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Der Anfangsbuchstabe deiner Chat-Nachricht verrät mehr über dich, als du denkst

Wenn eure Freunde das nächste Mal einen Termin absagen, könnte es sich lohnen, auf den Anfangsbuchstaben ihrer Absage zu schauen.

von Louise Matsakis
01 August 2017, 8:17am

Bild: shutterstock | Screenshot: Facebook Messenger

Ein Freund schreibt mir, dass er gerade unterwegs ist. Doch das ist wahrscheinlich gelogen, schließlich ist der erste Buchstabe seiner Nachricht klein geschrieben – ein deutlicher Hinweis darauf, dass er die Nachricht vom Computer verschickt hat.

Denn sowohl iPhones als auch die meisten Android-Geräte schreiben automatisch das erste Wort in einem Satz groß – egal welche App man zum Chatten benutzt. Diese Einstellung kann man sehr leicht ändern, aber das macht fast niemand. Auf dem Desktop schreiben Chat-Dienste wie Slack oder Skype Nachrichten hingegen nicht automatisch groß. Für iMessage gibt es diese Einstellung zwar auch auf dem Computer, aber die meisten Leute haben sie deaktiviert.

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Durch diese Voreinstellungen haben sich zwei unterschiedliche Kommunikationsformate herausgebildet, die sich zwar nur minimal unterscheiden und doch sehr viel über den Absender einer Nachricht preisgeben: Beginnt eine Nachricht mit einem Großbuchstaben, signalisiert das, dass die Nachricht von einem Smartphone aus gesendet wurde. Beginnt sie mit einem Kleinbuchstaben, wurde sie höchstwahrscheinlich am Computer getippt. Deine Groß- und Kleinschreibung kann deinem Gegenüber also mehr über dich verraten, als in deiner Nachricht steht.

Wenn ich beispielsweise meine Kollegin über Slack etwas frage und ihre verzögerte Antwort "Ja" statt "ja" lautet, dann weiß ich, dass sie gerade nicht an ihrem Schreibtisch sitzt - ohne dass sie mir das schreibt. Und wenn der Kumpel, mit dem ich gleich verabredet bin, plötzlich "Haha" statt "haha" schreibt, weiß ich, dass er jetzt los gegangen und auf dem Weg zum Treffpunkt ist.

An dieser Antwort stimmt doch was nicht | Screenshot: Facebook Messenger

Der Trick mit dem Großbuchstaben funktioniert jedoch nicht immer. Denn natürlich kann es sein, dass dein Gegenüber die Nachricht vor dem Absenden noch einmal überarbeitet hat. Ich selbst habe auch schon akribisch darauf geachtet, dass meine Chat-Nachrichten an Kollegen mit Kleinbuchstaben beginnen, damit sie nicht wissen, dass ich gerade unterwegs bin. Oder aber dein Gegenüber hat auf dem Desktop die automatische Kleinschreibung am Satzanfang deaktiviert – doch diese Mühe machen wohl nur die wenigsten.


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Dass es uns überhaupt auffällt, ob ein Satz mit "a" oder "A" anfängt, ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass wir zu viel über Bildschirme kommunizieren. Aber es ist auch ein interessantes Beispiel dafür, auf welch subtile Weise Smartphones oder Computer den Informationsgehalt unserer Nachrichten beeinflussen können, ohne dass wir es merken.

Du dachtest vielleicht, dass in deiner Nachricht nur "sorry, ich schaffe es zeitlich nicht, bin noch unterwegs" steht. Dabei verrät das kleine s am Satzanfang, dass du wahrscheinlich gerade zu Hause vorm Laptop hängst und einfach lieber Netflix guckst.