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Noisey Blog

Wichtige Fragen an die zwei Frauen, die bei King Diamond dachten, sie würden Modest Mouse hören

Festivals sind verwirrend.

Foto: Chad Wadsworth

Musikfestivals sind verwirrend. Abgesehen davon, dass man ständig von Branding, überteuertem Essen, überteuerten Drinks, überteuertem Merchandise, Bros, Security und einem nahezu unendlichen Anteil an Arschlöchern bombardiert wird, muss man sich auch noch dauernd Bands anschauen, deren Zeit vorbei ist, die aber unbedingt noch etwas rausquetschen wollen. Außerdem werden deine Tage von etwas diktiert, was sich „Timetable“ nennt.

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Manchmal spielt deine Lieblingsband auf der Monster Energy Drink-Stage um 16:45 Uhr, während deine andere Lieblingsband auf der Absolut-Snickers-Stage um 16:55 Uhr spielt. WAS SOLL MAN DA ALS FAN TUN? Abgesehen von dieser Sophie’s choice-artigen Situation, verliert man bei sowas natürlich schnell die Orientierung. Natürlich gibt es Karten. Aber wie soll man ein mehrfach gefaltetes Blatt Papier lesen können, wenn man um 14 Uhr angefangen hat zu trinken?

Zwei Frauen, die bei einem Festival in Texas vor mir in der Menge standen, waren offenbar ein Opfer dieser Festival-Konfusion.

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Bereits seit einer Stunde wurde die Black Stage des Festivals für den Auftritt der Metal-Legende King Diamond in einen satanischen Hochaltar verwandelt, inklusive verschiedener Plattformen, einem Eisernen Tor und zahlreichen anderen dämonischen Elementen und Kostümen. Und für nahezu eine Stunde standen zwei Frauen vor mir, eingerahmt von tausenden fanatischen King Diamond-Fans. Fünf Minuten vor der Show dreht die eine Frau ihren Kopf zu ihrer Begleiterin und sagte, wie eine Studienanfängerin am ersten Uni-Tag: „Scheiße, das ist nicht die Orange Stage.“ Sie machten sich dann von dannen, Richtung Orange Stage, wo zu dem Zeitpunkt Modest Mouse spielten.

Ich habe nur sieben Worte aus dem Mund dieser beiden Frauen gehört, und doch haben sie sich in meine Gehirn eingebrannt und verfolgen mich seitdem. Ich habe so, so viele Fragen. Da zumindest die Möglichkeit besteht, dass diese beiden Frauen das hier aus irgendwelchen Gründen lesen, möchte ich ein paar dieser Fragen an die beiden aufschreiben.

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Zuallerst mal: WIE? Wie zum Teufel standet ihr knapp eine Stunde, also länger als eine Folge Frasier, vor einer Bühne ohne die zahlreichen unfassbar auffälligen Zeichen zu erkennen, dass ihr gleich eine Metal-Band und keine Indie-Kapelle sehen werdet? Zum Beispiel…

Waren die riesigen, beleuchteten Pentragramme und umgedrehten Kreuze nicht ein ziemlich starkes Indiz dafür, dass das nicht die Stage war, auf der Modest Mouse spielen sollten? OK, zu der Verteidigung der Frauen: Die Pentagramme und Kreuze waren teilweise durch eine riesige Plane verdeckt. Aber andererseits…

Warum sollten Modest Mouse eine riesige Plane für ihre Bühne brauchen? Es ist ja nicht so, als würde es sich lohnen die Bühne geheimnisvoll zu verdecken, um dann spektakulär zu enthüllen dass sie eine Mützen und Sakkos tragen.

DAS hier lohnt es zu verdecken. Foto: Greg Giannukos

Sogar wenn ihr die Pentagramme und die umgedrehten Kreuze übersehen habt—waren die tausenden Metalheads um euch herum nicht Beweis genug? Metalheads sind grundsätzlich einfach zu erkennen. Stell dir einfach jemanden vor, der Modest House hört. Und dann stell dir das genaue Gegenteil vor.

Schals sind nicht furchteinflößend. Satanismus schon.

Wie erklärt ihr euch, dass jeder um euch herum das Gesicht wie eine Leiche bemalt hatte? Ich kann mir das einfach nicht erklären!!! Habt ihr euch nichts dabei gedacht, dass alle um euch herum so ausschauten?

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Keine Modest Mouse Fans. Foto: Dave Mead

Gehen wir mal davon aus, dass ihr sogar die Leichengesichter übersehen habt: Deutete die Tatsache, dass die Menschenmenge um euch herum ständig „King! King! King“ schrie, nicht irgendwie darauf hin, dass dort als nächstes nicht Modest Mouse spielen würden? Ich weiß nicht viel über die Männer von Modest Mouse, aber heißt einer von ihnen King? Ich schätze mal nein. Eher so etwas Langweiliges wie Joshua, Isaac oder Wilmbert. OK, vielleicht nicht Wilmbert, aber sicher auch nicht King.

Ernsthaft, so würden sich Modest Mouse Fans NICHT anziehen. Foto: Dave Mead

Hat irgendjemand bei Modest Mouse eine Triple-Bypass-OP überlebt, nur um danach weiter zu rocken wie ein unverwüstliches Stück Stahl? Weil King Diamond nämlich eine Triple-Bypass-OP überlebt hat, nur um danach weiter zu rocken wie ein unverwüstliches Stück Stahl.

Führen Modest Mouse quasi ein Theaterstück mit zahlreichen creepy Charakteren auf? King Diamond tut das. Er bringt eine uralte Oma, eine sexy Marionetten-Frau und andere Figuren mit.

Foto: Chad Wadsworth

Führen Modest Mouse dazu, dass ihr euch Satan näher fühlt? Denn wenn es eine Broadway-Show gäbe, die Satan gewidmet wäre, wäre das ein King Diamond-Konzert.

Hattet ihr Spaß? Selbstverständlich verurteile ich euch nicht dafür, dass ihr euch lieber Modest Mouse statt King Diamond angeschaut habt. Jeder soll das hören, was er will. Manche Menschen schauen sich gerne ein zweistündiges Musical an, bei dem ein 58-jähriger mit einem dreifachen Bypass den Antichristen feiert. Andere Menschen wollten sich diesen „Float On“-Song anhören. Ich hoffe, ihr hattet Spaß.

Foto: Greg Giannukos