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Das war das Air + Style in Innsbruck

Der moderne Gladiatorenkampf. Nicht Mann gegen Mann, sondern Mensch gegen Physik.
8.2.16

Foto via Facebook.

Dieses Jahr musste man in Innsbruck nicht lange suchen, um als Wintersportenthusiast Interessensgefährten zu finden. Sie sind überall und tragen auffallenden Stoffkopfschmuck, denn es ist Air + Style. Dieses Jahr zum ersten mal nicht auf der Bergisel Flugschanze, sondern auf dem Areal der Olympiahalle. Unter freiem Himmel wurde eine 41 Meter hohe Rampe aufgebaut, das Lineup mit Hochkarätern besetzt, die Bar eröffnet. Alles Ingredienzen für einen super Apres-Board Cocktail.

Ein Boarder nach dem anderen stürzt sich diese riesen Rampe hinunter, rein für das Gaudium der Zuseher. Der moderne Gladiatorenkampf. Nicht Mann gegen Mann, sondern Mensch gegen Physik. Die Physik der Natur machte dem Ganzen leider am Ende auch einen Strich durch die Rechnung: Das Finale des Wettbewerbs musste aufgrund heftigen Windes abgesagt werden. Gewonnen haben dann ein paar verdutzte Nordmänner, denn das Ergebnis der zweiten Runde zählte.

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Für die Zuseher war das ganze halb so wild, das musikalische Booking war nämlich exzellent. Headliner waren die Trommel&Bass-Lieferanten Rudimental. Ein sogenanntes „Musikerkollektiv" die etwas von eh allem machen. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist dass sie wirklich wirklich gut sind, trotz „ein Bisserl von eh allem". Dem Publikum eingeheizt haben neben dem Starkföhn auch noch Sido, bei dem die Menge keine Mitsinggrenzen mehr kannte und unsere Lieblingschaoten von K.I.Z. Sum41 haben mitten am Nachmittag auf der KroneHit Bühne gespielt. Ist das noch Punk oder schon wieder Punk? Skateboardfahren ist eh der besser temperierte Bruder des Snowboardens. Weiters gabs für den Musikgeneigten Besucher noch Elektro von Großstadtgeflüster, Flows von Blumentopf, Party von SDP und Feelgood-Geklampfe von den Sunset Sons.

Unser Wahlintoxikant Spritzwein gab es an der Bar leider nicht, es gibt nur Bier und Red Bull. Der Extremsportkapitalismus macht auch vor dem lauschigen Tirol nicht halt. 2017 soll alles noch größer und aufregender werden, vielleicht stellen sie diesmal einen Panzer und keinen Opel ans Ende der Schanze. Irgendwo haben wir glaube ich einen Glühweinstand gesehen.

Alle Afterpartys waren dann eh überdacht, Camo & Crooked kamen mit ihrer Zeitgeist Albumrelease-Tour nach Innsbruck. Als das Set losging wussten wir noch nicht wie Tanzverschwitzt unsere Thermounterwäsche sein würde, als die Sonne wieder aufging. Unterm Strich trotz, oder gerade wegen, des Wetters ein sehr gelungenes Air + Style. Die andere Location hat dem Ganzen keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Alles war wirklich größer und besser, nächstes Jahr bitte mehr davon.

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