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Thump

10 perfekte Filme zum Runterkommen nach einer Party

Egal ob Afterhour oder Post-Party-Depression plus Kater: Unsere Tipps sind ideal für deine Matschbirne.

von Philipp Kutter
29 Juni 2016, 9:45am

Anschalten und abschalten. Foto: ellebil1 (CC BY 2.0)

Du kennst das: Du kommst mit einer Gruppe von Leuten aus dem Club, ihr seid aber noch sehr aufgedreht, getrennt nach Hause zu gehen, macht dir gar Angst. Also ist die Marschroute klar: Bei irgendwem in der Wohnung lasst ihr die Party ausklingen. Anfangs läuft auch alles von selbst. Die meisten haben immer noch einen von Emma und ihren Freunden induzierten Redeflash. Es wird nach- und aufgelegt. Doch irgendwann beginnt der körperliche Zerfall. Und der ergreift zuerst den Geist. Dann ist die Film-Phase der Afterhour angebrochen.

Die Auswahl des richtigen Films ist jedoch gar nicht so einfach. Auf keinen Fall darf die Handlung komplex sein, man muss jederzeit wieder einsteigen können. Ausnahme: Sie ist so zersplittert, dass du den Film auch nüchtern und ausgeschlafen nicht verstehen würdest. Von melancholischen Dramen ist ebenfalls abzuraten, das macht die Bewältigung der beginnenden Post-Party-Depression nicht einfacher. Humor kann vorkommen, er sollte aber keinen umittelbaren Bezug zur Wirklichkeit haben, denn das strengt dich nur an.

Das gilt im Übrigen auch für alle Filme, nach denen deine Augen am Morgen nach einer durchzechten Nacht begehren.

Wenn man Google nach derartig geeigneten Filmen befragt, kommen seltsame Ergebnisse. "Das Streben nach Glück" zum Beispiel. Wer will schon sehen, wie sich jemand völlig irre abrackert und das Märchen vom Pursuit of Happiness wiederkaut, während du selbst völlig fertig und halb-wach rumlungert?

Nein, das geht nicht klar.

Deshalb haben wir dir persönlich zehn Filme zusammengestellt, die sich wirklich für das langsame Ausklingen der After Hour eignen und einen sanften Übergang in die Realität bewirken.

Austin Powers 2

Dieser Film ist perfekt, um den wirren, albernen Zustand, den du hin und wieder auf After Hours beobachten kannst (nicht nur an dir selbst), cineastisch zu konservieren. Der Handlungsstrang ist dabei nicht besonders wichtig. Man kann sich einfach an den vielfachen, absurden Szene erfreuen, die Austin Powers nach der Trennung von seinem Fem-Bot auf der Suche nach seinem verloren gegangenen Mojo durchlebt.

Kein Pardon

Bevor Hape Kerkeling komische Bücher über Erweckungserlebnisse schrieb, war er ein lustiger Kerl. In diesem Film von 1993 spielt er den untalentierten Schnittchenauslieferer Peter Schlönzke. Angestellt im Familienbetrieb ist sein einziger Lichtblick die TV-Show "Witzischkeit kennt keine Grenzen" von Heinz Wäscher, der vom hessischen Original Heinz Schenk gespielt wird. Mutter Schlönzke meldet ihren Sprössling eines Tages bei einem Talentwettbewerb seiner Lieblingsshow an. Natürlich kann Schlönzke Jr. den Wettbewerb nicht für sich entscheiden, landet über Umwege dann doch als "lustiger Glückshase" wieder in der Sendung. Das ist nicht nur süß, sondern lehrt die im weiteren Verlauf auch einiges über die Ambivalenz von Ruhm. Und zwar so, dass du es auch in deinem Zustand kapierst.

Zurück in die Zukunft

Zu diesem Film muss man eigentlich nichts mehr sagen, jeder kennt ihn, bisher konnte die Wissenschaft noch keinen Hater finden. Ein bisschen mit Michael J. Fox durch die Zeit reisen und sich über die heute absurd anmutenden Zukunftsvorstellungen der Produzenten amüsieren – das geht immer. Da du den Film wahrscheinlich schon kennst, vermutlich sogar mehrmals gesehen hast, musst du dir keine Sorgen machen, der Handlung nicht folgen zu können.

Der Sinn des Lebens

Du kennst bestimmt etliche Hobbyphilosophen, die gerne auf WG-Partys oder in Kneipen rumlungern und sich über den Sinn des Lebens auslassen. Meistens fällt es diesen Gestalten leicht, noch dem beschissensten Job etwas abzugewinnen, in dem man ganz im Sinne Martin Luthers die permanente Schufterei als Sinn des Lebens bestimmt, auf dass Gott einen dafür belohnt. Mit Monty Python lernst du allerdings mehr über das Leben und dessen vermeintlichen Sinn als in jeder protestantischen Märchenstunde – ohne dabei in einen hohlen Nihilismus zu verfallen. "The Meaning of Life" ist in mehrere thematische Kapitel unterteilt, die in dem bisher noch nicht übertroffenen Humor der Truppe behandelt werden: Geburt, Religion, sexuelle Aufklärung, Krieg, Organspende, Essen und Tod. Das ist ein wichtiger Vorteil: Wenn du mal wegpennst, kannst du wieder bequem im nächsten Kapital einsteigen.

Roller Aller

Rocko Schamoni hat schon einige großartige Sachen gemacht. Zum Beispiel seine eigene Schmuck-Linie: "Die Linie Scheiße by Schamoni zeichnet sich durch zauberhafte Schmuckkreationen ohne Ecken und Kanten im angesagten 'Scheiße' Design aus. Scheiße by Schamoni ist Lifestyle-Schmuck für die Seele." Anfang der 1990er war er an einer Reihe von Kurzfilmen mit dem Namen "Roller Aller" beteiligt. Darin geht es um den Spielautomatenzocker Daddel (Reverend Christian Dabeler) und den Möchtegern-Rocker Eule (Rocko Schamoni), die vergeblich versuchen, aus der Gesellschaft auszubrechen. Es gibt mittlerweile vier Teile, wobei der dritte bisher noch nicht erschienen ist, weil Regisseur Henrik Peschel schon seit Mitte der 90er Jahre die richtigen Schnittmuster sucht. Wenn du am Sonntag auf einer Afterhour oder alleine zu Hause an die kommende Arbeitswoche denkst, hilft diese trashige Punkattitüde jedenfalls dabei, sich nicht stressen zu lassen. "Gegen den Staat, denn ich bin gut drauf!"

Bridesmaids

Jaja, eine Rom-Com. Aber manchmal helfen sie dir in einem Post-Party-Zustand, besonders wenn du Single bist. Unbefriedigende Affären und Freunde, die in zum Kotzen glücklichen Beziehungen auf der Spießer-Leiter immer weiter nach oben klettern und dich dann noch zur Trauzeugin für ihre schleimig-kitschige Hochzeit machen. Die du eigentlich auch sein willst, wofür du dich aber selbst verachtest. Das Gute an Filmen wie Bridesmaids: Am Ende wird aber alles gut. Das Klischee-Happy-End mag dich vielleicht ansonsten nerven, aber in deiner aktuellen Stimmung ist es das Richtige. Und außerdem ist der Film einer der witzigsten überhaupt. Nicht nur wegen einer grandiosen Melissa McCarthy.

La Boum

Sei mal ehrlich: Deine Teenager-Zeiten sind vielleicht lange vorbei und du hältst sie eigentlich für überwunden. Aber immer wieder beobachtest du dich dabei, wie du in alte Teenie-Muster verfällst, besonders im angetüdelten Zustand. Enttäuschte Liebe und Eltern, die dir einfach keine Hilfe sind, zumal sie selbst gerade eine Ehekrise oder gar die Scheidung zu bewältigen haben. Dieser Film über das Teenagerleben einer jungen Französin hilft dir, einen entspannten Blick auf dein damaliges Leben zu bekommen. Und am Ende wirst du einsehen, dass es jetzt viel schöner ist als damals. Und wenn du selbst noch jung bist, weißt du nach dem Film wenigstens, wofür Kopfhörer erfunden wurden ...

Die feuerrote Blume

Das hier ist das Weihnachtsspecial: Wenn es vielleicht mal nichts Aufgedrehtes sein soll, empfiehlt sich dieser sowjetische Märchenfilm aus dem Jahr 1978. Es geht um eine Zauberin, die sich in einen schönen Prinz verliebt und ihm eine feuerrote Blume schenkt. Der Schönling erwidert ihre Avancen jedoch nicht, weshalb sie ihn (natürlich zu Recht) in ein hässliches Waldungeheuer verwandelt. Dann kommen noch ein treuherziger Kaufmann auf Reisen, seine wunderhübsche jüngste Tochter, ein verlassenes Schloss und eine magische feuerrote Blume hinzu. Was dann geschah, wird dich heftig ... Wenn du es wirklich wissen willst, schau dir den Film an. Die Handlung erfordert natürlich Aufmerksamkeit, was im Afterhour-Modus – und auch für die nüchterne Thump-Redaktion – ja eher schwierig ist. Aber der Film besticht in erster Linie durch seine unglaubliche, fast schon trippige Farbenpracht. Da kann man auf die Story auch pfeifen.

Die Reise der Pinguine

Pinguine sind schon geile Typen, oder? Sie laufen lustig und wenn sie hinfallen, rutschen sie auf ihrer Plauze weiter. In Luc Jacquets Film kannst du die Kaiserpinguine begleiten und feststellen, dass sie es auch nicht so leicht haben.

Die schönsten Bahnstrecken Europas

Vielleicht ging es dir früher auch so. Früher, als es noch kein Internet gab, kam nachts irgendwann auf einem öffentlich-rechtlichen Sender eine Sendung, bei der man die ganze Zeit in einer Bahn mitgefahren ist. Das klingt für dich vielleicht jetzt komisch, aber es war eine absolut geile Erfahrung. Besser als Schafe zählen und der ganze andere Mist. Das hier sediert jeden.

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