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Respect, Mr Smith, Respect

Will Smith freestyled sich zurück ins Rap-Biz.
30.10.12

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich Will Smith Rap-Künste letztmalig beeindruckt hätten, vermutlich als er seine Single „Men In Black“ rausgebracht hat. Das war 1997 und wo ich gerade darüber nachdenke, fällt mir ein, dass ich damals zwar den Film gut, aber den Song von Anfang an ziemlich ätzend fand. Genau wie die Singles „Summertime“, „Gettin‘ Jiggy With It“, „Miami“, „Wild Wild West“ und alles, was da sonst noch so kam. Eigentlich fand ich vom Rapper Will Smith nur den Titelsong zu Fresh Prince of Bel Air cool und das lag wahrscheinlich eher an meinem damaligen Alter als an Smiths Rapstyles.

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Egal. Der Mann hat viele Platten verkauft, als Plattenverkäufe noch funktionierten, und er hat eine respektable Filmkarriere hinter sich, die mit Sicherheit längst nicht vorbei ist. Gerade vor diesem Hintergrund ist das Video, das am Wochenende auf einer Party in Miami entstanden ist, ziemlich cool: Will Smith steht da zusammen mit dem beatboxenden Doug E Fresh vor einem Mischpult und beginnt von der Leber weg zu freestylen. Und zwar ziemlich gut.

Ihr denkt, es ist normal für Rapper (oder einen Menschen, der sich als Rapper versteht), zu freestylen, aber die Fallhöhe ist für einen wie Will Smith extrem hoch. Ihm ist ja bewusst, dass jeder der Anwesenden, den Auftritt per Handy filmt. Und ihm ist bewusst, dass diese Videos sofort im Netz landen. Und ihm wird auch bewusst sein, dass es nichts peinlicheres gibt, als wenn sich jemand für einen fähigen Freestyler hält und dann versagt. Vor allem, wenn er ein Weltstar ist. Aber Smith bleibt locker und legt einen ziemlich guten Freestyle hin.

Was wiederum auch bedeutet, dass er in Übung ist. Denn Freestylen muss man üben und zwar immer wieder. Und das beeindruckt mich noch mehr. Das letzte Album ist 2005 (!) rausgekommen und zuletzt wirkte es eher, als wäre Big Willies Rapkarriere zugunsten der sehr viel lukrativeren Filmkarriere zu Ende gegangen. Ob dieser Auftritt vom Wochenende nun der erste Schritt Richtung Comeback ist, ist eigentlich egal. Aber Smith hat zumindest gezeigt, dass er es noch kann. Respekt.

Folgt Ayke bei Twitter: @tamidemusic