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Noisey Blog

Happy Birthday to us—Ein Jahr Noisey in Österreich und der Schweiz

Vor genau einem Jahr starteten wir in Österreich. Seitdem haben wir eine ganze Reihe von großartigen und furchtbaren Geschichten abgeliefert.
5.3.15

Mittwoch, den 5.3.14, also vor genau einem Jahr, sind wir mit Noisey in Österreich und der Schweiz gestartet. Seitdem haben wir eine Reihe von großartigen und furchtbaren Geschichten abgeliefert. Die Mitglieder des Kernteams des ersten Jahres erinnern sich an ihre besten, schlechtesten und bemerkenswertesten Geschichten. Happy self-referential Birthday to us.

JONAS

Wie ich einmal Gedichte geschrieben habe, nur um es anderen coolen Noisey-Chefredakteuren zu zeigen

Auf dem Eurosonic im Jänner bin ich mit den Chefredakteuren anderer Noisey-Länder herumgezogen. Irgendwann war ich so betrunken, dass ich behauptet habe, ich könnte total gut Haikus schreiben. Völliger Blödsinn. Und wie es dann vollfett manchmal läuft: Wir stachelten uns gegenseitig an, und am Ende wachte ich mit einem dicken Schädel und der Wette auf, über jede Band auf dem Eurosonic ein Haiku schreiben zu müssen. Hat funktioniert, auch wenn darunter anfangs zwei keine Haikus waren. Ist zum Glück niemandem aufgefallen.

Wie ich einmal den Standard-Redakteur gemacht habe

Zugegeben: Es macht total Spaß, den grumpy old man (oder den „großen Konservativen", wie es ein Kollege fälschlicherweise nennt) zu geben. Normalerweise mach ich das nicht, weil die Haltung mir irgendwie viel zu einfach ist. Aber am ersten Tag des letzten Popfests ging es irgendwie nicht anders. Ich war schlecht drauf. Und habe dann diesen Text geschrieben. Und so wurde ich am zweiten Tag des Popfests dann auch von mindestens Leuten mit der Frage begrüßt, ob ich bald beim Standard anheuere. Die Grumpy-Rolle ist in Wien halt schon belegt.

Wie ich mich einmal 10 Tage lang mit einem Nicht-Thema beschäftigt habe

Letztes Jahr im Oktober beschäftigte die Posse um das Jessas die gesamte Wiener Clubkultur. Auch mich, und zwar ganze zwei Wochen lang. Erst war ich vorab im Club, dann war ich auf einem Plenum, wo die fristlose Kündigung debattiert wurde, und am Ende habe ich Freitags bis 23:30 Uhr dagesessen, um ein Interview mit den Machern abzutippen. Klar, sowas passiert Journalisten häufiger. Aber im Nachhinein ist es doch irgendwie lustig, dass ich zwei Wochen meines Lebens mit einem Club gefüllt habe, den es dann nie gegeben hat.

ISABELLA

Wie ich einmal daran scheiterte, Fuzzman zu interviewen

Eine Geschichte, die heute noch zu einem unvorhersehbaren, dämlichen smiley—ähnlichen Gesicht meinerseits führt, ist das Nicht-Interview, das ich mit der Kärntner Band Fuzzman „führte“. Nach einem Konzert der Band hatte ich über eine Stunde versucht Herwig Zamernik zu einem Gespräch zu bekommen. Nachdem ich ihm nachgelaufen bin, als wäre er die Liebe meines Lebens und lernen musste, dass auch ich einen verzweifelten Gesichtsausdruck zustande bekomme, habe ich zumindest folgendes gelernt: Künstler nie, niemals, never ever nach einem Konzert zu interviewen.

Wie ich einmal nicht wusste, dass ich gerade Shaun White interviewe

Ja, eh schon wissen. Ich hatte keine Ahnung wer Shaun White ist, was daran liegt, dass ich keine Ahnung von Sport habe. Im Text zum Interview habe ich das mit folgendem Satz auch erklärend zum Ausdruck gebracht: „Ja, ich gebe es zu, ich habe keine Ahnung von Snowboarden und Kram, der sich auf Bergen abspielt oder mit Brettern zu tun hat. Der letzte Skispringer, den ich kannte, war Andi Goldberg. Andi fucking Goldberg.“ Darüber, dass der Kollege eigentlich Andi Goldberger heißt, hat mich Tori dann unter Tränen aufgeklärt. Shawn White ist übrigens einer der bekanntesten Snowboarder der Welt.

Wie ich einmal tausende Geschichten über Kanye West schreiben musste, obwohl ich seinen Vornamen nicht aussprechen kann

Unser Chefredakteur liebt Kanye West, und legt mir deshalb ständig unwichtige „Hey, Kanye hat gestern dies und das gemacht!!!"-Themen auf den Tisch. Zu Kanye sage ich prinzipiell West. Ich spreche seinen Vornamen nämlich ständig falsch aus. Und ich sag euch noch was: Dieser Typ interessiert mich so sehr wie der Schimmel in der Brotlade von Tante Schießmichtot. It's hard work, but someone's got to do it.

Tori

Wie ich mir fast Hausverbot in allen Clubs meiner Heimatstadt zugezogen hätte

Im Oktober habe ich möglichst sachlich versucht zu erklären, in welchen Läden man sich in Salzburg am einfachsten jemanden aufreißt. Ich gebe zu, letztendlich ist es nicht so sachlich geworden. Jedenfalls haben mir danach immer wieder Menschen aus der Heimat versucht einzureden, dass mich die Betreiber sämtlicher Salzburger Lokale jetzt hassen könnten. Es hat (vielleicht auch deshalb) drei Monate gedauert, bis ich wieder Fuß in meine Heimatstadt gesetzt habe. Und ich war sehr froh, dass keine Wanted-Plakette mit meinem Gesicht darauf an den Laternenpfosten klebten. Salzburg hat mich immer noch halbwegs lieb, und ich bin diesem wunderschönen Kaff sehr dankbar dafür.

Wie ich mir selbst den beschissensten Bürotag des Jahres beschert habe

Manchmal schreibt man Geschichten, auf die man richtig stolz ist, aber sie fallen keiner Sau auf. Ein anderes Mal machst du etwas, dass dir selbst wie massiver Schwachsinn vorkommt, und die Leute erinnern ewig sich daran. Ungefähr so war das, als in einem Selbstversuch, bei dem ich einen Tag lang Audiodrogen gehört habe. Weil mich immer noch oft Leute fragen, ob ich das tatsächlich stundenlang durchgezogen habe: Ja hab ich. Ich hab die Audiodrogen sogar am Klo gehört. Und da gehören die meiner Meinung nach auch hin.Ich kann im Nachhinein nur nochmals betonen dass ich Audiodrogen scheiße finde.

Wie ich meinen Job für einen Tag sogar mal mit Sport verbinden konnte

Der Beruf des Musikjournalisten bietet viel. Sportliche Betätigung gehört nicht dazu. Deswegen gehörte mein Squashduell gegen Olympique zu den schönsten Dingen überhaupt. Auch wenn es mir schmerzlich bewusst gemacht, dass ich richtig mieser Squash-Spieler bin. Hier nun eine Aufforderung an ALLE Musiker dieses Landes—, Bilderbuch, Ambros, Conchita, völlig wurscht: Wenn ihr Lust habt, einen sportlichen Wettkampf gegen mich auszutragen, meldet euch. Egal ob, Nordic Walking, Stabhochsprung oder Rhythmische Sportgymnastik: Ich werde mich dem Duell stellen. Selbst wenn das bedeutet, dass ich kriechend, hechelnd und mit Bomben und Granaten untergehen sollte.

Natürlich wären wir nichts ohne euch, unsere treuen und untreuen Leser. Bussis.