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New music

Who the FAMP is fuck? Wir haben es für euch rausgefunden

Ein Interview und eine Videopremiere sollten reichen, dass auch ihr endlich mit eurem Wissen über die Band angeben könnt.

von Lisa Schneider
28 Oktober 2015, 12:59pm

Foto von der Autorin. Who the Famp is fuck. Den Spruch hättet ihr auch gern auf eurem Hipster-Jutebeutel gedruckt? Die vier Burschen von FAMP machen das für euch. Gern geschehen.

Flo, Andi, Martin und Philipp (an die Schnellchecker, ergibt anhand der Anfangsbuchstaben den Bandnamen) machen schon ziemlich lange zusammen Musik. Die vier (rund um) Wiener Musiker sind irgendwie das, was man als musikalische Sandkastenliebe bezeichnen muss. Nur die bitch fights haben sie sich erspart—keine Techtelmechtel mit den Freundinnen des anderen, keine Starallüren, wenn die millionste Platte verkauft war (man darf ja noch träumen) und auch keine sonstigen Zickereien. Deshalb funktioniert's nach wie vor so gut. Ihr Debutalbum Shining Lightning ist schon draußen. Weshalb wir sie jetzt aber so gut wie neu vorstellen, ist das, was jetzt kommt: Das zweite, große Studioalbum. Als ersten Vorboten gibt es die Doppelsingle „Giants Show Me The World", die hier auch gleich mal fette Premiere feiert.

Ich habe mich mit Sänger Philipp nochmal eben schnell auf ein paar Bier getroffen, um darüber zu sprechen. Fun fact hierzu: Wir haben's probiert. Wir waren schon mal out drinking. Aber hey, die Jungs von FAMP sind trinkfester, als ich dachte. Wir haben es deshalb noch einmal probiert. Getrunken haben wir wieder, nur diesmal war ich so schlau, auch alles akribisch aufzuzeichnen. Oder so. Am Ende des Interviews (man muss sich die Dinge schon verdienen) gibt es die Premiere ihres sehr gelungenen Videos zu „Giants Show Me The World".

Foto: Heidi Haider

Noisey: Lieber Philipp, du und deine Jungs, ihr habt mal so eben die gefühlte 100. Gitarrenband, die sogar mittlerweile auch schon Österreich hat, gegründet. Wie fühlt sich das an?
Philipp: Ich glaub, wir sind sogar die 350.

Guter Interviewstart. Trinken wir auf deine Ehrlichkeit.
Cheers!

Gut, dann andersrum. Wieso muss ich mir FAMP anhören?
Ich könnte jetzt voll direkt sagen: Weil's so ist. Direkt: Weil's so ist.

Wenn wir schon dabei sind: Du bist für die Lyrics hauptverantwortlich. Die Inspiration holst du dir beim Bier/Schnaps/Schiwasser trinken?
Bei allen drei Sachen eigentlich. Ich glaube, man hört bei den Songs auch jeweils meinen Betrunkenheitsgrad heraus. Oder eben den Nüchternheitsgrad.

Welcher ist der besoffenste Song?
Mit großem Abstand: „Halfway but running".

Worum geht's?
Naja, dass man einem Ziel nachjagt. Dass man weiß, wohin es gehen soll, man aber noch nicht am Ziel angelangt ist. Was ja nicht schlecht ist. Nur so bekommt man den Hintern hoch. Den Song habe ich geschrieben, da hatten wir gerade richtige Scheißstimmung in der Clique. Wie gesagt, bitch fight hatten wir untereinander selten, aber das war schon knapp dran. Ihr kennt das!

Und du hast den Song geschrieben—und alle waren wieder verliebt.
Darauf trinke ich jetzt. Naja, da waren wir dann aus, ich bin spät heimgekommen, hatte schon im Taxi das Riff im Kopf und daheim dann spätnächtens noch zum Ärger meiner Nachbarn losgelegt. Das Ironisch daran, wir wollten bei dem Song nicht einmal irgendwie an Synthies denken. Im Studio haben wir dann 200 Synthies eingebaut.

Ich sehe, du bist konsequent.
Ist eine meiner starken Eigenschaften, ja. Gut, es ist ja nicht immer so, dass ich meine Texte nur halbbetrunken mitten in der Nacht schreibe. Das war eben die Story zu diesem einen Song. Sonst arbeite ich – bewusst und unbewusst – rund um die Uhr an meinen Texten. Die besten Zeilen fallen einem ja doch oft in den Momenten ein, in denen man am wenigsten dran denkt – oder eben gemeinsam im Studio mit den Jungs. Jedenfalls, solange wir konsequent fette Moll- und Majorakkorde durchprügeln können, ist die Welt für uns in Ordnung.

Foto: Julian Propst

Weil du keine anderen kennst?
Dazu kann ich nur sagen: Vertraue nie einem Menschen, der Dur-Akkorde liebt. Oder der einen Musikschul-G-Dur-Griff für einen Song verwendet.

Oha, du bist streng.
Ich glaube, dass ich mich auf dem Gebiet schon ganz gut auskenne. Da will ich schon noch bei der obigen Frage einhaken: Sicher gibt es einen Haufen an Gitarrenbands, mittlerweile auch in Wien. Es fehlt den meisten eben aber das i-Tüpfelchen. Es hapert da an banalsten Dingen, an den Texten, an den Akkorden. Das sagt sicher jede Band von sich, ich will es aber auch betonen: wir glauben an unseren sehr hohen musikalischen Anspruch. Dafür machen wir die Sache auch einfach schon zu lange. Powerchords: gestrichen.

Nachdem ihr jetzt schon ein großes, weiteres Ziel im Britpophimmel erreicht habt und den Support für die Stereophonics im Gasometer gespielt habt, was steht jetzt an? Oasis spielen ja leider nicht mehr live. Leider.
Der nächste große Schritt wäre dann mit Death Cab For Cutie zu spielen. Oder nein. Für Noel Gallagher.

Also du und deine Band, ihr schielt schon mit einem Auge in Richtung Britpop/Britrock, oder?
Mit beiden Augen. Britpop is definitely not dead. Nein, wir haben nicht vor, jemanden nachzuahmen, wir faken niemanden. Unsere Musik soll allem voran eines sein: authentisch. Wir sehen uns aber nichtsdestotrotz schon ein bisschen als Vertreter des Indiebritpop in Österreich. Nur, man darf das nicht falsch verstehen. Es geht ja nicht darum, dieses Genre wiederzubeleben. Allerhöchstens darum, ihm neues Leben einzuimpfen.

Dann noch schnell die Frage, die mich nicht schlafen lässt: Oasis oder Blur?
Liam.

Bist du schon verheiratet? Merci beaucoup.

Hier das Video, auf das ihr alle gewartet habt:

FAMP sind live schon ziemlich gut. Beweis dafür gibt's hier:

30.10. Outback, Wolkersdorf
01.11. Addicted to Rock Store, Wien
19.12. Backstage Halle, München

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