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You Need to Hear This

Letztes Level: Bis der Endboss kommt—Die Bosstransformation von Kollegah im Selbstversuch

Nur noch ein paar Tage bis zum Abschluss der Transformation, vorher checken wir nochmal die Lage zu Cheatdays, Maße und der Beziehung zu Kollegah.

von Sebastian Cleemann
17 Dezember 2014, 1:25pm

Was bisher geschah: Unser Nachwuchsboss ist inzwischen in der letzten Phase angekommen und hat nur noch eine Woche bis die Transformation zum Boss endgültig abgeschlossen ist. Da wir nächste Woche alle mit Weihnachten und Ente essen beschäftigt sein werden, kommt das Schlussfazit erst im nächsten Jahr. Doch kurz vorher haben wir ihn noch mit ein paar Fragen gelöchert, denn solange er noch kein Boss ist, trauen wir uns das. (Alle bisherigen Teile lest ihr hier.)


Elf Wochen rum, eine zu stemmen. Man sollte meinen, dass ich rasend motiviert bin, so ganz kurz vor Schluss. Tatsächlich haut die letzte Phase nochmal ordentlich rein, bringt Wachstum und Schmerzen und Optik—und damit auch Antrieb. Aber je näher das Ende kommt, desto größer ist die Versuchung, einfach „So, reicht jetzt auch!“ zu sagen und hinzuwerfen.

Aber nein, wir ziehen das durch. Wir alle. Ich, die Körperschmieder, die Familie. Wir alle, hab ich gesagt. Punktlandung Weihnachtszeit. Um dann schön mit Rouladen, Gans und den Schokoladentellern der Kinder eine amtliche Fettglasur über die Muskeln zu legen. Eingeölt von innen!

Aber na klar, solange ich noch nicht Endboss bin, traut sich das Team Noisey noch, mich zu Zwischenupdates zu nötigen. „Wie ist es denn?“, fragen sie. „Kannst du noch?“, fragen sie. „Hier, Lauch, beantworte mal unsere Fragen!“

Ich geb euch Lauch.

1. Bester Moment der Bosstransformation

Der Tag, an dem du bemerkst, dass du an immer mehr Geräten das Gewicht nicht nach unten regeln musst, wenn du sie übernimmst. Der Tag, an dem dich die Highscoremechanik der ganzen Unternehmung packt. Und wenn der Trainingsplan in ein paar Tagen abgearbeitet ist… vielleicht krieg ich ja doch noch mein Körpergewicht von der Bank gedrückt?

Und: drei Monate Kraftsport und Low Carb haben meinen seit Jahren ziemlich hohen Blutdruck auf ein völlig normales Level gedrückt. Das klingt jetzt vielleicht nicht ganz so fancy, aber mit 35 darf man sich darüber schon von Herzen freuen.

Am letzten Freitag haben wir dann noch ein bisschen Fastbossblut abgenommen, um mal zu sehen, was die drei Monate sonst so mit mir gemacht haben. Ergebnisse dann spätestens zum Neujahrskater.


2. Schlimmster Moment der Bosstransformation

Zunächst natürlich der Moment, in dem du realisierst, dass du „die beste Form deines Lebens“ in einer Jahreszeit erreichen wirst, in der die amtliche Strandfigur sich entweder dick und unförmig einpackt oder erfriert.

Und: Wenn es Herbst ist und du Kinder hast, wirst du irgendwann krank sein. Naturgesetz. Vor zwei Wochen also zwei Tage Ausfall und ein dritter Tag, an dem die Beinpresse mir sagte, dass ich vielleicht doch besser wieder nach Hause gehe. Alles nachgeholt, na klar. Aber wieder reinzukommen hat bis jetzt die größte Überwindung gekostet.

3. Warum hasst du Kollegah?

Eventuell weil sein Anblick bei mir Todesangst erzeugt hat? Ach, wisst ihr, hier so auf dem Sofa daheim, am Rechner, ein Hüttenkäse im Bauch… Was ist denn schon Hass? Fragt mich doch gern noch einmal bei der sechsten Kniebeuge des dritten Satzes.

Was ich ihm immer noch übelnehme: Den Paprika-Spinat-Salat mit Tiefkühlspinat. Und jeden. Einzelnen. Ausfallschritt. Ausfallschritte. Der Paprika-Spinat-Salat unter den Trainingseinheiten. Es sind immer zu viele, sie fühlen sich immer falsch an, man kann sie nicht schnell genug hinter sich bringen.

4. Warum liebst du Kollegah?

Wenn ich da mal kurz etwas emo werden darf: Es gibt in seinen vielen (vielen!) Erklär- und Vorführvideos einen sehr kurzen Moment, in dem er sich und also uns allen einen feinen Hüttenkäse mit Beerenfrüchten macht und für Kollegah-Verhältnisse fast (fast!) schulmädchenmäßig albern wird. Da haben der Boss, der Fitnessexperte, der Ernährungsschlaumeier mal kurz Pause und Felix Blume macht Quatsch. Scheiß doch aufs Training, die Muskeln, die Optik, mein Geld und meine Waffen, auf Bossgelaber, auf Bling und Cash: Das hat mich wirklich berührt.

5. Was ist bisher der größte Erkenntnisgewinn für dich (neben dem Bizeps)?

Egal wie voll sich die Tage anfühlen: Irgendwie schafft man es doch, sich täglich eine Stunde Zeit zu nehmen. Eine Stunde, die nach der Bosstransformation ja praktisch frei wird. In der man ein Album aufnehmen, Dinge erfinden, sehr bewusst nichts tun oder eben doch weiter bankdrücken kann.

Und: Ich finde Krafttraining eigentlich ganz geil. Nicht unbedingt vier-mal-die-Woche-geil, aber wir stehen ja eigentlich auch erst am Anfang.

6. Was ist das Leckerste, das du in den letzten drei Monaten gegessen hast?

Das soll in der Antwort auf die nächste Frage verraten werden. Hier möchte ich erst einmal ein Loblied auf den Hüttenkäse singen. Mit Beerenfrüchten, frisch aufgetaut und noch ein bisschen eisig oder direkt aus dem Tiefkühlfach kurz erhitzt: Spitzenabendessen. Spitzenfrühstück. Spitzenzwischendurch. Und auch der Boss mag’s gern ein bisschen süßer.

7. Cheatdays?

Hätte es sie gegeben, ich könnte sie nicht zugeben, ohne meine Autorität als Tester zu ruinieren. Aber hier mal Kollegahs Beispiel für einen Cheatday: „Wenn du mal eben eine Torte verschlingst, bist du ruckzuck bei 10.000 Kalorien.“ Ich habe nie, nie, nie eine Torte verschlungen. Nicht in allen drei Monaten zusammen.

Aber gut, damit ihr meinen Zustand korrekt einordnen könnt: Ich habe in Trier ein Stück Kuchen gegessen, in Zürich vom besten Käse und vom Bündnerfleisch probiert, daheim mit meiner Frau einen Gin Tonic gemixt; und ich war nicht der König der Vehemenz, als mir ein Anderthalbjähriger den Inhalt seines Adventskalendertürchens aufdrängte.

Vielleicht können wir ja trotzdem Freunde bleiben?

8. Wat is denn los mit dir?

Bizeps: 39 cm. Was willst du denn sonst wissen?
Hochaktuelles Highlight: Die Beinpresse zurückerobert. Die 150 schaff ich noch.
Hochaktuelles Lowlight: Ja, sorry, ich schäme mich: Ich trainiere Beine.
Bossfaktor: 8/10
Symbolvideo:

Alle bisherigen Teile gibt es hier.

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Sebastian trainiert mit freundlichster Unterstützung bei Die Körperschmieder in Berlin.

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