Rituelles Pinkeln mit Future Islands


William, Sam und Gerrit von Future Islands. (Fotos: Luis Einhauser)

William:

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Nein, keine Sorge, ich werde ausschließlich Quatsch-Fragen stellen. William:

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Heute lief alles glatt, aber habt ihr einen Auftritt auch schon so richtig verkackt? William:

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Sam: William: Na ja, aber das war ja nicht wirklich eure Schuld. William: Sam: William:

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Sam: Ihr wart schon ein paar Mal in Berlin. Was haltet ihr von der Stadt? Sam: William: Sam: Ja, vielleicht solltet ihr das mal probieren. Immerhin gibt es genug Leute, die genau aus dem Grund extra nach Berlin kommen: Sich schön wegballern und ausgehen. Hier liegt wohl etwas in der Luft. Sam: William: Ja, macht doch mal! Sam: William: Aber mögt ihr überhaupt elektronische Musik? Denn auf nahezu allen guten Partys hier kriegt du in erster Linie Techno. Sam: William:

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Sam: William: Sam: (Mit Werbesprecher-Stimme) (lacht) Also wenn wir später ausgehen und du ein Raver sein willst, dann muss du dir heutzutage ganz viel Glitzer ins Gesicht schmieren und eventuell auch ein paar Federn in die Haare stecken. William:

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Das ist ja voll düster, damit bist du leider von gestern. Ihr solltet auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, dass die Raver von heute, dieses Neo-Hippy-Ding durchziehen. Sam: Ach ja? William: Sam: Ich hab nicht mit Drogen angefangen. Geht ihr denn gerne aus? Sam: William: Sam: (zeigt auf Gerrit) Gerrit: (alle lachen) William: Sam: Was stellst du denn an, dass du vom Mauerblümchen zu so einem Tier auf der Bühne wirst? Habt ihr sowas wie ein Ritual, wodurch ihr in Stimmung kommt? William:

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Sam: William:

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Gerrit: Schön, dass du etwas sagst, Gerrit, das habe ich nicht erwartet. Sam: Gerrit: William:

Aber ist das nicht eine recht verbreitete Sache unter Bands? Ihr redet alle durcheinander, dass muss hier etwas geordneter zugehen. Also: Gerrit?
William: Ja schon, also ich versuche vor jedem Auftritt, die ganze Pisse aus meinem Körper heraus zu befördern. Ich will so viel wie möglich pinkeln, das ist mein Ritual. Ich mache das ganze drei Mal in den fünf Minuten vor dem Auftritt.

Das ist ein sehr nützliches Ritual.
Sam: Ich brauche einen Shot Tequila bevor ich auf die Bühne gehe. Also nicht immer, aber schon oft. Das ist ziemlich wichtig für mich.

Um dich zu beruhigen?
William: Ich und Gerrit, wir trinken rituell ein kühles Bier, bevor wir auf die Bühne gehen. Sieht halt auch echt gut aus, wenn du mit einer Bierflasche in der Hand auf die Bühne kommst.
Sam: Bier ist wichtig. Man muss aufpassen, dass man genug Flüssigkeit zu sich nimmt.


Rituelles Biertrinken mit William.

Richtig, eine ausreichende Bierzufuhr ist sehr wichtig. Aber ihr seid dann doch nicht etwa betrunken auf der Bühne? Sam: Und macht das eure Konzerte besser oder schlechter? Sam: Für euch oder für das Publikum? Ich denke nämlich, das Publikum kriegt das größtenteils gar nicht mit, ob ihr getrunken habt oder wenn ihr euch mal verspielt. Sam: William:

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Sam: William: Sam: Ich denke auch nicht, dass es entscheidend bei einem Auftritt ist, ob er technisch perfekt ist, es ist wichtiger, dass man das Gefühl hat, die Band ist ehrlich und authentisch und dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ob ihr was gesoffen habt. Und so lange ihr eure Instrumente noch einigermaßen spielen könnt, geht das doch klar. Sam: William: Sam: Ja, das mag sein. Aber die Kinder, die VICE lesen, sind sowieso alle schon völlig verdorben. Sam: Na ja. Darin steckt auch ein wahrer Kern, von mir aus, kannst du das ruhig sagen. Sam: William:

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Gerrit: Sam: Ja gut, hier habt ihr eine: Was ist eure Meinung zu großen Shows? Ich finde ja, ihr seid eine Live-Band und funktioniert am Besten, wenn man im Publikum irgendwo vorne steht und so nah an euch dran ist wie möglich, euch vor allem tatsächlich sieht. Gerrit: Also denkst du nicht, dass es ein entscheidender Aspekt eurer Auftritte ist, diesen sehr engen Kontakt mit eurem Publikum herzustellen? Gerrit: Würdest du sagen, das eine ist besser als das andere? Gerrit: William: Gerrit: William:

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Gerrit: Sam:

Super! Dann sag mal deine Meinung.
Sam: Meiner Meinung nach, ist es gar keine sichere Sache vor vielen Menschen zu spielen.
William: Doch, ist es. Diese Barriere zwischen dir und den Leuten!
Sam: Nein, weil die Sound-Anlagen zum Beispiel auf Festivals oft total beschissen sind. Wie gestern erst (auf dem Pantiero Festival in Cannes), da hatten wir überhaupt kein leichtes Spiel und ich habe mich wirklich unwohl gefühlt. Also ich mag es, in einem kleinen Raum zu spielen, weil ich den Leuten in die Augen schauen will. Ich will ihnen körperlich auf die Pelle rücken. Also nicht, dass ich ihnen tatsächlich weh tun möchte, aber ich will diesen Typen, der apathisch in der ersten Reihe steht, anfassen und ins Gesicht schauen können. Ich hab mir auch schon öfter solche Leute geschnappt und sie an ihrem Scheißshirt gepackt. Und dann schauen sie mich entweder ganz erschrocken an oder sind auf einmal wie wachgerüttelt und blühen auf. Man stellt so einen ganz anderen Bezug zu den Leuten her.

Danke, genau das meine ich! Also ich hab euch unter Anderem auch letztes Jahr in Köln im Sonic Ballroom und da hast du genau das gemacht: Du bist von der Bühne heruntergeklettert und die Leute hatten fast schon Angst vor dir, aber das hat alles so intensiv gemacht. Es war ein wahnsinniges Konzert.
Sam: Ja! Ich glaube, dieses Gefühl von Angst sorgt auch dafür, dass diese Hemmschwelle bei den Leuten einbricht.
William: Und bei großen Shows kann dieses Gefühl von Angst gar nicht entstehen und dementsprechend bleibt diese Barriere auch erhalten.
Sam: Aber du hast du behauptet, das wäre etwas Gutes.
William: Nein, ich hab gesagt, dass das scheiße ist. Ich hab gesagt, wir bevorzugen kleine Konzerte.
Sam: Ach so.
Gerrit: Also alles, was ich gesagt habe, ist, große Shows sind bequemer …
William: Gerrit steht als einziger drauf.
Gerrit: Ja, scheiße, ich stehe dazu. Die Leute lenken mich nicht ab, ich kann mich aufs Spielen konzentrieren und krieg meinen Scheiß auf die Kette, ich kann mich selber hören …
William: Ich schätze, das ist ein Diskussionspunkt, darüber reden wir noch einmal, Gerrit.(lacht)

Finde ich gut. Ich kann Riesenkonzerten nichts abgewinnen.
William: Du hättest am Anfang nicht sagen sollen, dass du nur Quatsch-Fragen stellen wirst. Jetzt hast du den Salat! Tut uns leid, willst du noch was wissen?

Nein, ist schon OK. Lassen wir das. Ich würde jetzt auch gerne was trinken und später gehen wir raven.

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