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Neun Instagram-Tricks, die ihr unbedingt ausprobieren solltet

Instagram hat viel mehr zu bieten, als ihr glaubt. Mit ein paar Tricks und Zusatz-Apps holt ihr alles aus dem sozialen Netzwerk raus.

von Sebastian Meineck
06 März 2018, 7:00am

Bild: Imago

Mal ehrlich, besonders nett war das nicht, als Instagram nach und nach Funktionen von Snapchat kopiert hat. Storys, die nach einem Tag verschwinden, Gesichtsfilter mit schlappen Hundeohren, private Chats mit sich selbst löschenden Bildern: Die Facebook-Tochter Instagram hat schlicht nachgebaut, was Snapchat mal cool gemacht hatte. Aber die meisten Nutzer haben sich längst mit dem dreisten Plagiat abgefunden.

Dabei macht es Instagram einem nicht gerade leicht, bei all den Features den Überblick zu behalten. Manchmal fühlt sich Instagram an wie drei Apps in einer: Da gibt es den Newsfeed mit Fotos, die Storys im Hochformat und natürlich den eingebauten Messenger mit Einzel- und Gruppenchats.

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Mit ein paar Tricks und versteckten Funktionen passt ihr die vielseitige App an eure Bedürfnisse an. Ihr könnt eure Follower mit außergewöhnlichen Bildern und Storys überraschen und euch aktiv vor Hatern und Nervensägen schützen. Außerdem bieten die Millionen von Instagram-Fotos einen Datenschatz, den ihr für eure Zwecke nutzen könnt.

Tipp Nr. 1 – Storys und Kommentare verbergen: Sagt Tschüss zu allem, was euch nervt

Ihr verbringt mehr Zeit auf Instagram als euch lieb ist? Dann ist Zeit zum Aufräumen. Besonders die neuen Storys auf der Startseite verführen immer wieder zum Drauftippen. Das lässt sich ändern: Mit einem langen Fingertipp auf die Kreis-Symbole lassen sich Storys bestimmter Personen grundsätzlich stumm schalten. Sie werden dann nicht mehr auf der Startseite gezeigt. Umgekehrt könnt ihr festlegen, dass bestimmte Leute eure Storys gar nicht erst schauen dürfen, und zwar auf der Profilseite unter: "Einstellungen/ Story-Einstellungen/ Story verbergen für".

Auch Spammer und Nervensägen bringt ihr schnell zum Schweigen. Auf der Profilseite unter "Einstellungen/ Kommentare/ Kommentare erlauben von" entscheidet ihr, wer überhaupt etwas unter eure Bilder schreiben darf. Zum Beispiel nur Follower oder nur Leute, denen ihr folgt. Dort könnt ihr auch gezielt einzelnen Leuten das Kommentieren verbieten.

Lust auf mehr Ruhe? Hier lässt sich festlegen, wer euch Instagram-Kommentare schreiben darf | Bild: Screenshot | Instagram

Tipp Nr. 2 – geschickt schneiden: Wehrt euch gegen das 15-Sekunden-Diktat von Instagram

Ein typisches Element einer Instagram-Story ist bis zu 15 Sekunden lang und hat keine Schnitte. Aber diese Einschränkung könnt ihr umgehen. Liefert euren Followern Zeitsprünge, unerwartete Schnittbilder, Schuss und Gegenschuss – all das in einem einzigen Take. Damit das Spaß macht, muss es natürlich schnell gehen. Sehr gut klappt das mit der Gratis-App InShot für iOS und Android. Ladet mehrere Clips aus der Camera-Roll in den Editor und wählt "Anpassen/ Seitenverhältnis 9:16", um im Hochformat zu arbeiten. Schneidet die Clips auf die gewünschte Länge und exportiert den neuen Clip mit "Speichern". Dann könnt ihr ihn aus dem Gerätespeicher in die Story laden.

Umgekehrt könnt ihr auch längere Videos in 15-sekündige Häppchen schneiden, damit ihr sie als Story hochladen könnt. Zwar lassen sich Videos bei Apple auch im regulären iOS-Player trimmen, doch um den richtigen Zeitmarker zu treffen, braucht man viel Fingerspitzengefühl und muss jeden einzelnen Clip neu abspeichern. Besser klappt das bei iOS mit CutStory. Die Gratisversion der App hinterlässt ein Wasserzeichen auf den Videos, die Premium-Version kostet rund zwei Euro.

Android-Nutzer können zur App "Timbre" greifen. Dort müsst ihr zuerst im Menü "Video/ Schneiden" die Aufnahme öffnen, dann teilt ihr sie auf dem roten Zeitstrahl in die gewünschten Häppchen. Die App finanziert sich durch Werbeclips, die sich per In-App-Kauf abschalten lassen.

Mit Timbre für Android zerlegt ihr längere Clips in Häppchen, die Instagram verdauen kann | Bild: Screenshot | Timbre

Tipp Nr. 3 – den Rahmen sprengen: Packt Querformate und Musik in eure Storys

Eigentlich gibt es Instagram Storys nur im Hochformat – und nur mit den Geräuschen, die das Smartphone-Mikro eben gerade aufnimmt. Aber auch hier lässt sich tricksen. Mit der oben erwähnten App InShot setzt ihr querformatige Videos ohne Zuschneiden ins Hochformat. Die App fügt einfach oberhalb und unterhalb des Clips verschwommene Farbflächen hinzu. Ihr findet diese Option im Werkzeugmenü unter "Anpassen/ Seitenverhältnis/ 9:16".

InShot verwandelt einfach alles ins Hochformat für eure Instagram-Storys | Bild: Screenshot | InShot

Mit derselben App hinterlegt ihr den Filmclip auch mit Musik, und zwar in bester Soundqualität direkt vom Gerätespeicher. Diese Option gibt es im Werkzeugmenü unter "Musik/ Meine Musik". Achtet darauf, dass das Video nicht länger als 15 Sekunden wird. Schon habt ihr einen kreativen Take für eine Instagram-Story, die anders klingt und anders aussieht als die meisten anderen.

Wer es lieber schnell und unsauber haben möchte, kann natürlich auch einfach Musik vom Handy abspielen und dann die Aufnahme der Story starten. In diesem Fall wird die Musik übers Handymikro aufgenommen und klingt entsprechend schlechter.

Tipp Nr. 4 – "Link in Bio" Deluxe: So brechen eure Websites aus Instagrams goldenem Käfig aus

Instagram will nicht, dass ihr die Plattform verlasst und euch andere Websites anschaut. Hyperlinks unter Bildern funktionieren nicht. Nur in eurem Profil dürft ihr einen einzigen Link zur Außenwelt posten. Einige verlinken auf ihr Blog, andere auf Twitter oder Tellonym. Mit Linktree spart ihr euch diese Qual der Wahl.

Bei Linktree können sich Nutzer kostenlos ein Profil anlegen. Dieses Profil besteht aus nichts weiter als Buttons mit Links zu euren Online-Angeboten. Packt ihr also euer Linktree-Profil in die Instagram-Bio, sehen Besucher beim Draufklicken eine schicke Übersicht mit allen Websites, auf die ihr verweisen wollt. Im Einstellungsmenü lassen sich Farbe und Design der Buttons anpassen, sogar eine Klickstatistik ist dabei.

Mit Linktree zeigt ihr Besuchern eures Instagram-Profils so viele Links, wie ihr wollt | Bild: Screenshot | Linktree

Tipp Nr. 5 – Reichweite erhöhen: Setzt schlaue Hashtags und Geotags

Reichweite auf Instagram aufzubauen kann sehr anstrengend sein. Natürlich könnt ihr aktiv fremden Leuten folgen und hoffen, dass sie zurückfolgen – aber das ist auf Dauer nicht sehr befriedigend. Mit ein paar Tricks erhöht ihr aber die Chancen, dass euch andere entdecken.

Wollt ihr zum Beispiel, dass fremde Nutzer eure Bilder sehen, verseht sie mit geschickten Hashtags. Stellen wir uns vor, ihr wollt ein Bild mit Sushi posten. Allein der Hashtag #Sushi wäre da ein bisschen wenig. Unter "Suche/ Hashtags" findet ihr ähnliche Schlagwörter, inklusive der Anzahl Beiträge, die es dazu gibt. Im Fall von #Sushi sind das noch: #sushitime, #sushibowl und #sushiroll. Sucht euch aus dieser Liste ein paar Hashtags aus, die zwar rege, aber nicht übertrieben oft genutzt werden. Das erhöht die Chance, dass Leute über euer Foto stolpern – ohne dass es in einer Flut ähnlicher Fotos untergeht.

Eine Speise, viele Hashtags – erhöht eure Reichweite, indem ihr geschickt ähnliche Hashtags setzt | Bild: Screenshot | Instagram

Ähnlich könnt ihr bei Instagram Storys vorgehen. Wenn ihr zum Beispiel am Zoologischen Garten in Berlin eine Story filmt, spart euch den Geotag "Berlin". Wählt lieber eine genauere Ortsangabe wie "Zoologischer Garten" oder den Stadtteil "Tiergarten".

Tipp Nr. 6 – schöne Fotos überall: Macht Instagram zum reinen Foto-Editor

Instagram kann mehr als nur Vintage-Farbfilter, wenn es um Bildbearbeitung geht. Im Bearbeiten-Menü lassen sich unter anderem Helligkeit und Kontrast ändern, Schatten reduzieren und die Sättigung erhöhen. Mit einem kleinen Trick könnt ihr die App auch als reinen Foto-Editor nutzen – ohne die bearbeiteten Bilder öffentlich posten zu müssen. Das ist praktisch für alle, die begrenzten Speicherplatz haben und keine zusätzliche Foto-App herunterladen möchten.

Zuerst müsst ihr in den Einstellungen die Option "Originalfotos speichern" einschalten. Dann aktiviert ihr den Flugzeugmodus, bearbeitet das Foto nach euren Wünschen und wählt "Teilen". Schon speichert Instagram das Bild in eurer Fotogalerie. Veröffentlicht wird es aber nicht, schließlich ist das Handy noch offline. Damit das Bild auch später nicht gepostet wird, müsst ihr es mit einem Klick auf das Drei-Punkte-Symbol in der Instagram-App "verwerfen".

Bearbeiten, offline posten, verwerfen – so nutzt ihr Instagram als Foto-Editor | Bild: Screenshot | Instagram

Tipp Nr. 7 – Daten sparen: Stoppt das Buffern von Videos

Nur ein paar Minuten auf Instagram können stark am Datenvolumen saugen. Vor allem weil im Newsfeed vermehrt Videos zu sehen sind, die Instagram beim Scrollen automatisch zwischenspeichert. Das lässt sich ändern, nämlich unter "Profil/ Einstellungen/ Nutzung des mobilen Datennetzes/ Geringer Datenverbrauch". Mit dieser Einstellung werden Videos bei einer mobilen Datenverbindung nicht mehr gebuffert, sondern nur dann geladen, wenn ihr sie auch wirklich anschauen möchtet.


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Ansonsten lässt sich das vorauseilende Herunterladen von Inhalten am besten durch den Flugzeugmodus verhindern. Wer maximal Datenvolumen sparen möchte, öffnet Instagram, startet den Flugzeugmodus und betrachtet nur den Schwall an Bildern, den die App beim ersten Öffnen geladen hat. Praktischer Nebeneffekt: Wer im Flugzeugmodus versehentlich ein Like verteilt, kann es einfach rückgängig machen, ohne dass der andere etwas davon bemerkt.

Tipp Nr. 8 – Orte entdecken: Instagram als Reiseführer

Mit Instagram kann man nicht nur die neuste Produktplatzierung des nächstbesten Influencers entdecken, sondern auch neue Orte und Restaurants. Irgendeinen Nutzen muss es ja haben, wenn Millionen von Leuten die schönsten Ecken ihrer Stadt fotografieren – oder ständig ihr Essen ablichten. Mit ein bisschen Gespür könnt ihr mit Instagram überraschende Ausflugsziele finden, auf die ihr sonst nicht gekommen wärt.

Die Instagram-Suche hilft etwa beim Entdecken neuer Orte, denn im Menü "Suche/ Orte" kann man nach Stadtteilen und Straßen suchen. Wenn ihr euch durch die Flut an Suchergebnissen wischt, findet ihr zum Beispiel romantische Plätze, Street Art oder sonstige interessante Ecken. Neue Restaurants entdeckt ihr durch die automatischen Vorschläge in der Orte-Suche. Wer beispielsweise die Suchbegriffe "Vietnam Restaurant Berlin" eingibt, erhält eine Liste mit dutzenden Lokalen, verknüpft mit Fotos von Reishäufchen und knuspriger Ente.

Selten genutzt, aber überraschend praktisch – Instagram als Inspiration, um neue Restaurants zu finden | Bild: Screenshot | Instagram

Tipp Nr. 9 – doppelt hält besser: Speichert ein Backup eurer Bilder in der Cloud

Wer seinen Instagram-Account seit Jahren bespielt, kennt vielleicht dieses Gefühl: All die Fotos mit schönen Erinnerungen sind zwar online – aber es liegt in den Händen von Instagram, dass das auch so bleibt. Falls der Account gesperrt wird oder die Server von Instagram irgendwann einmal kaputt gehen, wäre alles weg.

Richtet euch ein für alle mal eine Backup-Routine für Instagram ein – mit Google Drive und der App IFTTT | Bild: Screenshot | IFTTT.com

Für alle, die gerne auf Nummer Sicher gehen, lohnt sich ein automatisches Backup neuer Instagram-Posts. Das funktioniert mit der App IFTTT ("If this then that"), mit der sich kleine Befehle fürs Smartphone programmieren lassen, sogenannte Applets. Zum Beispiel der Befehl "Sichere alle neuen Instagram-Posts automatisch in der Cloud". IFTTT läuft auf iOS und Android, Applets für Instagram-Backups gibt es zum Beispiel schon für Google Drive und Dropbox.

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