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Diese legalen Drogen bekommst du in Wien

Pflanzen, die dich high machen, aufwecken, geil machen und wieder einschlafen lassen.

von Alessa Däger
18 Februar 2016, 11:50am

Alle Fotos von der Autorin

Schon seit Menschengedenken werden Substanzen verwendet, um einen Rauschzustand hervorzurufen oder den Geist beim Nachdenken zu unterstützen. Elche fressen alte, gärende Früchte, die vom Baum gefallen sind, um sich zu besaufen. Auch Bienen fühlen sich von gärenden Früchten magisch angezogen. Betrunkene Wächterdrohnen werden dann aber von den anderen aufgehalten, den Bienenstock zu verteidigen, bis sie wieder nüchtern sind. Kapuzineräffchen fressen halluzinogene Tausendfüssler und Rentiere mögen Fliegenpilze. Australische Wallabies plünderten Berichten zufolge sogar ganze Mohnfelder, um drauf zu sein. Es scheint also ganz natürlich zu sein, ab und zu sein Bewusstsein mit verschiedenen Mittelchen zu verändern. Auch (viele) Menschen lieben den Rausch in all seinen Formen und Farben.

Bei uns sind Kaffee und Alkohol die am weit verbreitesten psychoaktiven Drogen. Ohne Kaffee würde unsere Gesellschaft wahrscheinlich zusammenbrechen oder nicht mehr ganz so schnell funktionieren. Um dem Alltagsstress standhalten zu können, brauchen viele von uns diverse Aufputscher. Der Alkohol wird dann bei uns verwendet, um am Wochenende oder abends eben diesen Stress zu vergessen und sich zu beruhigen obwohl Alkohol biochemisch wahscheinlich zum Schlimmsten gehört, was du deinem Körper antun kannst. Aber er ist nun mal gesetzlich zugelassen und überall zu bekommen.

Die Natur stellt uns aber noch andere Pflanzen zur Verfügung, die nicht nur gesund sind, sondern auch verdammt high machen können. Damit sind nicht nur Pilze und Gras gemeint. Es gibt eine Vielfalt an psychoaktiven Stoffen, die du ganz legal zu bekommst. Du wirst deshalb sicher nie am Karlsplatz mit „Brauchst blauen Lotus, herst“ angesprochen werden. Lass dir auch niemals einreden, dass das blaue Zeug, das du dort bekommst, wirklich blauer Lotus ist. Wir haben für dich diese verschiednene legal high-Heilpflanzen in Wien ausfindig gemacht und uns über ihre Wirkung informiert. Solltest du eine dieser legalen Drogen ausprobieren, wovon wir dir abraten, sei vorsichtig, da Dosierung und Wirkung schwer einzuschätzen sind.

Die Muntermacher (Kaffee-Ersatz)

Guarana


Alle Fotos von der Autorin (außer angemerkt)

Stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und ist eine Kletterpflanze mit weißen Blüten. Das Guaranapulver hat mit 4,2 einen sehr hohen natürlichen Koffeingehalt, gibt also extra Energie und verringert den Appetit. Das Koffein in Guarana wird vom Körper gleichmäßiger und besser aufgenommen, als normales Koffein aus Kaffee.

Kolanuss

Kolanuss kickt dich wach, weil sie ein stark erregendes Mittel ist. Wenn man Kolanuss vor Mahlzeiten einnimmt, wird die Verdauung angeregt und der Geschmack verbessert. Man kann sie auch zum Abnehmen verwenden, weil der Energieverbrauch des Körpers steigt. Außerdem enthält Kolanuss Theobromine, die beispielsweise auch in der Schokolade enthalten sind und glücklich machen. Bei höheren Dosierungen kannst du aber nicht mehr ruhig sitzen bleiben.

Weed-Ersatz

Combretum

Das südostasiatische Kraut wurde erst 2013 vom westlichen Kulturkreis entdeckt und hat seither viele Anhänger gefunden. Die Pflanze wird bis zu zehn Meter lang und wächst vor allem in sumpfigen Gebieten, zum Beispiel kann man es am Ufer des Mekong finden. Sie ist sehr rar und wird daher im Westen noch nicht in Massen verkauft. Combretum wirkt beruhigend und macht happy – kann gekaut oder geraucht werden.

Wild Dagga

Dieser südamerikanische Strauch heißt eigentlich Wilder Hanf. Bei den Buschleuten werden die Blüten direkt von Büschen gerupft und in einem Maisblatt geraucht. In Afrika gilt es als die beste Alternative zu Cannabis, weil es so günstig und weit verbreitet ist. Es wirkt berauschend, euphorisierend und macht fröhlich, ist aber nicht so stark wie Mariuhana selbst.

Die schweren Kaliber

Kratom

Dieses Baby stammt aus den Regenwäldern Süd-Ost-Asiens und wurde dort ursprünglich als Mittelchen, das bei der Arbeit unterstützen soll, verwendet. Es dockt an die Opiatrezeptoren an und der Effekt ist nach fünf bis zehn Minuten spürbar und dauert ein paar Stunden. Man kann einen relaxten und traumähnlichen Zustand erreichen, dabei aber den Sinn für Aktivitäten behalten. Es wurde auch lange als Opium-Substitutionsmittel benutzt. Kratom wirkt in geringen Dosen sehr, sehr aufputschend, in hohen Dosen aber sehr, sehr beruhigend (eben Opium-like).

Kanna

Das Pulver, das aus der Pflanze gewonnen wird, kann man mit „natürliches MDMA“ beschreiben, weil es ein Serotonin-Aufnahmehemmer ist. Es wurde schon von den Ureinwohnern Südamerika als Genussmittel benutzt. Kanna verbessert die Stimmung und reduziert Ängste. Bei einer höheren Dosis sorgt es für ein euphorisches Gefühl und eine intensive Verbundenheit mit der Umgebung. Man kann es schnupfen, rauchen oder als Tee trinken. Zuerst wirkt es körperlich stimulierend, nach einer Stunde mehr entspannend. Nach zwei Stunden ist der Effekt abgeklungen.

Sida cordifolia

Symbolfoto via Flickr I zoyachubby I CC by 2.0


Auf den Westindischen Inseln wird dieses Gewächs, auch Sandmalve genannt, seit 2000 Jahren als Heilpflanze angebaut. Sie fühlt sich auch in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Brasilien wohl. Ihre Samen enthalten Synephedrin. Die Wirkstoffe wirken sehr sehr stark anregend, entzündungshemmend und fiebersenkend. In Afrika wird sie gegen Husten und Lungenerkrankungen, Malaria und Syphilis sowie als Wundheilmittel und Aphrodisiakum eingesetzt. Ist in Österreich nicht für den Verzehr von Mensch und Tier geeignet, anschauen dürft ihr es aber.

Kava Kava (Drink of Peace)

Symbolfoto via Flickr I Marco Verch I CC by 2.0

Die Kava-Kava-Pflanze, ist seit Jahrhunderten von Neu-Guinea bis nach Australien in Gebrauch. Auf Hawaii wurden rund 30 verschiedene Kavasorten für medizinische, religiöse, politische, kulturelle und soziale Zwecke von allen Klassen genutzt. Kava hatte dort eine ähnliche Rolle wie Bier als Feierabendgetränk zum Entspannen und Lockern der Muskeln und der Stimmung. Es wirkt beruhigend, ausgleichend und stimmungsaufhellend. Es ist in Österreich nicht für den Verzehr von Mensch und Tier geeignet, anschauen dürft ihr es aber.

Rauschminze

Wird am indischen Subkontinent schon seit Jahrhunderten verwendet und gilt dort als Wunderkraut. Sie ist in den Steppen Zentralasiens zu finden und wird auch „berauschendes Hasenlippenkraut“ genannt. Rauschminze wirkt entspannend und macht euphorisch. Konsumenten berichten von leichten Sinnesänderung. Das Kraut ist außerdem blutungsstillend und schmerzlindernd. Die Einnahme erfolgt in Form eines Tees.

Sassafras

Die Rinde vom Sassafrasbaum wurde schon in präkolumbianischen Zeiten von Indios als Tee getrunken. Das darin enthaltene Safrol ist auch ein Rohstoff, der zur Herstellung von MDMA verwendet wird. Er bewirkt starke Stimulation, erregte Erotik, Wahrnehmungsveränderungen und tiefe Empfindungen im emotionalen Bereich. Außerdem säubert er das Blut, verbessert das Hautbild und reinigt die Leber. Jackpot.

Die Sedative

Mulungu

Die Blüten des brasilianischen Mulungu Baumes haben einen stark beruhigenden Effekt und werden als mildes Sedativ eingesetzt. Mulungu wird auch „Korallenblume“ genannt, weil die Blüten knallorange sind. Es beruhigt die Nerven und hilft bei Schlaflosigkeit. Traditionell wird er auch gegen Depressionen und Angst eingesetzt. Die Baumrinde hilft aber auch noch bei Nikotin- oder Drogenentzügen, weil man ruhiger wird. Es nimmt die Rastlosigkeit.

Wilder Lattich

Die älteste Darstellung des Lattichs ist eine ägyptische Grabbemalung, die auf 4.500 v. Chr. datiert wird. Die Wirkung lässt sich mit Opium vergleichen, sie ist aber leichter und nicht süchtigmachend. Wilder Lattich entspannt, macht leicht euphorisch und träumerisch. Man kann ihn sowohl rauchen, als auch als Tee trinken.

Die Hart- und Feuchtmacher

Yohimbe

In der westafrikanischen Volksheilkunde wird die Rinde als stark potenzerhöhendes Mittel verwendet. Es stimuliert und vergrößert den Blutstrom (ephedrin-artig) und verleiht dir Antrieb. Es kommt auch in Europa häufig in der Sexualmedizin zum Einsatz, weil es so anregend wirkt. Zur Einnahme kocht man einen Tee daraus.

Catuaba

Das berühmteste der südamerikanischen Aphrodisiaka, dem die Tupi Indianer in Brasilien sogar zahlreiche Lieder gewidmet haben. Es gehört zu den beliebtesten Pflanzen Südamerikas. Der Catuaba-Baum ist mit der Coca-Pflanze verwandt und soll sexuelle Erregung verstärken und zu Wahnsinnsorgasmen führen. Catuaba wird mit Wasser aufgekocht und als Tee getrunken.

Blauer Lotus

Ist eine Wasserpflanze die schon im alten Ägypten als heilig galt und nur Pharaonen vorbehalten war. Die Effekte sind narkotisch und euphorisch. Höhere Dosen können aber auch zu leichten Halluzinationen führen. Die Pflanze wirkt luststeigernd und manche sagen dem Tee aus blauem Lotus einen Viagra-ähnlichen Effekt nach.

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