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Mykki Blanco ist eine bösartige Maschine

Mykki Blanco, der/die König/in des Queer-Rap, über Poeten und Trendhuren.
4.11.12

HipHop hat einen Künstler wie Mykki noch nicht gesehen. Die erste Welle der Aufmerksamkeit kam mit seiner Vorstellung als transsexueller Rapper neben anderen schwulen Rappern wie Zebra Katz, Le1f und House of LaDosha, die gerade von New York aus wüten. Wenn man sich ein bisschen mehr mit Mykki beschäftigt, findet man heraus, dass er in erster Linie ein Dichter ist, der schon ein Buch mit dem Titel The Silence Of Duchamp to The Noise Of Boys releast hat. Auf der Bühne vermischt er aggressive Lyrics. industrielle Beats, Psychrock, HipHop und Gothic-Fummel—natürlich mit der Intention zu schocken. Seine neueste Single „Haze.Boogie.Life“ ist gerade herausgekommen und obwohl der Hype um seine Person vielleicht abschwillt, wirst du Mykki-Boy und Mykki-Girl als facettenreichen Performancekünstler, der Barrieren einreißt, weiter beobachten können.

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Du warst früher unter deinem Namen Michael David Quattlebaum Jr. bekannt. Wann wurde Mykki Blanco geboren?
Die Mykki Blanco-Sache kam mit meiner eigenen Sexualität. Ich fing an, als Mykki zu performen. Die Leute waren sehr interessiert an mir, weil ich in einem komplett femininem Aufzug auf der Bühne stand und eine super theatrale Rock'n'Roll-Rapshow machte. Ich freue mich, dass ich diese Aufmerksamkeit bekam, obwohl ich diese ultra-feminine Performance gemacht habe. Mir ist es sehr wichtig, dass die Leute realisieren, dass es sehr vielseitig ist. Ich wollte nicht, dass die Homosexuellen denken, ich würde mich verändern, um kommerziell zu werden. Deswegen habe ich schon früh gesagt, dass ich meine nächsten Videos als Frau und Mann machen muss.

Kannten dich die Leute eher als Dichter, bevor du angefangen hast zu rappen?
Mit 14 habe ich an Gedichts-Vorlesungen teilgenommen und habe die Rolle als Dichter ernst genommen. Es gibt Schreiber, zu denen ich definitiv aufblicke wie Pablo Naruda, Sylvia Plath oder Bob Kaufman. In meinem Gedichtband From The Silence Of Duchamp To The Noise Of Boys wollte ich einfach alle Geschichten erzählen, die ich über die Jahre gesammelt habe.

Wie schaffst du es, deiner Kunst treu zu bleiben, während du gleichzeitig ein Teil der Musikindustrie bist?
Es geht einfach um harte Arbeit. Ich nehme mein Künstlerdasein sehr, sehr ernst, weil das der einzige Weg ist, wie ich Geld zu verdienen weiß. Ich finde, wenn du mit deiner Kunst Geld verdienen willst, dann musst du lernen, wie du deine Kreativität einem Publikum vorstellst, ohne dich dabei zu verändern, oder dich zu verraten. Du musst einfach nur solche Dinge verstehen, wie man sich selbst verkauft und was ein No-Go ist, was dich cheesy aussehen lässt. Ich finde, niemand darf kritisieren, wie jemand seine Karriere angeht. Man darf nur kritisieren, was am Ende rauskommt.

Da ist diese hypergeladene Aggression, wenn du auf der Bühne bist. Was beachtest du, wenn du auf der Bühne bist?
Zu Musik zu performen, die auf Beats basiert, aber wie ein Punkrocker abzugehen, ist, was meine Shows einzigartig macht. Obwohl ich rappe, habe ich alles wie eine Rockshow konzipiert. Ich bin auf der Bühne sehr theatralisch.

Performst du immer in Frauenkleidern?
Wenn ich manchmal als Mykki performe, habe ich keine feminine Kleidung an, manchmal ziehe ich lieber Gruftifetzen an. Aber du wirst mich nie mit einem weißen T-Shirt und Goldkette sehen. Je nachdem wie meine Laune ist ziehe ich mir High Heels und ein Kleid an, und bei einer anderen Show habe ich keine Lust da drauf und schminke mich schwarz um meine Augen und siehe ziemlich Black Metal aus.

Du hast gesagt, dass du beide Seiten in deinen Musikvideos behalten willst – Mykki Girl und Mykki Boy, mit wem arbeitest du, um sie zu kreieren?
Ich hatte das Glück mit sehr bekannten Leuten zusammenzuarbeiten, die ich kennengelernt habe und die wirklich an das glauben, was ich mache. Ich hatte die Möglichkeit mit Nick Hooker für mein Video „My Head is a Stone“ zu arbeiten, davor hatte er, glaube ich, etwas für Grace Jones gemacht, Mit Francesco Carrozzini am Wavvy-Video zu arbeiten war einfach großartig, weil wir uns dazu verschrieben haben, dass Video so zu machen, wie wir es auf dem Papier entwickelt haben.

Worüber bist du jetzt glücklich?
Ehrlich gesagt, dass ich international Fans habe, obwohl ich nur eine komische Kunst-Rock-EP, zwei HipHop-Singles und drei Musik-Videos draußen habe. Das ist unglaublich. Ich bin sehr froh, dass die Leute mich mögen. Und ich kann ehrlich sagen, dass die Musik, die bald von mir rauskommt, wirklich gut sein wird. Mein Motto ist: Erschaffe etwas, aber konkurriere nicht. Wenn du versuchst mit anderen Künstlern zu konkurrieren, wirst du immer verlieren, weil du dich in diese riesige Trendhure verwandelst. Niemand brauch die nächste Lady Gaga, sei einfach der, der du bist.