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Und jährlich grüsst die Langeweile – Die ersten Bands fürs Greenfield 2018

Vollbeat und The Offspring kommen zum vierten Mal, Rise Against zum dritten mal und Limp Bizkit zum zweiten mal.

von Daniel Kissling
23 Oktober 2017, 2:01pm

Foto: Greenfield

Update: Wir hätten gerne etwas Neues zum Greenfield erzählt. Aber leider würden wir heute genau dasselbe ankreiden, wie schon in unserem Artikel aus dem Jahr 2015. Deswegen hier einfach die ersten Acts für 2018 (bisherige Auftritte am Greenfield in Klammern), ein Statement vom Greenfield, wieso sie immer dieselben Bands buchen und die Bitte, etwas zu ändern, damit wir dasselbe nicht auch nächste Jahr machen müssen.

Volbeat (3), Limp Bizkit (1), Rise Against (2), The Offspring (3), Broilers (1), Bullet for My Valentine (4), The Hives (4), Arch Enemy, Eisbrecher (1), Alexisonfire, Korpiklaani, Asking Alexandria, Brian Fallon & The Howling Weather, Zeal & Ardor, OOMPH!, Talco (2), Stick To Your Guns, Bury Tomorrow (2), Stray From The Path, Moose Blood und Culture Abuse

Michael Andai, Pressesprecher des Greenfields: "Wir sind jedes Jahr bestrebt, alles was Rang und Namen hat und verfügbar ist im Bereich Rock, Metal und Punk aufs Greenfield Festival zu buchen. Die Resonanz auf unsere erste Bandankündigung ist dieses Jahr ausserordentlich positiv. Das gibt uns doch das Gefühl, den Geschmack unserer Fans auf Neue getroffen zu haben."

Derzeit motzen alle wieder darüber, dass bereits die Schoko-Weihnachtsmänner aus den Regalen der Läden brummeln. Zurecht muss ich sagen, doch was dabei oft vergessen geht: Der Detailhandel ist bei Weitem nicht die einzige Branche, die uns mit einer gefühlten Ewigkeit an Vorlauf auf gewisse Ereignisse in der Zukunft einstimmen will, denn die Konkurrenz schläft nicht. Über die Bikini-Trends für 2016 berichtete zum Beispiel Die Welt schon, als der letzte Sommer gar noch nicht vorbei war.

Auch immer früher um die Gunst der Konsumenten—wobei man diese immer noch gepflegt Gäste oder Publikum nennt—buhlen die Festivalveranstalter. Der Markt ist hart umgekämpft, gerade in der Schweiz, wo die Open-Air-Dichte höher ist als sonst wo auf der Welt. Daneben locken auch Trips ins Ausland, wo die Tickets günstiger, die Events grösser und oft auch abgedrehter sind. Mehr als zwei, maximal drei Wochenenden Dauerbeschallung und Dauer-Exzess verkraften nur die wenigsten und so gilt in der Branche (wie überall): Wer zuerst kommt, kassiert zuerst.


Wiederkehrend wie die Bands, aber jedes Jahr neu – die Bierdosen-Kunstwerke am Greenfield:


Eröffnet hat den Kampf um Zeit, Kohle und die Nackenmuskeln der Massen letzte Woche das Sonisphere mit der Veröffentlichung der beiden Headliner Iron Maiden und Rammstein. Gestern nun holte das Greenfield Festival, der mehr oder minder direkte Konkurrent (es geht um verzerrte Gitarren und die beiden Anlässe liegen nur eine Woche auseinander), zum Gegenschlag aus: Eindrückliche 16 Bands, darunter auch ein Headliner, präsentierten die Macher gestern auf einen Schlag. Doch leider ist daran wirklich nur die Anzahl eindrücklich.

Volbeat als Headliner? Waren 2009 schon da. Und 2011. Und 2014 am Gampel. Und 2013 am Gurten und dazwischen auch mal im Hallenstadion. Überhaupt bestechen die heute veröffentlichten Namen vor allem durch eines: Wiederholung. 12 aus 16 Bands reisten schon mal ins Berner Oberland, davon 5 bereits zwei und 4 sogar ganze drei Mal, darunter Unkaputtbares wie The Hives oder die Punk-Legende Pennywise (die der Blick in seiner 60-Wörter-Meldung übrigens kurzerhand zu Metallern erhärtet).

Die Wiederkehr gewisser Acts ist bei einem Festival mit mehreren Bühnen und demzufolge einer Vielzahl an Bands unvermeidbar und kann ja auch was Schönes sein. Jedes Festival macht das und auch jeder Club, weil man die Bands als Booker mag, weil man weiss, dass sein Publikum sie mag oder weil sie gerade unterwegs sind und anfragen. Aber praktisch nur mit Altbekanntem werben? Da ist ja sogar McDonalds experimentierfreudiger als ihr, liebe Greenfield-Macher!

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Natürlich kann man auch aus anderen Gründen an Festivals gehen. Foto via Flickr | BITE RIDER | CC BY 2.0


Ironischerweise sind es dann gerade die (fürs Greenfield) neuen Namen, die etwas Würze in die Hackfleischmischung bringen. Die Stuttgarter Schmutzki etwa verfeinern ihren Deutschpunk mit britischem Indie und dem Retro-Glitzern der Neuen Deutschen Welle.

Oder Chelsea Deadbeat Combo: Kaum ein Greenfield-Gänger wird die Truppe kennen, doch sollte sich das schleunigst ändern. Die bierselige Gruppe aus Herzogenbuchsee hält sich nicht an Grenzen, schmeisst Hardcore, Punk, Post-Rock und Sludge zusammen und schlägt damit zumindest in Sachen Innovation die meisten anderen Bands auf dieser Liste.

Natürlich ist das erst der Anfang, noch nicht einmal die Hälfte der Acts. Bis nächsten Juni wird das Billing hoffentlich noch um ein paar Überraschungen und Raritäten ergänzt werden. Spannende Künstler gibt es da draussen, ob in der Schweiz oder anderswo, genug. Denn der traditionelle Schoko-Weihnachtsmann ist ja ganz nett, animiert aber weder zu ungeduldiger Vorfreude noch zum Early-Bird-Ticketkauf.

Die bisher bestätigten Bands für 2016 im Überblick (inklusive bisheriger Auftritt am Greenfield in Klammern):
Amon Amarth, August Burns Red (1), Breakdown Of Sanity (2), Bring Me The Horizon (1), Bullet For My Valentine (3), Cancer Bats (1), Chelsea Deadbeat Combo, Dropkick Murphys (2), Eisbrecher, Enter Shikari (2), The Hives (3), Jennifer Rostock (1), NOFX (2), Pennywise (3), Schmutzki, Trivium (3), Volbeat (2), Zebrahead (1)



Daniel war zweimal am Greenfield und teilt seine Erinnerungsfetzen mit euch auf Twitter.

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