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chiraq

Lil Durk solltest du besser nicht beefen

Wie seine Buddies Chief Keef und Young Chop kommt auch Lil' Durk aus den Schlachtfeld, das die Rapper stolz Chiraq nennen. Und so benimmt er sich auch.

von Miles Zornig
09 Mai 2014, 10:00am

Wie oft Rapper in ihren Texten klarstellen, dass besser keiner mit ihnen „ficken“ sollte, ist schwer zu sagen. Denn sie tun es verdammt oft. Wenn man ehrlich ist, gibt es für die meisten Musiker keinen Grund, sofort nervös zu werden, sobald ein paar Rap-Kollegen bedrohlich rüberkommen. Bei Chief Keef und seinen Jungs sieht das etwas anders aus. Wer mit der Musik von Keef und seiner Glory Boys Entertainment-Crew vertraut ist, weiß, dass in diesen Kreisen aus einem verbalen Gefecht schnell tödlicher Ernst werden kann. Ihre Heimat nennen sie schon lange nicht mehr Chicago. Chiraq heißt der Ort, an dem sie aufwuchsen, eine Stadt, in der vor allem die South-Side schnell zum Schlachtfeld verschiedener Gangs werden kann.

Wie seine Homies Chief Keef und Co. macht auch Lil' Durk kein Geheimnis daraus, was sich in seiner Hood Englewood abspielt. Auch er wuchs mitten in dem Kriegsgebiet auf, das immer wieder zum Thema seiner Songs und Videos wird, in denen er gerne beweist, wie gut seine Homies und er mit Waffen umgehen können. Und dass die Knarren aus dem Spielwarenladen um die Ecke kommen ist eher unwahrscheinlich. Da macht auch der ganze Autotune Durk keineswegs softer. Es ist genau dieses harte Auftreten in Kombination mit seinem einzigartigen, melodischen Flow, der den 21-jährigen Rapper über die letzten zwei Jahre so prominent gemacht hat.

Erstmals richtig Lärm machte Durk vor sieben Jahren, als er seinen ersten Song „Sneak Dissin’“ veröffentlichte. Auf YouTube sammelte Durk innerhalb kürzester Zeit ein paar Tausend Views, was für den Youngster ein klares Zeichen dafür war, seine Leidenschaft für Basketball an den Nagel hängen zu müssen, um sich auf eine Rap-Karriere zu konzentrieren.

Anders als sein Partner Chief Keef nahm Durk sich Zeit mit seinen Veröffentlichungen, denn sein erstes Mixtape I’m A Hitta, das Durk über sein eigenes Label OTF (Only The Family) veröffentlichte, erschien erst im August 2011, was wahrscheinlich ein Grund dafür war, dass Leute ihn bis dahin wieder vergessen hatten und das Mixtape auf wenig positives Feedback stieß. Nachdem er im selben Jahr noch knapp drei Monate wegen Waffenbesitzes im Knast landete, musste Durk schnell zurück ins Studio, um die Straßen mit mehr Songs füttern. Nochmal sollte er nicht aus dem Gedächnis vieler potentieller Fans verschwinden, ein neues Mixtape musste her, ein Follow-Up, das er I’m Still A Hitta nannte und mit dem Durk im April 2012 einen Volltreffer landete. Untermalt wurde Durks Flow auf dem Tape nicht nur von Instrumentals des Drill-Paten Young Chop, sondern auch vom Produzenten Paris Bueller, mit dem Durk erstmals auf „L’s Anthem“ zusammenarbeitete, ein Song, dessen Remix vier Monate später die Namen von vier etablierten Rapper zieren sollte.

Mit Yo Gotti, Juelz Santana, Meek Mill und Future hatte er sich vier Features gesichert, die ihm zum letzten Schritt an die Spitze verhelfen sollten. Denn nach dem Release von I’m Still A Hitta klopfte schon Def Jam an Durks Tür, versorgte ihn mit einem Vertrag, worauf im Oktober 2012 sein drittes Mixtape Life Ain’t No Joke und im Mai 2013 ein weiterer Deal mit French Montanas Label Coke Boys folgte. Endlich konnte Durk endlich mit den größten Rappern konkurrieren.

Und das tut er auch ein Jahr später noch. Denn wie letzte Woche bekannt wurde, hat Lil’ Durk Beef mit Young Money-Rapper Tyga. Dieser soll Durk nach mehrfachen Versprechen, auf einem von Durks Songs als Feature aufzutreten, den Rapper aus Chicago plötzlich ignoriert und nicht mehr auf seine Nachrichten geantwortet haben. Angeblich, weil Durk Tygas Freundin in einem Song beleidigt haben soll. Das musst Durk erstmal alles auf einem Song ansprechen und klarstellen, dass Tyga keinen Ärger mit Durks Team will. Groß beeindruckt hat Tyga das nicht—der antwortete ein paar Tage später prompt mit einem eigenen Diss. Wollen wir hoffen, dass es bei einem Wortgefecht bleibt.

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