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Wie du dich für das richtige Lyric-Tattoo entscheidest

Bevor du dich dazu entscheidest, eine Songzeile aus deinem Lieblingssong tätowieren zu lassen, solltest du deine Optionen überdenken.
10.10.13

Tattoos bleiben für immer und werden dich dein Leben lang begleiten. Wir wissen, dass wir dir hier nichts Neues erzählen, wir möchten nur noch einmal ausdrücklich die Bedeutsamkeit deiner Tattoo-Wahl unterstreichen, bevor wir zur flatterhaften, unbeständigen Musikwelt kommen. In der Regel sind besonders zwei Aspekte bei Tattoos wichtig: die Ästhetik und die Bedeutung. Besonders letzteres ist essentiell, wenn du auf deine Oma oder irgendein Smalltalk-Heini triffst, der nach der Bedeutung deines Motivs fragt. Natürlich stehst du dann blöd da, wenn du nur sagst „Ich fand das schön" oder „Der Anker bedeutet, ich stehe fest im Leben!" und „Der Vogel heißt, ich bin frei!". Besser kommt es, wenn du eine bewegende, lebensverändernde Geschichte auspacken kannst, die jedem den Atem stocken lässt. Gut, wir sollten nicht zu viel erwarten, aber wenigstens eine Leidenschaft könnte dahinterstecken. Eine beliebte Option sind Lyrics-Tattoos, denn es eignet sich doch nichts besser für einen bedeutenden Schriftzug als die Lyrics deiner Lieblingsband, nicht wahr? Warum also nicht eine bedeutsame Songtextzeile aus einem wirklich epischen Lied einer Band deiner Jugend nehmen? Bevor du dich dafür entscheidest, solltest du noch mal deine Möglichkeiten überdenken:

Die romantische Songzeile von anerkannten Schnulzensänger/innen

Liebe ist zum Beispiel so ein bedeutsames Thema. Natürlich will sich keiner den Namen des Exfreundes/der Exfreundin oder der aktuellen Flamme auf den Arm stechen lassen, aber dieser ganze Schmerz, den man während all den Trennungen erlebt hat, hat das Erste-Welt-Leben doch sehr markant beeinträchtigt. Es gibt also die Option, eine schöne poetische Textzeile aus einem romantischen Song zu nehmen, die deinen Schmerz perfekt ausdrückt. Du möchtest aber nicht den Eindruck machen, einen schlechten Musikgeschmack zu haben, wenn du deinen zukünftigen Freund auf einer Party kennenlernst. Also nimmst du einen renommierten Sänger, der wirklich ganz sicher, keine schlechte Musik macht, wie Bon Iver. Nicht zu Mainstream, nicht zu nerdy und nicht zu alt, so dass man das auch einem 16-jährigen abnimmt. So bist du auf der sicheren Seite.

Dauerbrenner: „Skinny Love"

Lyrics von Wegbereitern und alten Punkbands

Hier verhält es sich ähnlich wie bei T-Shirts von Urban Outfitters. Je jünger die Träger werden, desto häufiger gibt es sie und desto eher ist die Annahme verbreitet, dass mit diesen Shirts oder Tattoos automatisch Coolness daherkommt. Es ist ihnen auch vollkommen egal, dass ihnen niemand abnimmt, dass sie „wirklich" Fans von der Band sind und besonders die Generation, die Bands wie Joy Division hautnah mitbekommen hat, ist zu Tode beleidigt, wenn jemand jüngeres auch nur den Namen der Band in den Mund nimmt, geschweige denn ein T-Shirt mit dem Logo trägt. Natürlich ist das absolute Sahnehäubchen, mit dem du den alteingesessenen Fans (Betonung auf „alt") den Schaum vor den Mund treiben kannst, ein Tattoo mit den Lyrics der Band.

Dauerbrenner: „Love will tear us appart"

Doppeldeutige Lyrics

Wenn du einfach nur eine beliebige Songzeile auf deiner Haut sehen möchtest, vor allem um zu zeigen, dass du Musik so sehr liebst, und Notenschlüssel, DJ-Pults, Kopfhörer etc. einfach hässlich findest, kannst du doppeldeutige Lyrics finden. Das erhöht nicht nur den Fun-Faktor, sondern schränkt auch die Auswahl ein.

Dauerbrenner: „This too shall pass", „Carve your name into your arm"

Lebensmotto-Lyrics

Foto via Flickr | Ren Buford | CC BY-ND 2.0 |

Wer es eigentlich nicht unbedingt auf eine Songzeile abgesehen hat und lieber sein Lebensmotto auf dem Handgelenk oder Oberschenkel stehen haben möchte, der kann sich an den Dauerbrennern der Musikindustrie bedienen. So ein „Je ne regrette rien"-Schriftzug zeigt wunderbar, wie verrucht und lebenslustig du bist, ein „All you Need is Love" macht dich zu einem nostalgischen Mäuschen, das man einfach lieb haben muss. Und wenn du es lieber wild angehst, was hältst du von „Baby, let's rock"? Das reicht ja wohl an Auswahlmöglichkeiten für deine Identität.

Dauerbrenner: „Je ne regrette rien", „All you need is love", „Baby, let's rock"

Die Lyrics deiner Lieblingsband

Foto via Flickr | Nina G | CC BY-ND 2.0 |

Oftmals bei Lyric-Tattoos geht es aber nicht um die Textzeile an sich, sondern eher um die Band. Wenn ein schöner Spruch gesucht wird, liegt es natürlich nahe, zuerst die Texte der Lieblingsband abzugrasen. Am besten suchst du dir die unauffälligste Stelle aus einem Song der B-Seite oder eines Bonus Tracks auf der Limited Edition raus. So ist es erstens nicht offensichtlich, was oder wen du auf deinem Körper tätowiert hast, zweitens kannst du immer eine ausführliche Geschichte dazu erzählen und drittens zeigt es, dass du dich wirklich mit der Band auskennst und sogar ihre Limited Editions und B-Seiten zuhause gestapelt hast. Alternativ kannst du dir natürlich auch das Logo der Band tätowieren lassen, außer es ist ein Pilz oder ähnliches. Nur hast du dann ein ernsthaftes Problem, wenn deine Lieblingsband plötzlich richtig scheiße wird oder sich entscheidet, den Kurs zu wechseln und zum Beispiel ein Nazi-Texte schreibt.

Dauerbrenner: Zu viele Bands.

Nicht zuordenbare Lyrics

Foto via Flickr | justin wilson | CC BY 2.0 |

Du kannst es dir auch einfach machen und eine Textzeile verwenden, die in mehreren Songs verwendet wird und von Musikern so oft benutzt wird wie von Agenturen das Wort „Pitch". Vielleicht ist ein Spruch wie „I Love You" zu einfach, aber eine Zeile wie „Live fast, die young" kann aus diversen Quellen kommen und du kannst je nach Typ, einfach eine andere Geschichte dazu erzählen. Ein weiterer Renner ist die Zeile „I Couldn't Care Less", die du wahlweise Leslie Clio zuordnen kannst (zum Beispiel um ein Mädchen rumzukriegen), Atoms for Peace (für den Thom Yorke-Fan), The Cardigans (falls dein Gegenüber noch mehr Tattoos als du hat) oder den No Angels (wenn du jemand loswerden möchtest).

Dauerbrenner: „Live Fast, Die Young"

Offensichtliche, direkte Zitate

Der gegenteilige Fall tritt ein, wenn du nicht nur den Songtext tätowieren lässt, sondern auch noch darunter den Namen des Künstlers setzt. So hältst du natürlich die gültigen Zitierregeln ein, schützt dich aber nicht davor, wenn dein Idol plötzlich ein Interview gibt, in dem es erzählt, dass er beim Schreiben des Textes besoffen war und eigentlich von Sex mit einem Esel gesungen hat. Nicht, dass das schon mal passiert wäre, aber es könnte passieren. Wir wollen euch nur gewarnt haben.

Dauerbrenner: „Song"—Künstler

Visuell verarbeitete Lyrics

Eine Möglichkeit, wie du dich für eine Textzeile entscheiden kannst, ohne dabei auf ein schönes Motiv verzichten zu müssen, ist, die Textzeile visuell auf deinem Körper explodieren zu lassen. Wenn jemand über Liebe singt, kann noch ein Herz neben die Lyrics. Wenn jemand über eine Wand singt, kommen eben ein paar Backsteine daneben. Und wenn die Textzeile vom Leben handelt, dann tätowiert man eben einen Vogel für die Freiheit, ein Herz für die Liebe und ein Pflaster für das Leid daneben. Und schon sind wir wieder bei dem Anfangsproblem angekommen.