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Legales Abbrennen

Es gibt jetzt legale Pyro – die nicht gefährlicher als Zigaretten ist

In Dänemark erhielt das Pyro-Modellprojekt von Brøndby IF nun ein Gütesiegel.

von David Regner
18 September 2017, 1:25pm

Foto: Twitter.com/BrondbyIF

Pyrotechnik sorgt in Deutschland noch immer für viele Diskussionen. Besonders das Spiel von Hansa Rostock gegen Hertha BSC in der ersten DFB-Pokalrunde dieser Saison hat gezeigt, wie gefährlich pyrotechnische Elemente eingesetzt werden können. Beide Fanlager hatten sich gegenseitig mit Raketen beschossen, das Spiel musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. Der Großteil der Fans nutzt Pyrotechnik in den Stadien allerdings friedlich, Verletzungen gibt es kaum. Den Vereinen schadet die Nutzung trotzdem, da sie Strafen des DFB bezahlen müssen.

In Dänemark wurde eine Lösung gesucht, um Pyrotechnik weniger gefährlich und somit legal abbrennen zu können. Dafür hat sich der dänische Fußballverein Brøndby IF mit einigen Fans, dem Pyrotechniker Tommy Cordsen und der dänischen Fanorganisation Danske Fodbold Fanklubber (DFF) zusammengetan. Letztes Jahr im Dezember stellten sie die Bengalos vor, die laut einer Stellungnahme von Brøndby IF so geringe Temperaturen haben, dass man mit der Hand durch die Flamme gehen kann – ohne sich Verletzungen zuzuziehen.

Jetzt steht der Verein kurz davor, Fackeln ins eigene Stadion zu bringen. Wie der Verein mitteilte, wurden die Pyros mit einer offiziellen CE-Zulassung ausgestattet, die sie zur niedrigsten Gefahrenklasse von Brennkörpern zuordnet. Damit werden die Fackeln genauso behandelt, wie eine brennende Zigarette. Der Verein will sich jetzt noch mit der Polizei zusammensetzen, um alle Details für einen Einsatz der kalten Pyros zu klären. Die dänische und schwedische Liga, sowie Fanorganisationen aus beiden Ländern bereiten derweil Tests vor. Die ersten Einsätze in Stadien soll es Anfang 2018 geben.

In Deutschland bleibt die Problematik von Strafen für das Abbrennen von Pyrotechnik weiter bestehen. Die Bengalos, die bisher von Fans genutzt werden, erhitzen teilweise mit über 1.000 Grad Celsius, eine legale Variante existiert nicht. Wenn die Tests in Dänemark problemfrei laufen, könnten kalte Fackeln eine Lösung darstellen, auf die sich Fans mit dem DFB und DFL einigen könnten. Ein Statement des Verbands gab es bis jetzt nicht. Möglicherweise wäre eine positive Äußerung zu legalen Bengalos ein erster Schritt, um den angekündigten Dialog mit den Fans zu suchen.