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Mø durchsucht ihre alten Fotoalben

Von Grunge über Crustpunk und HipHop zu coolem Scandi-Pop: Mø hat nicht nur musikalisch eine interessante Entwicklung durchgemacht, wie sie uns anhand alter Fotos beweist.
28 April 2014, 10:34am

Eine unserer Lieblingskolumnen bei Noisey ist Scrapbook, in der ein Künstler oder eine Künstlerin die Evolution ihrer Musik und ihres Styles nachzeichnet, denn wer schaut sich nicht gerne peinliche, süße und unveröffentlichte Fotos von Künstlern an, auf denen man ihre Entwicklung von ihrer Kindheit bis heute sehen kann? Es ist eine nostalgische Fahrt entlang der Straße der Erinnerung. Mø (sprich „Muuh“) hat unsere Aufmerksamkeit jedenfalls durch „Glass“ gewonnen, eine perfekte Mischung aus Gwen, Lana, Grimes und Karen O. Ihr gerade erschienenes Debütalbum, No Mythologies to Follow, ist vollgepackt mit ihrer eigenen bouncenden, aber trotzdem zierlichen Art von Scandi-Pop, von „XXX 88“ mit Diplo bis zum glitzernden Flattern von „Don’t Wanna Dance with Nobody“. Møs musikalische Vergangenheit hält einige Überraschungen parat. Zum Beispiel würdest du aufgrund von No Mythologies… nie denken, dass sie früher Grunge gehört hat, sich dann in ein Crustpunk-Kid verwandelt und anschließend eine Vorliebe für HipHop entwickelt hat. Dies macht die 25-Jährige zur perfekten Kandidatin für Scrapbook und sie hat wirklich tief in der Vergangenheit gewühlt und ziemliche Schätze ausgegraben.

Mø: Als ich sieben Jahre alt war, habe ich die Spice Girls entdeckt. Ich habe mich sofort in sie verliebt und beschlossen, selbst Musikerin zu werden. Das wurde mein Ziel und zur größten Leidenschaft, die mich angetrieben hat. Also habe ich mich Halloween 1996 als Popstar verkleidet.

Mø und ihre Familie in Neuseeland.

Was ich auch immer geliebt habe, ist die Natur. Besonders die Berge. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass meine Eltern mich und meinen Bruder immer zum Wandern im Norden von Norwegen mitgenommen haben, als wir Kinder waren. Ich liebe die Wildnis und die Stille. Das gibt dir Platz zum Denken. Das bin ich mit meiner Mutter (oben links). Meine Eltern haben all ihr Geld dafür aufgebracht, damit wir neue und aufregende Orte besuchen konnten, anstatt einen neuen Fernseher oder ein großes Auto zu kaufen. Damals haben wir uns manchmal darüber beschwert, dass wir nie an einen Strand mit Palmen gefahren sind und einfach eine Woche lang entspannt haben, wie all unsere Freunde, aber wir haben diese aufregenden und aktiven Ferien genossen und wenn ich zurück schaue, bin ich SO glücklich über all diese Erfahrungen!

Meine Eltern sind keine Musiker, als ich also in den 90ern gesagt habe, dass mein größter Wunsch ist, Musikerin zu werden, hatte ich ein Problem, da ich nicht wusste, an wen ich mich wenden sollte. Zu meinem Glück haben wir ein Klavier geerbt (worauf zu der Zeit natürlich keiner aus unserer Familie spielen konnte) und einer der besten Freunde meines Vaters ist ein toller Musiker, wenn er also zu Besuch kam, haben wir uns zusammen ans Klavier gesetzt und er hat mir ein paar Sachen gezeigt.

Ich und eine Freundin, wie wir Playback zu den Backstreet Boys auftreten. Ich habe zu dieser Zeit tausende Playback-Darbietungen gemacht—besonders zu den Spice Girls, aber davon konnte ich leider kein Foto finden.

In diesen Jahren habe ich Klavier und Gitarre gelernt—danach strebend, eine bessere Musikerin zu werden. Hier sieht man mich und meinen jüngeren Cousin, bereit ein kleines Musical im Wohnzimmer meiner Eltern aufzuführen.

Jetzt kommen meine Teenagerjahre. Ich habe aufgehört, Popmusik zu hören, meine Haare rot gefärbt, bin der örtlichen Antifa beigetreten und habe angefangen, in Grunge-Bands zu spielen. Dies ist auf einem meiner allerersten Konzerte.

Sechzehn Jahre alt und betrunken auf dem Roskilde-Festival. Zu der Zeit war mein größter Traum, einmal auf einer der Bühnen auf dem Roskilde-Festival zu spielen.

Die folgenden drei Bilder sind aus der Zeit mit meiner alten Electropunk-Mädchenband MOR.

Wir haben uns gegenseitig mit Tinte und Nadeln Tattoos mit dem Schriftzug „MOR“ gemacht. Das war an der Kunstakademie von Odense, die wir beide zur gleichen Zeit besucht haben. Wir hatten zu dieser Zeit eine Menge Spaß.

Das ist ein Bild von einem Konzert, das wir auf unserer Deutschlandtour im legendären Punkschuppen Köpi in Berlin gespielt haben.

Unsere Band existierte fünf Jahre, von 2007 bis 2012. Dieses Bild ist von einem unserer letzten Konzerte, aufgenommen von unserer großartigen Fotografenfreundin Fryd Frydendahl in New York City. Wir haben dort ein Praktikum bei J.D. Samson gemacht und währenddessen so viel wie möglich in der Stadt gespielt.

Bilder aus der Anfangszeit von Mø, die ich zuhause aufgenommen habe. Zu der Zeit habe ich noch „Crap-Rap“ gemacht und die ganze Zeit geflucht. Harte Einstellung, Alter-Egos, politische Statements und Trash. Das war spaßig.

Die nachfolgenden Fotos sind alle von Touren mit Mø, von 2012 bis jetzt.

Der Traum wurde war! Ich, auf der Bühne beim Roskilde-Festival 2013.

Kaffee rettet dir am Tag nach einem Konzert mit anschließendem Ausgehen immer deinen Arsch. Jeden Tag früh morgens den Flieger in eine andere Stadt zu nehmen ist anstrengend, aber auch wunderbar—und so siehst du aus, wenn du im Winter unterwegs bist.

Stagediven beim Eurosonic-Festival 2014 in Groningen!

Seht euch die pure Freude in Møs Gesicht an!

Der verrückteste Moment in meinem Leben bis jetzt—und das ist erst einen Monat her (Meine Güte, ich kann es immer noch nicht glauben!!!). Ich habe einen sehr prestigeträchtigen Award vom staatlichen dänischen Radio bekommen und niemand anderes als Mel C von den Spice Girls hat ihn mir übergeben! Ich bin innerlich gestorben, aber auf bestmögliche Art und Weise. Es war, als würde alles und gleichzeitig nichts Sinn ergeben. Die Leute hinter der „P3 Guld“-Awardshow haben Sporty Spice nach Dänemark eingeflogen, damit sie mir den Award übergeben konnte und das war so GROSSARTIG!!! Die siebenjährige Karen hätte ununterbrochen geweint und wäre an einem Herzinfarkt gestorben. Aber die letzten Gedanken wären mit Stolz erfüllt gewesen. LOL. Ich meine es trotzdem ernst.

Kim Gordon ist meine größte Style-Ikone. Sie ist die ultimative Frau: krass, talentiert, unglaublich cool, großartig, sexy, androgyn. Sie steht für so viele coole Dinge und Sonic Youth und sie haben mir definitiv geholfen, meine harten Teenagerjahre zu überstehen. Das beste Vorbild überhaupt. Ich liebe ihre Dunkelheit, ihre Abgeklärtheit, Coolness, Großartigkeit, ihre Stimme und ihren Stil bei Klamotten und Musik. Sie ist einfach unglaublich. Ich klinge wie ein totales Fangirl und wiederhole mich, aber es ist einfach auch das, was ich bin.

Kim ist Style-Redakteurin bei Noisey und sie ist bei Twitter - @theKTB

Mø spielt am 30. April live im Fluc, Wien. Tickets gibts hier.

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