Die Afterhour—so geht das perfekte Ende eines Wochenendes

"Erste Regel: Erzähl nur einer kleinen Gruppe an Leuten von der Afterhour."

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18 Mai 2016, 8:08am

Fotos von Sebastian Sibelle

Du kennst das Dilemma: Nach dem Clubbesuch hast du keine Lust, schlafen zu gehen (und aus diversen Gründen könntest du es wahrscheinlich eh nicht), also ziehst du weiter, um mit ein paar Freunden bei einem Kumpel runterzukommen. Das kann der entspannte Abschluss einer guten Nacht werden—oder aber ein schrecklich quälender Morgen. Damit es kein furchtbares Erlebnis wird, haben wir ein paar nützliche Tipps für dich zusammengestellt. Also sag nachher nicht, du hättest es nicht besser gewusst.

1. Erste Regel für eine Afterhour: Erzähl nur einer kleinen Gruppe an Leuten von der Afterhour

Es gibt immer diesen einen merkwürdigen Typen, der es irgendwie geschafft hat, um sieben Uhr morgens mit deinen Freunden und dir auf dem Weg zum Haus deines Freundes mit im Großraumtaxi zu sitzen. Das ist ganz allein dein Fehler. Wenn es die Aussicht auf eine Afterhour gibt, dann behalt es für dich, denn sie ist eine fragile Angelegenheit, bei der Leute manchmal sozial interagieren, meistens aber nur zusammen von den Pillen und/oder Drinks runterkommen, die sie zwei Stunden vorher genommen haben. Wenn du das nicht nur mit engen Freunden machst, wird es für alle eine erschreckende und verstörende Erfahrung. Dieser seltsame Typ wird nicht dazu gehören und klaut vielleicht deinen Vaporizer und das will doch keiner.

2. Bereite dich auf eine Afterhour vor, auch wenn denkst, dass du auf keiner landen wirst

Reden wir über lebensnotwendige Dinge: Sonnenbrille, Kaugummi und Deo. All diese Dinge sind natürlich alltägliche Notwendigkeiten, können aber sogar zu Lebensrettern werden. Du wirst es wahrscheinlich merken, wenn du bis neun Uhr morgens im Club bist, nicht nach Hause gehen willst, bei irgendjemandem im Garten landest und dann deinen Freunden Bilder schickst, wie du einen Bloody Mary kippst. Nimm diese lebensnotwendigen Dinge mit, wenn du das Haus verlässt. Du wirst mir später danken.

3. All die ausgeprägten Meinungen, die du über Norbert Hofer und Techno hast? Lass sie Zuhause

Mach es bitte einfach. Jeder operiert nur noch mit zweieinhalb Gehirnzellen, die nach dem nächsten Zug auch noch weg sein werden, und keiner will etwas anderes hören außer: "Dieser Track fahrt", "Ich habe Alkohol bestellt und er kommt in den nächsten fünf Minuten" oder "Ich liebe dich". Bei Afterhours liebt jeder jeden—manche tun nur so und manche denken es wirklich—also kreuz nicht beinahe nüchtern auf und versuch eine Diskussion anzufangen, für die man eine Aufmerksamkeitsspanne von mehr als ein paar Sekunden benötigt. Man wird dich für immer hassen. Besonders, wenn es um Hofer oder Markus Söder geht.

4. Sei nicht so gierig, wenn es um die Afterhour-Köstlichkeiten geht

Joints, Alkohol und Zigaretten müssen geteilt werden. Afterhours sind ein bisschen wie Kommunismus, nur netter. OK, das nehme ich zurück, es ist überhaupt nicht wie Kommunismus. Aber wenn du beim gemeinsamen Abstürzen etwas von dem billigen Sekt abhaben willst, dann wirst du das sehr wahrscheinlich, solange du ein paar Euro dazugibst und lächelst. Sei nicht die Person, die den labilen Zustand ausnutzt, in dem sich alle befinden. Sie wirken vielleicht angeschlagen, aber das Gedächtnis funktioniert noch und sie merken sich alles.

5. Jetzt ist nicht die Zeit, um mit deinem seltsamen Musikgeschmack anzugeben

Die Leute machen zwar selbst an ihren besten Tagen Sachen, die nicht unbedingt Sinn ergeben, aber warum jemand um 10 Uhr morgens nachdem er fünf Stunden zuvor eine Ladung Ketamin genommen hat, Ginuwine mit "Pony" anmacht, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Aber lass die Person ruhig machen. Niemand mag Raunzer und wenn du darauf bestehst, die Leute mit einem spontanen Spotify- oder YouTube-DJ-Set zu bespaßen, um "den Tag zu retten", dann kann ich garantieren, dass du jemandem auf die Nerven gehen und wie ein Idiot aussehen wirst. Wenn du dich nicht entspannen kannst, geh nach draußen und rauch ein wenig Gras, irgendjemanden wird schon welches haben. Oder eben eine Zigarette, reicht auch. Lass die Leute einfach ihre Musik hören, selbst wenn sie einen schlechten Geschmack haben.

6. Wenn du erstmals den Drang hast, zu gehen, steh auf und geh

Das Schwerste an einer Afterhour ist, den richtigen Zeitpunkt zum Gehen zu finden. Die Angst, etwas zu verpassen, hat dich zwar erst an diesen Ort gebracht, aber sie hält dich auch davon ab, vom Sofa aufzustehen, wo du von den ganzen Gestalten umgeben bist, die seit Tagen nicht geschlafen haben. Am Anfang sind Afterhours wirklich nett, aber irgendwann musst du es einfach gut sein lassen. Ich war mal bis ein Uhr mittags bei einer Afterhour, weil jemand gesagt hat, er hätte Espresso Martinis bestellt und dass wir alle bleiben und den Sonntag unseres Lebens haben sollten. Wir hatten eine Weile Spaß, aber irgendwann ging uns der Alkohol aus, die Sonne kroch durchs Fenster und die Unterhaltungen wurden zäher als unsere Kaugummis. Die Espresso Martinis kamen nie. Hau ab, solange du noch kannst ... Es wird nächste Woche wieder eine Afterhour geben.

Dieser Artikel ist vorab auf THUMP erschienen.

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