre wegen Kokainschmuggels im Gefängnis saß, bis sich die Substanz tatsächlich als Puderzucker herausstellte. Aber Zucker ist für viele Leute ja auch eine Droge.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf MUNCHIES Español