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das erste date mit

Das erste Date mit… Maeckes

Maeckes von den Orsons hat sich auf unserem ersten Date besonders viel Mühe gegeben, sich von seiner schlechtesten Seite zu zeigen und unser Treffen zu einem „Kackdate“ zu machen.
17.3.15

In unserer Reihe „Das erste Date mit …“ gehen wir mit Musikern auf ein erstes Date, um ihnen möglichst unangenehme Fragen zu stellen, die man bei einem ersten Date so abfrühstückt, und ihnen eine Chance zu geben, sich möglichst von der besten Seite zu zeigen—genau wie bei einem ersten Date.

Unser erstes Date mit Maeckes von den Orsons fing etwas seltsam an (Date-Standard), fand im Kino statt (Date-Standard) und endete irgendwie auch unangenehm (Date-Standard). Dafür war der Rest unseres Treffens alles andere als ein normales Date, wie man es aus den Romantic Comedys aus Hollywood kennt. Denn Maeckes wollte die großzügige Chance, die wir ihm gegeben haben—nämlich sich auf dem Date von der besten Seite zu zeigen—partout nicht wahrnehmen. Stattdessen gab er sich sehr viel Mühe, einen schlechten Eindruck zu hinterlassen und unser Treffen auf ein „Kackdate“ herauslaufen zu lassen. Angeblich ist das seine Taktik. Vielleicht hat er aber auch nur zu viele RomComs gesehen. Wie dem auch sei, das mit dem schlechten Eindruck hat leider nicht funktioniert. Sorry, Maeckes.

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Bitte nicht nachmachen:

Hallo. Ich bin krank.
Maeckes: Hast du auch Magen-Darm-Grippe?

Nein, warum? Hast du Magen-Darm-Grippe?
Nein, aber alle anderen haben die.

Schönes erstes Thema.
Ja, damit beeindrucke ich immer Frauen… Dass ich keine Magen-Darm-Grippe habe.

Hattest du schon mal ein Date im Kino?
Ich wüsste nicht, ob ich das schon mal hatte, vielleicht mit 15. Mit dem Umarmungstrick, erst gähnen und dann fummeln.

Im Kino Babylon

Was magst du für Filme?
Eine Zeit lang habe ich fast ausschließlich RomComs angesehen.

Was?
RomComs. Romantic Comedys. Einerseits das schlimmste Format eines Films überhaupt, jede ist genau gleich. Aber wenn man eingetaucht ist, die Facetten und den Spannungsbogen kennt, dann ist es sehr schön zu schauen, wie mit dem Thema umgegangen wird. Weil sie immer gleich sind und nur ganz kleine Kleinigkeiten anders sind.

Gibt es irgendeine total spektakuläre RomCom?
Nein, überhaupt nicht. Die sind alle total klischeehaft, es gibt immer die Szene, in der sie sich trennen, dann eine komische Szene mit Nacktheit, den Rebound am Ende, wenn sie wieder zusammenkommen. Das ist wie ein guter Wein. Jeder handhabt das anders, obwohl alles ganz genau gleich ist wie in jeder anderen amerikanischen DrecksRomCom.

Was ist deine LieblingsRomCom?
Na, die Klassiker, ich bin nicht so gut mit Namen. Heißt er Hugh Grant? Die Mutter aller RomComs: Notting Hill.

Mit RomComs kommst du aber bestimmt gut bei Mädchen an.
Ich habe RomComs, glaube ich, immer alleine gesehen.

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Wirklich? Naja, wer ist dein Lieblingsschauspieler?
Weiß ich nicht. Wer ist dein Lieblingsschauspieler?

Sobald mir jemand eine Frage mit „Lieblings“ stellt, schaltet mein Gehirn aus.
Voll, bei mir bricht gerade auch alles zusammen. Vielleicht ist es besser zu fragen, wen du am meisten hasst.

Okay, wen hasst du am meisten?
Aber da bricht gerade auch alles zusammen.

Popcorn kaufen

Das funktioniert nicht so gut. Ich bleibe aber trotzdem noch bei den „Lieblings“-Fragen. Was ist dein Lieblingskaterfrühstück?
Entweder ein türkisches, Menemen, Kumpir und alles, was es sonst noch gibt, auf einem Teller vermixt mit frischem Orangensaft. Das finde ich super. Oder eigentlich alles, was ich finde. Wenn was da ist und ich das finde, ist das automatisch mein Lieblingsessen.

Das ist einfach. Lieblingspizzabelag?
Margherita.

Das sagt jetzt bestimmt was über dich aus.
Was denn? Bist du Hobbypsychologin?

Nein. Aber man muss auf Dates doch in alles etwas reininterpretieren. Vielleicht bedeutet es, dass du ein sehr bescheidener Typ bist.
Ja vielleicht. Aber vielleicht tu ich auch nur so und ich würde mir eigentlich viel mehr bestellen, aber ich gönne es mir nicht. Vielleicht ist es auch Selbstgeißelung.

Ein Blender also.
Ich halte nicht so viel von diesem „den besten Eindruck machen“ bei Dates. Ich finde es geil, mit einem Scheißeindruck zu starten und sich dann da rauszuwühlen. Das finde ich viel lustiger als zu versuchen, perfekt zu sein und im Nachhinein abzugleiten und irgendwas Dummes zu machen.

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Aber dann ist die Gefahr ja hoch, dass es zu keinem zweiten Date kommt.
Die nehme ich dann in Kauf.

Das ist eine interessante Taktik.
Ja voll. Ich denke, wenn ich mich mit einem Menschen da nicht rauswühlen kann, dann will ich auch kein zweites Date. Deswegen: Ich mag Pizza Magherita am liebsten.

Das empfinde ich jetzt nicht als Scheißeindruck. Da musst du dir noch mehr Mühe geben.
Ja, okay.

Was sind bei dir sonst so Date-Regeln? Nach 10 Minuten gleich SMS schreiben, ist cool?
Hör auf mich Sachen zu fragen!

Was?
Nein, SMS schreiben nicht. Aber ich finde verstörende Sachen gleich am Anfang ganz lustig. Wenn man sich noch nicht so gut kennt, bei der Umarmung leise ins Ohr flüstern: „Wenn wir zusammenkommen, färbst du deine Haare blond“. Und dann ganz normal sein: „Und, was machen wir jetzt?“ Aber ich habe auch schon lange nicht mehr gedatet. Ich weiß es gar nicht mehr. Ich schöpfe sehr viel aus den Erfahrungen von vor langer Zeit. Aber ich freue mich, hier mit dir auf einem Date zu sein.

Schön, oder? Aber ich darf jetzt keine Fragen mehr stellen.
Doch. Jetzt darfst du wieder.

Was habe ich jetzt richtig gemacht?
Gar nichts.

Du verunsicherst mich.
Das ist doch die Taktik, die ich versuche.

Gut, dann stelle ich dir noch unangenehmere Fragen. Wie willst du deine Kinder nennen?
Jacqueline und Kevin. Nein, nicht Kevin. Sönke.

Also zwei Kinder?
Erstmal ja (lacht). Falls überhaupt.

Wie sind denn deine Gene so? Warst du gut in der Schule?
Es geht so. Ich war nicht so richtig aufmerksam und so richtig gut war ich auch nicht. Ich habe es irgendwie geschafft. Ich hätte es auch besser schaffen können.

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Warst du so ein Klassenclown?
Ja. Ich glaube, in der Grundschule bin ich noch sehr ruhig gestartet. Dann bin ich aufs Gymnasium gekommen und habe gemerkt, dass das Klassenzimmer auch eine Bühne sein kann. Dann hatte ich eine richtige Mittelpunktsstörung und dann bin ich Rapper geworden.

Eine logische Konsequenz.
Schon irgendwie. Aber dann ging es komischerweise wieder zurück mit dem Mittelpunktsdrang.

Gekauftes Popcorn ausschütten und zeigen, wie gut man putzen kann.

Deswegen hast du dir noch drei andere in die Crew geholt.
Die habe ich mir ja nicht dazugeholt. Das ist aus Versehen passiert. Wir hingen eben ein Wochenende oder so im Studio. Wir haben auch die Musik voneinander nicht krass gefeiert. Wir hingen so rum, ein paar Matrazen, eine Kiste Bier und Wodka lagen herum. Wir wollten eigentlich nur rumhängen, aber dann haben wir an dem Wochenende das erste Album gemacht. Wir wollten nie eine Band sein. Vor Kurzem haben wir wieder festgestellt, dass wenn wir uns Leute zum Musikmachen gesucht hätten, es nie die anderen drei geworden wären. Für jeden von uns viern. Tua vielleicht, so halb. Aber eigentlich hätten wir nichts gemacht.

Wen hättest du dir ausgesucht?
Ich glaube, ich hätte mir gar keinen ausgesucht.

Doch wieder Mittelpunktsding.
Ja, oder wieder die Pizza Margherita (lacht).

Ich finde es schön, dass wir hier auch so eine leicht psychologische Session haben.
Ich finde es nicht schön, ich bin leicht verunsichert.

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Bist du eigentlich schüchtern?
Teils teils. Ich bin so bipolar, was das angeht. Manchmal bin ich überhaupt nicht schüchtern und mag alle Menschen. Das sind aber sehr kurze Momente. Dann denke ich mir, eigentlich ist doch alles gut und ich mag alle Menschen. Dann bin ich auch nicht schüchtern. Und dann denke ich mir wieder, das sind alle behinderte Mongos. Ich will nichts mit ihnen zu tun haben. Das drängt mich in eine tiefe Schüchternheit gegenüber der Welt. Und du? Du machst jetzt überhaupt keinen schüchternen Eindruck. Aber vielleicht ist das auch für das Format so.

Eigentlich bin ich ein bisschen schüchtern. Aber auf Dates zeige ich mich von meiner besten Seite.
Sehr löblich.

Ich denke, ich mache das so falsch.
Innerhalb meiner komischen Regeln?

Ja.
Ach, nicht beachten.

Maeckes macht den Popcorn-Trick.

Hast du viele Groupies?
Nein. Ein paar (lacht). Ein schüchternes „ein paar“, vielleicht, ich weiß es nicht.

Ich würde ja ganz unprofessionell behaupten, dass du der Schönste von den Orsons bist. Was würdest du dir für einen Superlativ bei den Orsons geben?
Der Dümmste.

Du ziehst das jetzt echt durch, was.
Das mit dem Kackdate?

Ja.
Klar (lacht). Aber vielleicht komme ich ja noch raus. Das ist ja das Lustige. Manchmal kann man sich aus dem Loch, in das man sich reingeschmissen hat, nochmal rausarbeiten. Und manchmal nicht. Wir werden live erfahren, ob es mir bei diesem Interview noch gelingt, ansonsten ist das Date eben verkackt.

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Was sind Themen, über die du redest, wenn du unangenehme Stille überbrücken willst?
Ähm, ich gebe mich der Stille hin.

Okay. Wollen wir uns ein bisschen anschweigen?
Ich fange dann sofort mit einer einfachen Frage an. Was macht dein Vater beruflich?

Er ist Programmierer.
Echt? Meiner auch.

Und deine Mutter?
Die ist Sekretärin. Und deine?

Personalerin.
Ist das ein besseres Wort für Sekretärin?

Ich weiß nicht, vielleicht.
Haben wir die selben Eltern?

Vielleicht. Das wäre jetzt aber unangenehm.
Dann sollten wir sofort das Date abbrechen. Das ist ja ein verrückter Zufall.

Schau, wir haben was gemeinsam.
Unsere Väter sind Programmierer. Das klingt auch wie ein Schulhofwitz: „Dein Vater ist Programmierer.“

Warst du in der Schuler ein Mobber?
Nein, vielleicht hatte ich eine ganz kurze Karriere, aber dann habe ich früh gemerkt, dass es dumm ist. Ich habe auch versucht, Leuten, die gemobbt werden, zu helfen. Aber das hat nie gut geklappt. Ich habe versucht, die Leute, die mobben, zu mobben. Das ist richtig Robin Hood-mäßig.

Ich weiß nicht. Ist das besser?
Nein, es hat auch nie richtig funktioniert. Außerdem wurde ich dann auch gemobbt.

Ich habe auf meinen letzten Dates gelernt, dass eine wichtige Frage ist, ob man Drake hört.
Sehr, sehr wichtig. Ein paar von den rappigen Songs habe ich gehört, aber sonst höre ich kein Drake. Du?

Ja.
Komplett?

Ja.
Hast du ein Drake-Tattoo auf der Stirn?

Leider nein.
Hörst du regelmäßig Drake?

Ja. Ich feier Drake.
(kurze Stille) Ja, cool. Also das war ein cooles Interview, dankeschön. Tschüss. Muss ich den Cappuccino selber bezahlen?

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