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Fünf Gründe, weshalb die neue Platte von Happy Mondays nicht unbedingt verkacken muss

Hey ihr Musik-Snobs, das muss keine Scheiße sein.
30.7.12

Die Happy Mondays veröffentlichen eine neue Platte. Yeah, Skinny, Fatty und denjenigen, die tatsächlich die Musik machen, reicht die Kohle der Reunion-Tour nicht mehr aus. Also stellen sie eine neue Platte zusammen, die alle schon als „Scheiße“ abstempeln, bevor sie überhaupt erst raus ist. Das war zu erwarten. Die einzigen Re-Union-Alben, die nach längerer Pause erschienen sind und jemals funktioniert haben, sind das Comeback von Descendents mit Everything Sux und Blink 182's Pop-Punk Album für Erwachsene im letzten Jahr. Schon weißt du, wie ich die 90iger verbracht habe, ne?!

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Leicht wär’s hier zu sitzen die Entscheidung der Mondays niederzumachen, durch die vorauszusagenden Reaktionen der Musikpresse Selbstmord zu begehen. Ich bilde mir allerdings ein, Musik gegenüber positiv eingestellt zu sein, die von arroganten Vollidioten niedergemacht wird, bevor sie sich diese überhaupt erst angehört haben. (Was ich dieses Jahr am häufigsten gehört habe? Die drei kürzlich erschienen Mixtapes von Tommy Hilfigers Sohn und Slipknots-Djs-Soloalben— decent Weekend/Drake type soppy rap und classic `94 era ragga jungle, also Take it, Musik-Nerds.)So. Ich werde nun einige positive Aspekte aufführen, die eintreten könnten, falls dieser verdammte Haufen Unsinn, den sie gerade aufnehmen, jemals das Tageslicht sehen sollte.

1) Sean hatte immer eine schmierige Art an sich. Das ist mehr oder weniger sein Ding. Aus diesem Grund erfreuen wir uns an seiner gelegentliche Präsenz in Panel-Shows, würden allerdings nie unsere Freundinnen bei einer Dinner-Party neben ihn setzen. Er war schon 1992 ekelhaft, fett und widerlich—also stell dir das Ganze um zwanzig Jahre, viele Schmerztabletten, Bier und zerplatzte Träume älter vor. Er packt jemandem im Frühstücksfernsehen an den Arsch und seine Lyrics klingen wie heitere, aber widerwärtige Beleidigungen eines murmelnden Penners, nachdem du ihn von deinem Tisch im Pub verscheucht hast. Ich amüsiere mich jetzt schon köstlich.

2) Ist Pete Doherty immer noch ein Thema? Falls er es sein sollte, dann wette ich, dass er auf der Platte zu hören ist. Einfach aus dem Grund, weil er eine Fotze ist und sich gerne einem Bündel nordischer, harter Kerle anschließt. Indem er das tut, wird er sich definitiv selbst als schmieriges Anhängsel präsentieren, eine weiche Schwuchtel aus dem Süden, die er selbstverständlich auch ist. Dann wird er während der Tour herumjammern und irgendetwas Erbärmliches wird passieren, sodass Sean ihm in den Arsch treten wird, dafür, dass er sich wie eine Muschi verhalten hat. Das wäre fein.

3) Jedes Promo-Videointerview, wer auch immer aus der Band es macht, sollte eine Warnung für den 32-Jährigen in deinem Leben sein, der immernoch regelmäßig MDMA frisst. Die sabbernde Aussprache mag deinen selbsternannten „Fun-Guy“-Freund davon überzeugen, dass 15 Jahre Drogenkonsum in der Freizeit für jeden genug ist und er sich endlich auf sein verkacktes Leben zu konzentrieren sollte.

4) Es besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Madchester-Revival-Schweinerei kommt. Also schustert BBC3 eine grausame Dokumentation zusammen, in der selbstgefällige Journalistenarschlöcher herausschreien „ICH WAR DA“. Und die schwächlichen Absolventen der Oxford Universität vom Guardian beteuern, niemals etwas Interessanteres gemacht zu haben, als zur Hacienda 1989 zu gehen. Und die ganze Zeit über wirst du daran erinnert, dass der Tod des geschriebenen Wortes tatsächlich nicht das Schlimmste ist.

5) Ähm, hast du jemals gedacht, dass auch nur die geringste Chance bestehen würde, dass es eine verdammt gute Platte sein könnte? Was wäre, würde es eine düstere Version alter Mondays sein, als klar war, dass die ganzen psychedelischen Drogen und der Alkohol sie vollkommen zerstört haben und sie inzwischen vollkommen paranoid klingt. Wie würde es sein, wenn Bushwick Bill von Geto Boys (übrigens einer der liebsten Rap-Gruppen Seans, kein Kommentar) einen Gastauftritt auf dem Track hätte? Oder wenn vielleicht ein abgefucktes Manchester-Kid, das sie getroffen haben, da er Sean einmal Heroin verkauft hatte, 16 Bars für ein gruseliges Ding macht? Was wäre wenn sie Jason Pierce für die Produktion bekommen würden und alles verträumt und anmutig machen würden? Könnte Damon Albarn etwas Nützliches daraus machen? Was wäre, wenn sich die Leute auf XL damit befassten und etwas Magisches erzeugen würden? Die Möglichkeit besteht, etwas Authentisches und Interessantes zu kreieren. Ich wette aber, dass sie es verkacken und nur einen Menge alte Scheiße produzieren werden.

Trotz allem, wir wär's wenn ihr euch erstmal hinsetzt, die Platte von vorne bis hinten hört und den Jungs eine Chance gebt, liebe Musik-Klugscheißer. Vielleicht ist sie doch nicht so schlecht ..?