was zur hölle

Es ist ein Wunder: Marien-Statue weint Olivenöl

OK, ein paar Dinge wären da noch zu klären, wir haben aber schon mal Tomaten, Mozzarella und Basilikum rausgeholt.

von Jelisa Castrodale
25 Juli 2018, 4:00am

Symbolstatue, die leider kein Olivenöl weint | Foto: Jim, the Photographer | Flickr | CC BY 2.0

Mitte Mai an einem Sonntagmorgen begann die Jungfrau Maria zu weinen. Als dann eine Woche später immer noch die Tränen flossen, machte die Nachricht die Runde: In der katholischen Kirche unserer Jungfrau von Guadalupe in Hobbs, New Mexico, ereignet sich ein Wunder. Zeitweise standen 100 Menschen an, um die weinende Bronzestatue mit eigenen Augen zu sehen.

"Es ist wundervoll", sagte Kirchenleiterin Judy Ronquillo gegenüber Associated Press. "Die Tränen sind nicht wässrig sondern eine ölige Substanz. Sie duften wie Rosen."

Nach einer Untersuchung der katholischen Diözese von Las Cruces, New Mexico, zeigte sich, dass die Tränen aus parfümiertem Olivenöl zu bestehen scheinen. "Wir haben festgestellt, dass es Olivenöl war, ein parfümiertes Olivenöl", sagte Bischof Oscar Catú gegenüber der Las Cruces Sun News. "Einige Zeugen sagten, es würde nach Rosen riechen – also ähnlich wie das Öl, das ich jedes Jahr segne und weihe, das wir für Taufen, Konfirmationen und für die Ordination von Priestern benutzen"

Und bis jetzt konnte noch niemand erklären, warum Maria das Olivenöl aus den bronzenen Augäpfeln fließt. Cantú sagte, dass Kirchenmitarbeiter das hohle Innere der Statue untersucht und nichts als Spinnenweben gefunden hätten. Er schließt dementsprechend aus, dass sich im Inneren irgendeine Öltränen-Vorrichtung befinde.

Die Kirche hatte auch den Hersteller der Statue kontaktiert und gefragt, ob irgendwelche öligen Substanzen beim Guss zum Einsatz gekommen waren. Tropften da vielleicht Wachsrückstände? "Sie versicherten uns, dass sich unmöglich irgendwelche Flüssigkeit in der Bronze gehalten haben konnten", so Cantú. "Das sind einige Tatsachen, die wir geklärt haben."


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Der nächste Schritt, sagte der Bischof, sei es, festzustellen, ob tatsächlich übernatürliche Kräfte am Werk sind. "Wenn es übernatürlich ist, ist es dann Gott? Oder ist es ein böser Geist?", sagte er. "Wir glauben an gefallene Engel und wir lehnen diese ab. Die Schrift hat uns gelehrt, dass sie unzufrieden sind und alle anderen unzufireden machen wollen –manchmal verwenden sie Methoden, die ziemlich gerissen sein können."

Es liegt jetzt bei der Katholischen Kirche – und letztendlich bei Papst Franziskus – festzustellen, ob die Gemeindemitglieder ein göttliches Wunder erlebt haben oder sich jemand einen Streich erlaubt. Zu voreilig sollte der Bischof den Vatikan allerdings nicht kontaktieren. 2012 glaubten Kirchgänger im indischen Mumbai einem modernen Wunder beizuwohnen, als eine Jesus-Statue zu weinen begann. Gläubige pilgerten zur Kirche Unserer Lieben Frau von Velankanni und brachten zum Teil sogar Behälter mit, um ein paar der vermeintlichen heiligen Tränen zu sammeln.

Dann besuchte Sanal Edamaruku die Kirche und erkannte, dass ein verstopftes Abflussrohr der Grund für die Jesus-Tränen gewesen war. "Das war Abwasser, das wegen defekter Rohrleitungen aus der Wand sickerte", erklärte er dem Guardian zufolge. "Für Menschen, die das für ein Wunder hielten, stellte es eine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar." Edamaruku wurde schließlich wegen Blasphemie angezeigt, erhielt Todesdrohungen und verließ Indien in das weniger gottesfürchtige Finnland.

Wir hoffen, dass es der Marienstatue in New Mexico besser ergeht – vor allem für alle, die von ihren Tränen gekostet haben.

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