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Diese fünf Acts musst du am Frequency gesehen haben, um mitreden zu können

Welche Bands ihr euch trotz Vollrausches ansehen solltet, steht hier.
18 August 2015, 11:25am

Foto via VICE Media/ Oliver Capuder

Wir wissen, was ihr kommendes Wochenende machen werdet. Ihr werdet am Frequency sein, mit hundertausend anderen Irren, wie zum Beispiel uns. Und wenn ihr nicht physisch dort seid, dann mit dem Geiste. Es wird nämlich schwer sein, dem größten Festival Österreichs (jaja, nach dem Donauinselfest) ausweichen zu können. Euer Newsfeed wird voll davon sein, Instagram solltet ihr meiden, wenn ihr euch heuer keine Tickets leisten könnt. Und wenn ihr in St. Pölten wohnt, hoffen wir für euch, dass ihr euch schon auf die Invasion der Rausch-Zombies vorbereitet habt. Im besten Fall werdet ihr aber tatsächlich selbst vor Ort sein, selbst Zombie sein und euren Freunden—sofern es das Netz erlaubt—den Newsfeed vom Green Park aus verhauen.

Festivals folgen ja einem gewissen Muster: Man trinkt Bier, man stellt sein Zelt auf, man trinkt Bier, man trinkt mit Fremden Bier, man trinkt Bier, man geht abends irgendwann aufs Gelände und trinkt Spritzer. In diesem Ton geht es drei Tage durch. Weil im Delirium oft eines zum Anderen kommt, ist es schon passiert, dass nach dem Festival nichts anderes übrig bleibt, als der schlimmste Kater eures Lebens. Ihr habt keine der Bands gesehen, die ihr euch vorgenommen hattet und habt den Campingplatz nur verlassen, weil ihr euch verlaufen habt, als ihr nach Gras gesucht habt. Während eure Freunde bei der Heimfahrt von ihren Lieblingsmomenten mit euren Lieblingsmusikern erzählen, speibelst du immer noch ein bisschen auf dein T-Shirt, das du seit vier Tagen durchgehend anhast. Das ist nicht schön.

Selbst wenn ihr zu jenen Banausen zählt, die nicht wegen der Musik hinfahren (ihr gehört ja eigentlich auf Festivals verboten), solltet ihr euch zumindest diese Acts ansehen, um sagen zu können, dass ihr dabei wart. Wenn ihr eh wegen der Musik hinfährt, ändert es nichts daran, dass das die Bands sind, die ihr gesehen haben müsst, um mitreden zu können.

The Chemical Brothers

Auch wenn die Chemical Brothers am FQ 2011 gespielt haben, heißt das nicht, dass sie nicht auch 2015 zu einer jener Bands gehören, die man sich unbedingt ansehen sollte. Warum? Zum Beispiel weil Born in the Echoes, das achte Studioalbum der Chemical Brothers, ein mehr als würdiger Nachfolger von Further ist, weil die Chemical Brothers dir live den Atem aus deinem Organismus reißen und dein Körper anfängt, so viele Endorphine zu erzeugen, dass du Drogen aus deinem Leben streichen wirst. Wer die Brothers mal live gesehen hat, weiß, dass man noch so besoffen vor ihnen stehen kann—am nächsten Tag wirst du dich noch an jedes Detail des Konzerts erinnern können. Dabei ist es scheißegal wie die Setlist aussehen wird, ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Auch wenn Rowlands und Simons nicht mehr unbedingt als Trendsetter der Stunde bezeichnet werden können, macht sie das nicht weniger relevant. Ihre Show zählt zu den energetischsten, die ich jemals sehen durfte. Die Chemical Brothers werden euch Kopf und Herz verdrehen.

Kendrick Lamar

Dass Kendrick Lamar endlich nach Österreich kommt, ist für viele schon jetzt das Highlight dieses Jahres. Mit To Pimp a Butterfly hat er uns es auch schwer gemacht, uns vor Vorfreude nicht anzupissen. Der 28-jährige Rapper hat die Stoßgebete seiner österreichischen Fans erhört und ich traue mich vorrauszusagen, dass Kendrick das gesamte Frequency auf ein anderes Level heben wird. Und das aus dem simplen Grund, dass er die Gegenwart und die Zukunft eines Genres ist, in dem es sonst nur um Hoes und Weed geht. Außerdem: Wer will das Konzert von einem Typen verpassen, der wahrscheinlich das Album des Jahres gemacht hat? Ehrlich, solltet ihr es tatsächlich schaffen, ihn zu versäumen, weil ihr mit einem Typen namens Engelbert Trichter gesoffen habt, wird euch das nicht nur zum Spott des guten Geschmacks machen, sondern euch ein Leben lang daran erinnern, dass ihr das einzig Gute, das euch passieren hätte können, hinter einen höllischen Kater gestellt habt.

Linkin Park

Ihr glaubt wir machen Witze? Manchmal schon, aber das hier meinen wir sehr ernst. Wer sich letztes Jahr auf Helge Schneider gefreut hat, der kommt auch heuer auf seine Kosten. Nach zehn warmen Bier und einem Tequilla-Menü kann es nur eine Band geben, die man sich zur eigenen Belustigung ansehen sollte. Diese Band macht irgendwas zwischen Nu Metal, Electro-Pop und Scherz und hat seit „In the End“ anscheinend tatsächlich noch Singles und Alben veröffentlicht. Außerdem habe ich mir von meinem Kollegen sagen lassen, dass Linkin Park jetzt so wie Coldplay klingen. Also komischen Club-Pop machen, der lame genug ist, um auf Ö3 auf und ab gespielt zu werden. Das klingt nach viel zu viel Spaß, um sie sich nicht anzusehen. Linkin Park kommen in dieser Aufzählung übrigens deshalb nach Kendrick Lamar, weil sie auch am Frequency nach Kendrick Lamar auf der gleichen Bühne, spielen. Wie ist das nur möglich? Wie?!

K.I.Z.

Fallt es euch auch auf? Das heurige Frequency könnte ziemlich lustig werden. Eigentlich wäre das ja auch mit K.I.Z. so. Auf Hurra, die Welt geht unter ist das ein bisschen anders. Das neueste Studioalbum der Berliner ist aber ernster und ja, zeitweise fast ein bisschen traurig. Aber wer nach vier Jahren Album-Pause zurückkehrt, darf sich schon auch mal verändern. Dass es mit K.I.Z. trotz weniger Punchlines sehr unterhaltsam wird, wissen wir nicht erst seitdem wir mit ihnen auf einem Panzer durchs Dorf gefahren sind.

Band Roulette

Alles können und wollen wir euch dann doch nicht vorkauen. Lasst euch treiben, bleibt bei einem Act hängen, von dem ihr noch nie zuvor gehört habt, lauft zu Interpol, denkt dabei an eure erste große Liebe (was auch bedeuten würde, dass ihr vermutlich schon zu alt für Festivals seit, aber who cares) und heult euch die blutunterlaufenen Augen aus dem Kopf. Hofft, dass TV on the Radio ihre Version von „Heroes“ spielen, die es übrigens schon lange vor Game of Thrones gab, ihr Nerds. Oder seht euch Casper an, wenn ihr mal in ihn verliebt wart oder es seid. Oder Major Lazer—solltet ihr schon am ersten Tag schlecht drauf sein und mit eurer Zeltnachbarin gestritten haben. Macht irgendwas davon, aber macht es.

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