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Wissenschaftler haben eine verborgene "Jurassic World" unter Australien gefunden

Die unterirdischen Überreste von 100 Vulkanen sind rund 180 Millionen Jahren alt und liegen unter einem riesigen Öl- und Gasvorkommen in der Mitte des Kontinents.

von Becky Ferreira
17 August 2019, 9:45am

Dieses Symbolbild zeigt eine indonesische Vulkankette | Foto: Jean-Marie Hullot

Wie aus einer neuen Studie hervorgeht, befinden sich unterhalb eines erdölreichen Gebiets im Landesinneren von Australien 100 Vulkane aus dem Jurazeitalter.

Die längst erloschenen Vulkane sind zwischen 180 und 160 Millionen Jahre alt und entstanden, als der prähistorische Großkontinent Gondwana gerade anfing, in einzelne Teile zu zerbrechen. Die Vulkanlandschaft lag dann jahrtausendelang unter anderen Gesteins- und Erdschichten, weshalb sie so lange niemand bemerkte.

Die unterirdischen Vulkane wurden 2017 schließlich von einem Forschungsteam um den Geowissenschaftler Jonathan Hardman entdeckt. Zusammen mit seinen Kollegen taufte er die Formation auf den Namen "Warnie Volcanic Province", veröffentlicht wurden der Fund und die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Gondwana Research.

Die Warnie-Vulkanprovinz liegt mehr als einen Kilometer unterhalb der Cooper- und Eromanga-Sedimentbecken, die sich zusammen über eine Fläche von mehr als eine Million Quadratkilometer erstrecken.

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Ausschnitte aus der Forschungsarbeit | Bild: bereitgestellt von der University of Aberdeen und der University of Adelaide

Die beiden Becken bergen riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen. Deswegen hat sich dort in den 1960er Jahren die entsprechende Industrie angesiedelt und das Gebiet wurde zu Australiens größter Quelle für fossile Kohlenwasserstoffe auf dem Festland. Aufgrund dieser Entwicklung mit der dazugehörigen Erschließung des Gebiets ist die Entdeckung der Vulkane besonders überraschend.

Laut der Studie legt der Fund in einem so intensiv untersuchten Areal nahe, dass es sowohl in Australien als auch in anderen Teilen der Welt weitere unentdeckte Vulkanlandschaften geben könnte.

In den vergangenen 50 Jahren hat man rund 1.400 Ölbrunnen in die beiden Sedimentbecken gebohrt. Bei diesen Bohrungen wurde auch magmatisches Gestein zutage befördert. So nahm man bereits an, dass irgendwo im Schichtgestein alte Lava konserviert sein muss.

Um die Vulkane eingehend zu untersuchen, haben Hardman und sein Team Daten der Bohrungen neu ausgewertet und in dem Gebiet seismische Messungen durchgeführt. So konnten sie den Umriss der Warnie-Vulkanprovinz ausmachen.

Es ist nicht ganz klar, warum die Vulkane vor 180 Millionen Jahren entstanden, denn sie lagen während des Jurazeitalters nicht an der Grenze zweier Kontinentalplatten. Das ist normalerweise förderlich für die Vulkanbildung.

Hardman und sein Team haben aber einige Theorien: Zum Beispiel könnten im Erdmantel Plumen oder Auftriebe von geschmolzenem Gestein vorhanden sein. Man müsse allerdings erst noch viele weitere Untersuchungen anstellen, bevor man die endgültige Ursache für die Entstehung der Warnie-Vulkanprovinz festlegen kann.

Aber ganz egal, wie die Vulkane entstanden sind, sie hatten auf jeden Fall eine große Wirkung auf die sie umgebende "Jurassic World", wie Simon Holford, ein Mitautor der Studie, schreibt. Was er damit meint: Vor langer Zeit spuckten die Vulkane Lava und Asche auf die umliegenden Flüsse und Seen, bis sie dann letztendlich selbst unter Unmengen an Gestein und Ablagerungen begraben wurden.

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