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Interviews

Hardcore Sneakerheads—Ja verdammt, Turnschuhe haben was mit Hardcore zu tun

Wir haben mit den Hardcore-Veteranen von H2O, Bane und Terror über ihre Liebe zu Sneakern geredet und geklärt, wie das zum eigentlich so konsumkritischen Hardcore passt.

von Andy Wall
23 März 2016, 9:00am



Alle Fotos: Andy Wall

Sneaker sind ein Phänomen. Egal, ob im Mainstream oder der Subkultur, überall gibt es Leute, die ihrer Liebe zum Turnschuh exzessiv nachgehen. Und natürlich gibt es auch in der ansonsten doch so konsumkritischen Hardcoreszene viele Sneakerheads—genauso, wie es Typen gibt, die das wiederum scheiße finden. Sneaker hätten doch gar nichts im Hardcore verloren und früher war doch eh alles besser.

Stimmt so natürlich nicht. Denn selbst in den alten Hardcore-Bands gibt es Musiker, die schon sehr darauf achten, mit welchen Schuhen sie auf die Bühne steppen. Was, ihr wollt Beweise? Wir haben zusammen mit Toby Morse von H2O, Aaron Bedard von Bane und der gesamten Terror-Crew unsere Sneaker abgefeiert und sie gefragt, inwieweit Sneaker zu Hardcore gehören und wie scheißegal es ihnen eigentlich ist, wie böse du Nike findest.

Toby Morse von H2O

Noisey: Man hört immer wieder Beschwerden, dass es im Hardcore nur noch darum geht seine teuren Sneaker zu präsentieren. Wie lange sind Sneaker schon ein Thema in der Szene?
Toby Morse:
Es heißt immer Nike sei ganz was Neues im Hardcore. Ist es nicht! Nike ist seit Jahrzenten in fast jedem Musikgenre vertreten. Der Nike BW Air Max Persian Violet war der erste Sneaker, den die Hardcoreszene für sich entdeckt hat.

Ray Cappo hat damals schon Huarache, Air Force 1 und Jordan Hi-Tops auf der Bühne gerockt. Es gab Viele aus der Szene, die aussahen wie Skinheads, aber Sneaker trugen—die wurden Sneakerskins genannt. Das war sowas wie die Verschmelzung von B-Boy und Hardcore in der New Yorker Szene. Sneaker und Hardcore ist nichts Neues und es wird immer da sein.

Ab wann waren Sneaker für dich ein Thema?
Ich habe damit angefangen, als die Bones Brigade anfing, mit den Jordan 1 zu skaten. Die waren damit immer im Thrasher Mag zu sehen und in ihren Videos. Schau dir mal den Instagram-Account von der Bones Brigade an, da haben die viele von den alten Fotos, auf denen man gut sehen kann, wie alle Jordans beim Skaten rocken. Damals war ich noch nicht vegan und hatte auch welche aus Leder, heute ist mein ganzer Kram aus Canvas.

Am Ende eures Albums Nothing To Prove sagt euer Bassist Adam Blake, dass du die größte Sammlung an ungeöffneten Nike Sneakern an der Westküste besitzt. Wie viele Paar Sneaker hast du?
Ich nenne keine genau Zahl, um den Mythos aufrecht zu erhalten. Keine Ahnung. Nicht so viele, wie du vielleicht denkst. Ich habe nicht mehr so viele wie vor acht Jahren, als das Album rauskam. Viele von den Paaren, die ich doppelt hatte, habe ich verkauft und jetzt geht es mir eher um Qualität als um Quantität. Manche Paare habe ich gekauft und dann Jahre nicht getragen. Vom Air Max 1 steht nur noch ein Paar in meinem Regal, das ist verrückt. Air Max 90 besitze ich gar nicht mehr. Die habe ich immer getragen, aber die sind mir mittlerweile zu klobig. Roshes habe ich mehr als alles andere. Da sind auch besondere Modelle dabei, nach denen ich lange suchen musste. Aber um nochmal auf die Frage zurückzukommen: So viele sind es gar nicht, du wärst überrascht. Ich hab so 35 Paar aus meiner Sammlung, die ich zur Zeit trage. Die stehen alle nebeneinander und ich guck mir dann aus, welche ich anziehe.

Siehst du deine Sneaker auch als eine Art Wertanlage? Viele machen ja ein gutes Geschäft mit seltenen Teilen.
Wenn ich ein Model nicht sofort tragen will, zwinge ich mich manchmal selbst, den Karton wegzuschmeißen, damit ich die Schuhe nicht wieder verkaufen kann und dann selber trage. Von den Supreme Jordans habe ich zwei Paar. Davon will ich später eins meinem Sohn Max schenken. Die werden bestimmt mal was wert sein. Das andere Paar trage ich selber. Aber an sich sind Schuhe dazu da, getragen zu werden und nicht um anderen Sneakerheads die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Wenn ich mal ein Paar überhaupt nicht tragen will, dann gebe ich sie zurück oder verkaufe sie zum Originalpreis. Aber ich habe keine Lust, Leute über den Tisch zu ziehen mit Schuhen, weil ich auch nicht will, dass man das mit mir macht.

Wie viel Kohle gibst du dafür aus?
Keine Ahnung, wie viel ich für Sneaker ausgebe und ich will es auch gar nicht wissen. Ich genieße das einfach, mir tut das gut! Ich bin von nichts abhängig, außer von Tattoos und Sneakern und das ist okay. Aber ich habe noch viel mehr Tattoos als ich Sneaker habe, das ist sicher.

Ja, aber dafür sind da auch Tattoos von deinen Lieblingssneakern dabei. Kannst du dich für einen All Time Favourite Sneaker entscheiden?
Ich mag Air Max 1 sehr gerne und die Jordan AJKO. Air Max 90 sind auch cool. Die finde ich aber, wie gesagt, zu klobig. Ich denke der Air Max 1 ist es, ist definitiv ein Klassiker. Der Air Force 1 ist aber auch geil, mit dem bin ich aufgewachsen. Der Schuh ist sehr New York und wird übrigens auch The Uptown genannt. Ich kann mich nicht entscheiden, deswegen nehme ich alle drei. Air Max 1, Jordans und Air Force 1, das sind meine drei Favoriten ... Nee, pass auf! Weißt du, was einer meiner Lieblingsschuhe war? Das war der Nike Cortez! Der war in Boyz n the Hood und anderen West-Coast-Filmen zu sehen und ist einfach ein Teil von LA´s Kultur. Die habe ich jahrelang getragen, aber in New York war es immer zu kalt dafür und dann bin ich nach LA gezogen. Die trage ich bis heute. Der Schuh, den ich jetzt gerade trage, ist so was wie eine Cortez-Roshe-Variation und ist superleicht. Das sind auch meine Stagekicks.

Wenn dir dein Onfeet Game so wichtig ist, wie entscheidest du dann, welche Sneaker du mit auf Tour nimmst?
Ich nehme immer eine Tasche mit fünf oder sechs Paar Sneakern mit auf Tour. Dieses Mal habe ich Hi-Top Vandals dabei, meine brandneuen Jordan Melitia Green, Roshe LD, ein Paar Roshes und dann noch ein Paar Nike Free, falls ich Bock auf Workout habe.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass du von Nike gesponsert bist, stimmt das so?
Das ist jetzt ein bisschen anders. Der Typ, der sich um mich gekümmert hat, ist nicht mehr in den Staaten. Das alles hat aber so 2003 mit meiner anderen Band Hazen Street angefangen. Wir haben wen aus unserer Szene kennengelernt, der da angestellt war und sich seitdem eben um uns gekümmert hat. Die Verantwortlichen haben dann immer mal wieder gewechselt und jetzt bekomme ich immer noch Zeug, aber es ist nicht mehr so, wie als mein Kumpel Tim da gearbeitet hat. Shout Out an Tim. Es ist immer noch großartig! Ich kaufe zwar viel selber, aber wenn ich mal ein Modell nicht finden kann, dann habe ich immer wen, an den ich mich wenden kann. Es ist einfach cool, wenn man hin und wieder was von einer Marke bekommt, die man gerne mag. Mittlerweile senden mir viele Skatebrands Sachen für meinen Sohn. Der rockt jetzt Nike SB, Huf, DC ... Die ganzen Brands von meinen Freunden schicken ihm Zeug. Das ist aber schon so, seitdem er ein kleines Kind war. Es gibt ein Bild, auf dem er verdammte Air Force 1 trägt und erst ein Jahr alt ist. Seine ganzen Schuhe habe ich alle aufbewahrt. Er hat sogar die Frankenstein Dunks, an die man sonst kaum rangekommen ist und die Spiderman Dunks. Er hat schon coole Teile und liebt Sneaker sehr. Mein Sohn rockt gerade sieben Paar und er ist erst zwölf, irgendwie ist das abgefuckt. In seinem Alter hatte ich nur ein Paar Schuhe. Immerhin trägt er die Dinger bis sie ihm von den Füßen fallen. Nicht mal ich trage meine so lange wie er.

Manche mögen Sneaker, manchen sind sie egal und wieder andere verteufeln Marken wie Nike als böse Unternehmen. Wie siehst du das?
Niemand rennt barfuß rum und warum soll man seinen Füßen nicht was Gutes gönnen dürfen und einen Schuh auswählen, der eine bequeme Sohle hat? Es geht doch darum, dass man sich wohlfühlt und nicht nur um Mode. Und für einen Typen im mittleren Alter sind Sneaker sehr bequem. Zum Leben, zum Skaten. Nike hat mich nie enttäuscht—das ist, warum ich Nikes so liebe. Klar hört man den ganzen Mist über Nike als Ausbeutungsbetrieb und so, aber man muss sich auch im Klaren sein, dass auch Converse zum Unternehmen gehört und Vans wohl auch in denselben Fabriken herstellen lässt. Da wird immer gerne drüber geredet, aber so gesehen ist alles böse, was man kaufen kann. An sich ist es nur ein blöder Schuh! Es gibt keinen Grund, sich deswegen aufzuregen oder in irgendwelchen Schlangen zu stehen und darum zu kämpfen. Ich stand einmal Schlange um die Lance Armstrong Air Max 1 zu bekommen und ich will das nie wieder machen. Das war echt schräg, dafür habe ich mich zu alt gefühlt. Wenn du Bock hast, dafür viel Geld auszugeben, ist das cool und wenn nicht, dann eben nicht. Es sind nur Schuhe.

Aaron Bedard von Bane

Erzähle mal, warum Sneaker so eine große Rolle für dich spielen und wie das alles angefangen hat für dich!
Du willst über Sneaker sprechen? Klar! Ich liebe Basketballsneaker seitdem ich ein Teenager war. Ich weiß nicht, es war so eine Mischung aus zwei Dingen, für die ich etwas übrig hatte. Zum einen Basketball mit den Chicago Bulls und Michael Jordan und zum anderen HipHop. Ich fand HipHop wirklich geil. Ich komme aus einer sehr ungemütlichen Stadt namens Worcester, wo damals viel Style auf den Straßen unterwegs war und ich fühlte mich immer dazu hingezogen, wie diese Kids sich gekleidet haben. Im Prinzip habe ich schon große Basketballschuhe getragen, bevor Youth-Crew-Kids damit angefangen haben. Als das Beides dann zusammenkam, fühlte sich das wirklich gut an für mich. Seitdem trage ich Jordans und Nike Air Force 1 und es hat sich herausgestellt, dass beide perfekt zum Touren sind. Die haben diesen Riemen um den Knöchel und ich habe sehr schwache Fußgelenke vom jahrelangen Skaten und Rumspringen auf der Bühne mit Bane. So kann ich die Treter dann richtig festzurren und loslegen. Außerdem finde ich die Optik cool. Das Design ist clean und ästhetisch. Also trage ich nun seit Jahren Air Force 1 Hi-Tops, Jordan 3, Jordan 4 und Jordan 5. Ich finde einfach, das sind die freshesten Sneaker, die es gibt.

Das klingt nach einer Menge Durchlauf. Welches war dein erstes Paar Sneaker, auf das du wirklich stolz warst?
Es war 1985, als ich mein erstes Paar Jordan 1 von meinem ersten Gehalt, von meinem ersten Job überhaupt, gekauft habe. Damals habe ich Geschirr abgewaschen und wurde immer nur sehr unregelmäßig bezahlt. Als ich dann nach ein paar Wochen endlich bezahlt wurde, bin ich sofort los und habe mir ein riesengroßes Boston Bruins Eishockey Trikot gekauft und die OG Jordan 1, die schwarz, rot, weißen Jordans. Das war mein großer Moment. Im nächsten Jahr habe ich mir dann Jordan 2 geholt.

Denkst du manchmal darüber nach, ob es scheiße ist, so große Mainstreamfirmen zu unterstützen?
Es ist hart für mich! Klar widert es mich an, in so eine kommerzielle Gier hineinzubezahlen, aber ich trinke auch Coca Cola, ich kaufe in Supermärkten ein und ich fahre in Autos rum. Es ist nicht so einfach, kein Teil dieses Systems zu sein, wenn du in dieser Welt lebst. Jeder muss für sich selber aussuchen, welchen Herausforderungen er sich stellen kann und möchte. Ich tue viele Dinge, die mich nicht unbedingt zu einem guten Menschen machen. Ein Kompromiss, den ich nie eingehen könnte: keine Jordans tragen. Das ist, was mich ausmacht, seitdem ich fünfzehn bin. Es ist einfach ein zu großer Teil meines Lebens. Manche machen es aber auch genau umgekehrt und geben nicht mehr so viel auf Basketballschuhe und tragen beispielsweise tierfreundlichere Produkte oder Vans, um Nike nicht mehr zu unterstützen. Das ist alles okay für mich und ich respektiere das total, aber das bin einfach nicht ich. Das ist einfach zu weit weg von meiner Persönlichkeit und meiner Verbindung zu—gar nicht mal Hardcore—, aber da wo ich herkomme und meiner eigenen Geschichte als Kid, das Basketball, Wu-Tang-Clan und HipHop liebt und immer nur Klamotten tragen wollte, die es für cool hielt.

Die komplette TERROR-Crew

Was waren eure ersten, coolen Sneaker?
Alle:
Reebok Pump!
Jordo: Ja, da gab es die weißen, die grünen und die schwarzen. Wenn man die Wahl hatte, hat man auf jeden Fall die schwarzen genommen. Ich hatte schwarze mit ein bisschen grün drauf. Das waren meine ersten coolen Schuhe.
Martin: Warte ... Ich hatte so schwarze und die Pumpe war dann wie ein Basketball.
Nick: Keine Ahnung, ich hatte weiße, von irgendwelchen anderen Farben weiß ich nichts.
Martin: Aber auch schon davor hatte ich coole Sneaker. Mein Vater war ein stylischer Typ. Mein Bruder und ich hatten dann schon in den frühen Achtzigern Jordans und sowas an. Damals habw ich da aber überhaupt noch nicht drüber nachgedacht, jetzt sind die irgendwie cooler geworden. Heute schenken die Leute Jordans viel mehr Aufmerksamkeit als damals.

Warum waren Reebok Pump so ein Thema bei euch allen, wart ihr alle auf derselben Schule oder was?
Martin:
Das mit Reebok kommt glaube ich daher, dass wir alle zur gleichen Zeit aufgewachsen sind. Und damals waren wir eben alle in dem Alter, in dem wir angefangen haben uns für so was zu interessieren. Ich liebe Nike, aber es gibt so viel besseres Zeug. Also nicht unbedingt besser, aber eben auch cool.
Jordo: Ich erinnere mich auch nur noch an die Reebok-Ads. REEBOK PUMP! Und wenn dein Kind Sport gemacht hat, hieß es immer—damit kannst du viel höher springen.
Nick: Es gab damals allen möglichen Kram: British Knights, LA Gear ... Das war damals alles populär.
Martin: Ich hatte welche von La Gear, ich hatte British Knights, Reebok Pump und Jordans, also Nike. Irgendwie hatte ich das alles.
Jordo: Für lange Zeit—in meinen Teenagerjahren—war das Einzige, was ich getragen habe, Skatemarken. Damals war Skaten Thema für mich und so hab ich dann Etnies, DC und sowas gerockt.
Martin: Haha, das ist so Kanada! Kanada liebt Etnies und die dicken fetten Osiris Schuhe.
Jordo: Von Osiris hatte ich mindestens zwei oder drei Paar.
Martin: Von der 8. Klasse an habe ich die komplette Highschool nur Vans Skate Hi durchgetragen. So fünf Paar von genau dem gleichen Schuh in genau der gleichen Farbe.
Jordo: Ohja, so was habe ich noch vor den Reebok Pump getragen. Rote und türkise Converse, das waren in der ersten Klasse die heißesten Schuhe.

Wie viele Sneaker habt ihr alle so?
Martin:
Oh mein Gott, bitte lass Scott diese Frage beantworten! Wie viel Paar Sneaker hast du, Scott?
Scott: In Kartons oder ausgepackt? 100 ... Vielleicht.
Martin: Haha ... Also ich habe vielleicht so 15 Paar oder so.
Scott: Du hast mehr als nur 15!
Martin: Nee, das ist das Ding. Ich minimiere immer den Bestand.
Scott: Also mein Regal hat acht Fächer und es sind acht Regale ... Das sind wahrscheinlich sogar mehr als 100 Paar.
Nick: Ich habe 40 Paar oder so...
Scott: Egal, den geilsten Schuh hast du eh schon an. Air Max 1 ist der beste Sneaker.

Danke. Ich habe irgendwo gelesen, dass Air Max 90 mehr dein Ding sind.
Scott:
Ja, eine Zeit lang fand ich die echt cool, aber wenn ich die jetzt anziehe, sehen die immer so riesig aus.
Martin: Ja, die sind so weit und dick.
Jordo: Das ist mir auch irgendwann aufgefallen und dann habe ich angefangen, schmalere Modelle zu tragen.
Martin: Viele haben jetzt auch diese Lunarsohle. Neulich habe ich Lunar Air Force 1 geholt. Das sind einfach Air Force 1, aber eben mit dieser Lunarsohle. Das ist das bequemste, was es auf der Welt gibt.
Scott: Das ist gerade alles nicht meine Welt, ich habe jetzt Katzen und die essen gerne Schnürsenkel. Jetzt muss ich meine Sneaker hinter Türen verstecken.

Wie alt ist das älteste Paar in deiner Sammlung?
Scott:
Ach, ich weiß es nicht, ich bin nicht so einer. Ich mag alte Sachen nicht so lange behalten, ich trage die Sneaker lieber. Manchmal komme ich mir schon verrückt vor, weil ich Paare doppelt habe und niemals trage.

Jordo, wie viele Sneaker hast du?
Martin:
Du hast wahrscheinlich am wenigsten von uns allen.
Jordo: Nein, ich denke so gute 20 Paar. Von zehn Paaren habe ich mich gerade erst getrennt.
Martin: Da erkenne ich mich wieder, ich hatte so 40 Paar oder so und dann habe ich mein Zimmer mal ausgeräumt und bin alles losgeworden, was ich nicht mehr gebraucht habe. Shirts, die ich in den letzten 15 Jahren von Bands bekomme habe und so. Alles auf den Dachboden. Tja und da habe ich auch viele Sneaker abgegeben. Zum Beispiel an meinen Bruder, der trägt die auch gerne.

20 Paar ist aber schon ein ganz schöner Haufen oder?
Jordo:
Das ist definitiv mehr als der Durchschnitt hat.
Martin: Aber für uns ist das normal.
Jordo: Was ist sonst so normal, fünf Paar?
Martin: Ja fünf Paar ist normal. Da ist Toby von H2O! Toby, wie viele Sneaker hast du?
Toby Morse: Das Ding ist: Ich bin jetzt 45 Jahre alt und bereite mich mit „Qualität über Quantität“ auf meine 50er vor. Ich habe die ganzen Doppelten verkauft und minimiere jetzt den Bestand. Das ist mir auch ein bisschen unangenehm, das so zu sagen.
Martin: Ihr Typen seid so geil mit der Scheiße.
Jordo: Kaufst du dann zwei Paar gleichzeitig oder guckst du erst, ob dir das gefällt und dann kaufst du es noch ein zweites Mal?
Toby: Ja, so mache ich das, ich kaufe danach noch ein zweites Paar. So habe ich das mit den Supreme Jordans gemacht. Eins habe ich so gekauft und dann noch eins in London bekommen.
Martin: Die Dinger sind bestimmt irgendwann 2000 Dollar wert! Als ich so viel von meinem Zeug weggegeben habe, habe ich aber ein Paar von den Diamond Supply Dunks behalten. Die Low-Tops und die gehen bei eBay für mindestens 800 Dollar weg. Mindestens. Manchmal für 1200 oder 1500 Dollar.
Toby Morse: Ja, das ist schon krass manchmal. Wie viele Sneaker habt ihr alle? Scott?!
Scott: Hör mir auf. Wir haben da eben schon drüber geredet und ich bin gerade mehr damit beschäftigt, dass meine Katze die Schnürsenkel wegfrisst. Zur Zeit müssen alle Sneaker weggesperrt werden.

Kennt ihr das, wenn man einen Schnürsenkel ersetzen muss und es danach einfach nicht dasselbe ist?
Toby Morse:
Das ist scheiße.
Scott: Das stimmt, aber es gibt auch das genaue Gegenteil. Wenn der Sneaker danach durch die Farbkombination noch besser kommt.
Toby Morse: Genau. Ich mag das gerne, wenn man noch ein zweites Paar Schnürsenkel dazu bekommt, die dann zu einem anderen Teil des Schuhs farblich abgestimmt sind. Das liebe ich!
Scott: Aber ich weiß schon, was du meinst. Manchmal machst du die neuen Schnürsenkel rein und die sehen einfach nicht so aus wie vorher oder sind zu kurz oder zu lang.

Nachdem euer Album The 25th Hour rauskam, habe ich mit David darüber geredet, dass die Typo auf dem Artwork sehr an den „JUST DO IT“-Schriftzug von Nike erinnert. War das bewusst?
Scott:
Viele sagen unser Album sieht aus wie ein Nike-Ad.
Martin: Die Schriftart, die ich für Vieles von unserem Zeug benutze, ist dieselbe, die Nike auch benutzt. Zum Beispiel für den „JUST DO IT“-Slogan. Das ist die Futura Black.
Scott: Mir ist das vorher gar nicht aufgefallen, aber seitdem mich dann jemand darauf aufmerksam gemacht hat, erkenne ich es auch. Aber es war keine bewusste Entscheidung.
Martin: Absolut Vodka benutzt die Schriftart auch. Das ist einfach ein cooler Font.

Da war die Entscheidung, sich das NIKE Air Logo über die Fersen tätowieren zu lassen, schon bewusster, oder Scott?
Scott:
Ja definitiv. Ich wollte das Logo gerne genau auf den Hacken, da wo es im Prinzip auch auf dem Schuh drauf ist, aber der Typ hat gesagt, da würde es vielleicht schnell verblassen. Deswegen jetzt über der Ferse.
Toby Morse: Ich habe auch fünf Nike-Tats! Die solltest du auch fotografieren!
Martin: Du hast fünf?
Toby Morse: Ja, ich habe Air Force 1, ich habe einen Air Max 1, einen Roshe, auf jedem Fuß einen Swoosh. Sind schon ein Paar.
Scott: Die auf seinen Füßen sind wirklich cool!

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