Hangover-News

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Die Münchner Polizei führt rechte Hetzer vor, Tausende Berliner protestieren gegen die AfD und über 100 Besitzer von Kinderpornografie werden festgenommen.

von Christian Fahrenbach
23 Oktober 2017, 7:07am

Screenshot: Twitter

Na, verwirrendes Wochenende gehabt? Unser Spirit Animal ist dieser Tage eine 83-jährige Frau aus Coburg. Sie hat in ihrer Küche neben ihrer Kaffeemaschine ein feinsäuberlich in ein weißes Tuch eingewickeltes fremdes Gebiss gefunden, ohne den blassesten Schimmer zu haben, von wem die Zähne sein könnten. Die Polizei vermutet, dass ein Unbekannter bei ihr einbrach, aber nichts geklaut hat – es ist alles ein wenig mysteriös. Die Beamten hoffen nun, den Täter an seinem Lächeln zu erkennen.

Weniger mysteriös sind beispielsweise die Details zu einem Messerangriff mit mehreren Verletzten in München, zur Demo gegen die AfD in Berlin und zu einer Anti-Kinderporno-Razzia in Brasilien. Hier sind fünf Themen vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest, willkommen bei den Hangover-News.

Nach Messerattacke: Polizei München führt rechte Hetzer vor

In München hat am Samstagmorgen ein Mann scheinbar wahllos mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen und acht von ihnen verletzt. Festgenommen wurde ein 33 Jahre alter Tatverdächtiger, er ist vermutlich psychisch krank und litt wohl unter Verfolgungswahn.

Wie inzwischen üblich, haben die Rassisten und Aluhut-Träger schnell ihre Theorien geschmiedet, wer der Täter sein könnte. Die spätestens seit dem OEZ-Attentat im Juli 2016 auf Social Media erfahrene Polizei München hat aber auch dieses Mal deutlich dagegengehalten.

#grib: So lief die Anti-AfD-Demo in Berlin

Foto: imago | Christian Mang

Wichtigster Politik-Hashtag des Wochenendes war #grib: Unter dem Motto "Gegen Rassismus im Bundestag" haben in Berlin laut Polizei 10.000 Menschen einen Ring um den Reichstag gebildet und so einen "Schutzwall" gegen Rechte gebildet.

Gerichtet hat sich die Aktion natürlich gegen die AfD, die ab Dienstag mit 92 Abgeordneten im Bundestag sitzen wird. Einige Parteianhänger haben sich über die Demo beschwert – schließlich sei die AfD eine demokratisch gewählte Partei.

Brasilianischer Polizei gelingt Schlag gegen Kinderporno-Ring

In Brasilien ist der Polizei ein großer Erfolg gegen einen Kinderporno-Ring gelungen: Über 1.100 Polizisten waren landesweit bei Razzien im Einsatz, am Ende waren 108 mutmaßliche Besitzer von Kinderpornos festgenommen, die im Darknet untereinander Fotos und Videos ausgetauscht haben. Einige von ihnen sollen sogar selbst Material produziert haben. Laut BBC wurden 150.000 Bilder gesichert, darunter auch einige mit Kleinkindern und sogar Säuglingen. Unter den Festgenommen waren pesionierte Polizisten, Beamte und Männer, die in Jugendfußballmannschaften arbeiten.

Opfer sperren Dieb in ihrem Transporter ein

Es klingt im ersten Moment nicht unbedingt nach der besten Strategie, um einen Dieb zu stellen, aber erlaubt ist ja am Ende, was hilft: Ein 52 Jahre alter Mann wollte am Samstagabend in Berlin etwas aus seinem Transporter holen, als er sah, dass da schon jemand auf dem Fahrersitz saß. Er hielt dann einfach zusammen mit seiner Frau und einem Passanten die Türen solange zu, bis die Polizei kam und den 39 Jahre alten mutmaßlichen Dieb festnehmen konnte.

Wie es im Streit zwischen Spanien und Katalonien steht

Foto: imago | ZUMA Press

Nochmal kurz luftholen fürs letzte Thema dieser Woche: Katalonien.

Anstatt sich ein ruhiges Wochenende zu gönnen, hat dort der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy den Streit mit den Regionalführern eskaliert. Er hat angekündigt, dass er in den nächsten sechs Monaten die Regierung in Katalonien absetzen und Neuwahlen ausrufen werde. Damit wendet Rajoy zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens Artikel 155 der Verfassung an, quasi eine Disziplinierungsmöglichkeit des Ministerpräsidenten. Am Freitag nun entscheidet das Parlament in Madrid, ob die Regionalregierung tatsächlich abgesetzt wird – dort hat allerdings Rajoys Partei die Mehrheit. In Kataloniens Hauptstadt Barcelona sind Zehntausende gegen Rajoys Ankündigung auf die Straße gegangen.

Zur Erinnerung: Die Katalanen haben in einem Referendum bei geringer Wahlbeteiligung für die Unabhängigkeit gestimmt. Danach hatte Carles Puigdemont, Ministerpräsident Kataloniens, die Abspaltung vorerst vertagt und um Gespräche mit Rajoy gebeten. Der lehnt solche Verhandlungen aber ab. Die Katalanen wiederum machen mit Videos Werbung für ihre Ziele, die so tun, als sei ihre Region so unterdrückt wie die Ukraine zu Zeiten der Orangenen Revolution.

Auch in Italien gab es am Wochenende Referenden über mehr Unabhängigkeit einzelner Regionen. Die Bewohner der Lombardei und Venetiens haben sich für mehr Mitspracherechte ihrer Regionalregierung beim Verteilen von Steuern ausgesprochen – anders als in Katalonien wollen sie aber keine Abspaltung von Italien. Europaweit kämpfen rund 30 Regionen um mehr Unabhängigkeit.

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