Tattoos

Zwei Tätowiererinnen erklären, wo Tattoos am meisten wehtun

Spoiler: Deine Arschbacken sind für dein erstes Tattoo nicht geeignet.

von Kyle MacNeill
13 Februar 2019, 3:43pm

Symbolfoto: Simon Dack News | Alamy Stock Photo

Zwei Dinge sind bei Tattoos immer zu beachten: Die Tinte unter deiner Haut hält normalerweise dein komplettes Leben (Ausnahme: schlecht gestochene Stick'n'Poke-Tattoos). Und es kann einfach verdammt wehtun.

Klar, Millionen Menschen auf der Welt sind voll mit Tattoos. Da kann man denken, dass es so schlimm schon nicht sein kann. Trotzdem: Auf einem Quadratzentimeter deiner Haut befinden sich im Schnitt rund 170 Nervenenden. Und eine Tattoo-Nadel sticht pro Minute zwischen 50 und 3.000 Mal unter deine Haut. Das heißt: Ein Besuch im Tattoostudio wird nie so entspannt sein wie ein Sonntag im Spa-Bereich.

Aber wo genau tut es denn nun am meisten weh und wo am wenigsten? Um das herauszufinden, habe ich mich mit zwei Tätowiererinnen unterhalten. Wir sind gemeinsam den Körper auf einer Schmerzskala von Kopf bis Bein durchgegangen.

Kopf und Hals

Die Tätowiererin Keely Rutherford
Foto: bereitgestellt von Keely Rutherford

Für mich ist eigentlich klar, dass dieser Bereich super schmerzhaft sein muss – zumindest wenn ich daran zurückdenke, wie doll es zwiebelte, als ich früher überall mit dem Kopf gegen gelaufen bin. Die 23-jährige Tätowiererin Poppy Segger, bekannt aus der TV-Serie A Tattoo to Change Your Life , meint: "Auf meinem Hals und auf meinem Hinterkopf hat es richtig wehgetan, ein unangenehm stechender Schmerz." Der Rest des Kopfes sei aber klargegangen: "Meine Tattoos da oben sind aber auch klein und im Gesicht."


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Keely Rutherford findet den Schädel selbst am schmerzhaftesten. "Ich habe selbst zwar erst wenige Tattoos in dem Bereich gestochen. Aber bei meinen Freunden mit Kopftätowierungen scheint es oben mehr wehgetan zu haben als an den Seiten", erzählt die 35-jährige Tätowiererin aus London.

Und der Hals? Da sind sich die beiden halbwegs einig. Rutherford fand das Schmerzlevel "ziemlich schlimm", Segger sogar "unerträglich grauenhaft".

Oberkörper

Keely Rutherford Tattooing
Foto: bereitgestellt von Keely Rutherford

Bist du sehr schmerzempfindlich? Dann solltest nochmal hart darüber nachdenken, ob du wirklich das Herr der Ringe-Schloss über deine gesamte Brust tätowiert haben willst. Segger und Rutherford halten nämlich beide diese Stelle für besonders unangenehm. "Bei mir war’s richtig schlimm. Auf dem Brustbein tätowiert zu werden, fühlt sich an, als würde man lebend aufgeschnitten werden", erzählt Rutherford. Klingt ... angenehm.

Segger sieht es ähnlich: "Mein Torso ist fast komplett zutätowiert. Ich kann sagen: Der Bauch, der Rücken und die Brust – das tut alles super weh. Im Bauchnabel ist es kaum auszuhalten." Außerdem unterschieden sich die Schmerzen bei Männern und Frauen. Segger sagt: "Der Brustbereich ist bei Frauen empfindlicher. Ich hatte oft die Erfahrung, dass Männer Tattoos auf dem Oberkörper besser aushalten."

Arme

Poppy Segger Tatto Artist
Foto: bereitgestellt von Poppy Segger

Das hier ist der Körperbereich für Tattoo-Neulinge: "Abgesehen von der Bizeps-Innenseite und dem Ellbogen geht der Arm voll klar", sagt Rutherford. Wo es allerdings richtig schmerzt, sind die Achselhöhlen. "Schon in Achselnähe fängt es an zu zwiebeln", erzählt Segger. Rutherford sagt: "Ich fand die Achselhöhle an sich OK, aber unmittelbar um die Achsel herum war es richtig unangenehm!"

"Die Handgelenke? Definitiv die schmerzhafteste Stelle!" – Tätowiererin Poppy Segger

Der Horror waren für Segger aber die Handgelenke. "Definitiv die schmerzhafteste Stelle – obwohl auch der Rest meiner Arme zutätowiert ist", sagt sie. "Ich hatte echt das Gefühl, als ob jemand meine Hände abschneidet. Richtig übel!"

Unterkörper

Poppy Segger Tatto Artist
Foto: bereitgestellt von Poppy Segger

Männer sind vielleicht im Brustbereich nicht so schmerzempfindlich wie Frauen, dafür haben sie laut Segger an den Beinen weniger Glück: "Die meisten Frauen haben bei Tätowierungen auf den Schienbeinen nicht so viele Probleme, weil die Beinform anders ist."

Es gibt aber eine Stelle, bei der alle gleich viel leiden: "Arschbacken täuschen", warnt Segger. "Viele Leute gehen davon aus, dass der Fettanteil Schmerzen mindert. Aber die Haut am Hintern ist super empfindlich – gerade in dem Bereich, in dem Backen und Oberschenkel zusammenkommen."

Rutherford drückt es folgendermaßen aus, als ich sie nach der schmerzhaftesten Stelle frage: "Der Hintern! Scheiße, man kann nicht anders, als ihn die ganze Zeit anzuspannen!"

"Der Hintern! Scheiße, man kann nicht anders, als ihn die ganze Zeit anzuspannen!" – Tätowiererin Keely Rutherford

Das Fazit

Unterm Strich zwickt so ungefähr jede Körperstelle beim Tätowieren – auch, weil die Schmerzintensität immer von Haut- und Körpertyp abhängt. "Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders", erklärt Segger. "Manchmal spielen da sogar Faktoren wie das Alter und das Geschlecht mit rein."

Aber egal wie jung oder alt, schlaff- oder dickhäutig du auch bist, eine Sache ist klar: Dir einen leuchtend roten Koi-Karpfen mit einer Nadel ins Sitzfleisch jagen zu lassen, wird immer höllisch wehtun.

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