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The Noisey Guide to

Der Noisey Guide to being a Groupie. Teil 2: Der Gitarrist/ Bassist

Wie man sich als Groupie das richtige Bandmitglied aussucht? Heute stellen wir dir die Pros und Contras der Gitarristen und Bassisten vor.
19 Januar 2015, 1:10pm

photo credit: starbright31 via photopin cc

Du hast es also in die erste Reihe geschafft. Doch oje! Die sind ja alle hot. Wie suchst du dir, als Groupie der ersten Stunde, also das richtige Bandmitglied aus? Kommt darauf an, auf welchen Typ du so stehst. Wir haben hier einige der schönsten Klischees zusammengetragen, du kannst selbst entscheiden, in welches du dich oberflächlicherweise einordnen willst. Gleich noch vorab: Für die Recherche zu dieser Artikelreihe wurden vornehmlich Bands der klassischen Indierock/pop-Formation gewählt. Wir wollen ja auch immer schön differenzieren können zwischen den vier main members: Sänger, Gitarrist, Bassist, Drummer. Keys ab und an, nagut, aber das wars dann schon, wir wollen ja mal nicht übertreiben. Und scheiße ja, es wird oberflächlich verhandelt.

Wir haben also kürzlich untersucht, wieso oder wieso auch nicht, du dir am besten den Leadsinger der Band schnappen solltest. Gehen wir nun einen Schritt weiter. Wer steht direkt neben diesem Semigott? Richtig, der Gitarrist oder der Bassist. Im besten Fall natürlich beide.

Womöglich fällt er dir vielleicht auf den ersten Blick gar nicht auf (gut, immerhin hast du dich gerade mit ein paar anderen willigen Chicks um die front row geprügelt), bis du merkst, dass der Sänger eigentlich nur so tut, als würde er Akkorde zupfen und die Musik von nebenan kommt. Im Schatten stehen? Ach was, kaum jemand ist so sexy wie ein Bassist, der mit seiner Gitarre tanzt, als wäre sie die scharfe Katze an der Bar, die jeder gerne ansieht, aber sich niemand anzusprechen traut. You got the love: um ein Saiteninstrument kreisende Hüften haben wohl selten so sexy ausgesehen wie bei Bilderbuch-Mitglied Michael Krammer. Damn, in Wirklichkeit demonstriert er damit ja nur, wie gut er dann ebenso mit einem Frauenkörper umgehen kann. Zumindest wollen wir uns das momentan naiverweise einmal einreden.

photo credit: benzpics63 via photopin cc

Pluspunkt Numero uno also: Er ist vermutlich nicht ganz so selbstbezogen wie der Star der Truppe, der schon oft erwähnte Sänger. Eine gewisse Unterwürfigkeit ist womöglich einer seiner Charakterzüge, die du für dich nutzen kannst. Wenn du es schlau anstellst, Baby. Wo wir schon bei Baby sind: von selten jemand anderen lassen wir uns lieber so ansprechen als von einer Truppe schöner, blauäugiger Schweden—vorzugsweise in gebrochenem Englisch, das sie nur noch entzückender macht. Ja gut, wir landen gezwungenermaßen wieder bei Mando Diao. Zuerst als gaga beschimpft, muss festgehalten werden, dass dies wohl eine der sexiesten Bands überhaupt ist. Allen voran die beiden main stars: Gustaf und Björn. Haben wir letztes Mal über Gustafs blond gefärbte Mähne und togaähnliche Kleidung abgelästert, ist es nun Zeit to spread the love: Singen wir ein Loblied auf Björn Dixgård, der nicht nur Gitarre spielen, sondern auch noch seine Stimme einsetzen kann. Nächster Pluspunkt also: Nicht selten singen diese Traummänner von Gitarristen gar nicht mal so scheiße. Gutenachtständchen also: Check.

Ein weiteres Beispiel eines solchen Wunderwuzzi wäre Thom Powers, Gitarrist und Sänger der neuseeländischen Band The Naked and Famous (der bringt sowieso einen Jackpot mit, er spielt nämlich noch dazu mit einer Frau in der Band, naja hallo, weiß also wenigstens schon einmal, dass er nach dem Pinkeln gefälligst die Klobrille wieder hinunterzuklappen hat). Und um dem Ganzen an dieser Stelle noch ein Krönchen aufzusetzen, hier eine flotte Auswahl an schönsten Versionen von a) kann Gitarre spielen b) kann singen und c) sieht verdammt nochmal aus wie ein junger Gott: Keith Murray (We Are Scientists), Nick Valensi (The Strokes) oder Dougie Payne (Travis). Lasst uns schmachten, Ladies.

Einen weiteren proof dafür, dass Gitarristen auch einfach das gewisse scharfe Etwas mitbringen, hat uns Sergio Pizzorno von Kasabian geliefert: Wer für G-Star Raw (der wohl most sexy Name einer Bekleidungsfirma ever) seinen Knackarsch in eine Jean zwängen und darin dann von diversen überdimensionierten Werbeplakaten böse dreinschauen darf, hat irgendetwas richtig gemacht (lass dich nicht davon abschrecken, dass sein Oberschenkeldurchmesser in diesen sexy pants sich dem deines Unterarms ungefähr annähert—irgendwo müssen drug abuse und Schlafmangel ja ihre Spuren hinterlassen). Aussehen: demnach ebenso check. Und wo bleibt die Ausstrahlung? Vorerst wirst du mindblown sein von seinem in Trance erstarrten Blick, während er – total intellektuell wirkend – ohne ein Notenblatt zu benötigen ein ganzes Set an Songs einfach so drauflosspielen kann. Boah, der weiß ja wirklich alle Riffs auswendig! Aber ehrlich, sei im Nachhinein nicht überrascht, wenn der geistige Horizont sich dann auch auf genau diese 15 Nummern beschränkt, die er sich mühevoll und unter langjährigem Training eingetrichtert hat. Philologisch wertvolle Anmachsprüche wie „Ey Puppe, willst ne Suppe“ sollten dich demnach nicht weiter wundern. Immerhin hat sein Kopf zwei Funktionen: die erwähnten Tracks seiner Band, die er sich mühevoll antrainiert hat, zumindest solange zu behalten, bis der Gig im Kasten ist, und weiters muss er ja auch irgendwo sein Stirnband befestigen.

photo credit: subtext.at via photopin cc | CC BY-NC 2.0

So und nachdem wir uns an Schönheit und Talent ergötzt haben, müssen wir auch ein Auge auf die Schattenseiten unseres ausgewählten Gitarristen/Bassisten werfen. Immerhin soll dies hier eine Starthilfe ins Groupietum sein—und blaue Augen haben wir schon lang keine mehr (nur den royal blue Lidschatten, hot hot go!).

Ist der Sänger mit seinem Publikum und/oder seinem Egoismus verheiratet, ist die Gitarre das Um und Auf deines neuen Herzbuben. Beware: Sie wird IMMER mit dabei sein und ist womöglich sogar noch schlimmer als seine heimliche Zweitfreundin. Sie schläft neben euch. Wenn du aufwachst, wirst du nicht frisch duftenden Kaffee riechen, sondern Politurcreme. Durch die Tür oder gar die Treppen hinauf wirst nicht du getragen, sondern sie (dass sich das Türaufhalten natürlich auch nicht ausgeht, scheint da nur logisch). Abgesehen davon meckert sie nicht, ist rund um die Uhr für ihn available, versteht sich mit all seinen Freunden, widerspricht niemals und ist die einzige, der er seine tiefsten Gefühle mitteilt. Du bist zwar ganz nett als Inspiration und wenn du Glück hast, erwähnt er dich sogar in einem seiner ach so glorreichen Lyrics (sofern er schreiben kann), aber das wars dann schon wieder. Eines Tages wirst du beginnen, Pläne zu schmieden, wie du sie ihm austreibst, diese Liebe zu ihr. Sei nicht naiv: never gonna happen. Schon erwähnt wurde der heiße Tanz von deinem Angebeteten und seinem Instrument—nur dass er da in einer Leidenschaft aufgeht, die du nie in ihm entfachen wirst. Multitasking ist nicht. Love sharing demnach auch nicht. Eine Nummer eins gibt es leider schon, du wirst nachgereiht.

Abgesehen davon, dass du also sein Ego immer wieder aufbauen musst—er immer hinhoffend auf den großen Durchbruch, von dem er ständig redet, egal, ob du danach gefragt hast oder nicht—musst du dir also auch in diesem Fall so ziemlich alles gefallen lassen. Kann ich dir heute noch was vorspielen? Diese Frage wird sich in deinen Gehörgängen zu einem krebsartigen Geschwür auswachsen, dich in deinen Alpträumen verfolgen und the more, the better: deinen Alltag bis auf alles weitere prägen. Immerhin hast du ja kein eigenes Leben.

Unterm Strich führt ihr also—du, er, die Scheißgitarre—eine Dreiecksbeziehung, der du dich zu fügen hast. Wenn dir die Aussicht auf diese menage à trois nichts ausmacht, go for it. Ansonsten: lasst uns nächstes Mal den Drummer genauer unter die Lupe nehmen.

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