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Noisey Blog

Die besten Abschleppschuppen Zürichs

An den richtigen Orten kann man auch in Zürich problemlos jemanden aufreissen.

von Nadja Brenneisen und Esra Widmer
29 Januar 2015, 12:57pm

Foto von Nadja Stäubli

Zürich ist keine trockene Wüste in Sachen Fleischeslust. Auch wenn du die Mythen über Zürcher Arroganz kennst und selber schon egozerstörende Abfuhren auf Zürcher Strassen kassiert hast: Du hast bisher nur nicht die richtigen Orte oder funktionierenden Strategien gekannt. Du bist bisher resigniert vom einen Club an der Langstrasse zum nächsten geflattert und hast deine Augen rigoros auf den schmutzigen Dancefloor gerichtet, um keinen Augenkontakt zu riskieren. Oder du bist Statistiker („Einer von hundert wird über mein dümmliches Lächeln und den toxischen Atem dahinter hinwegsehen“).

Zürcher an den richtigen Orten und im richtigen Zustand können eigentlich ganz handzahm sein und mit den richtigen Anmach-Sprüchen bewaffnet, kannst du den eigentlichen Sinn jeder durchzechten Nacht erfüllen.

Foto von Evan Ruetsch

Gonzo

Die Königin der Abschleppschuppen ist ohne Zweifel das Gonzo. Meine Mitbewohnerin nennt den Club liebevoll „die Bumshöhle“, was sowohl die Location, sowie ihren eigentlichen Zweck hervorragend beschreibt. Im Gonzo feiern Hipster zu Halligalli-Musik und müssen sich dafür nicht schämen. Es liegt Toleranz und Liebe in der Luft. Die Betreiber des feuchten Kellers haben bei der Raumaufteilung den bewussten Fehler gemacht, die Menschen einzuengen. Heisst: viel Körperkontakt auf dem Dancefloor, sowie an der Bar.

Am meisten auf ihre Kosten kommen Leute, die Nähe suchen, aber im Raucherbereich: Die komplette Abwesenheit von Sauerstoff, dicht gedrängte, verschwitzte Körper und temporär erlebte Blindheit, vernebeln einem jeden Sinn (auch für Stil und Ästhetik) und bescheren einen kostenlosen Trip. Im Gonzo mögen sich die Menschen. Und das zeigen sie auch. Ein kleines bisschen vermute ich aber, dass die Mexikaner (Tabasco-Shots), die hier Renner und Pflicht sind, nicht nur wegen der Schärfe aphrodisierend wirken, sondern scharfmachende Gewürze enthalten. Wenn du also hier niemanden abschleppst, bist du für immer verloren.

Empfohlener Spruch, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen:

Dein Schweiss fühlt sich irgendwie besser an, als der von allen anderen hier!

Ich hab dich vorhin schon gesehen und dann in jeder Ecke gesucht und jetzt hier gefunden!

Foto von: Wasted.af

Plaza

Donnerstags ist das Plaza ein Paradies für paarungsbereite Studenten. Das Label Nachtseminar lehrt seinen Partyjüngern nämlich, dass die Zürcher Studentenfeten nicht mehr Niveau haben, als College-Partys in den USA. Es gibt Beerpong. Limbo-Wettbewerbe. Rote Pappbecher! Und jede Menge anderssprachige Studenten, deren Mütter weit weg wohnen und deren Schamgrenze dementsprechend kaum mehr existiert. Die Anmachen sind international. Schon einige Italiener haben mich mit dem Spruch „What’s your favorite pasta?“ angemacht.

Geheimtipp: Alle paar Monate wird die Party vom medizinischen Fachverein gehostet. Vor allem die Medi-Frischlinge befassen sich so intensiv mit Anatomie, dass sie keine Gelegenheit auslassen, ihr Wissen durch Praxiserfahrung zu überprüfen. Kleine Anekdote: Ein angehender Arzt hat mich mal gefragt, ob wir Frauen pinkeln können, wenn wir einen Tampon eingeführt haben. Und ob ich ihm nicht mal zeigen wolle, dass wir da unten wirklich zwei Ausgänge haben. Wenn dir solche Gespräche Spass machen, dann los. Das Latein-Wörterbuch nicht vergessen!

Empfohlener Spruch, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen:

I’m sure we’ve met in the cafeteria before. You were selling those Ritalin pills next to the tabletop football, right?

Foto von Nadja Stäubli

Zukunft

In der Zukunft habe ich noch nie einen normalen Abend erlebt. Und mit normal meine ich nicht sauberes Partymachen. Hemmungslos ist das Wort, das die Zuki-Nächte beschreibt. Dazu am besten auch eine Anekdote: Gegen vier Uhr ist eine gute Zeit, um in der Zuki vorbeizuschauen. Einmal waren wir zu dritt unterwegs. Ziemlich blau. Wir wurden immer wieder dumm angegraben, weshalb wir dann die Lesben-Nummer abzogen. Dann kam ich mit einem Typen ins Gespräch, der mir die Ohren vorheulte, wie schwer es sei, attraktive Frauen erfolgreich anzusprechen. Sogar ich als Lesbe könne noch leichter als er, Hetero-Frauen rumbekommen.

Challenge accepted! Das Fazit des verbleibenden Abends hat mich dann selber überrascht. Nachdem ich mit zwei offensichtlich straighten Frauen rumgemacht hatte, bin ich an eine wohl geübtere Lesbe geraten. Fast schon brutal hat sie mich zur Toilette geschleift. Während sie ziemlich verbissen in der Tasche nach ihrem Koks gesucht hatte, ergriff ich die Chance, ihren Eifer zum sofortigen Sex im Hier und Jetzt zu mindern. Wir redeten ein bisschen. Ich erfuhr, dass sie einen Sohn hat, der gerade fünf Jahr jünger ist als ich. Am selben Abend liess sich meine Freundin auf einen Typen ein, der uns und gefühlten zwanzig anderen Kunden im Happy Beck (Dort wo Nachtmenschen Gipfeli essen.) nebenan sein Schwanz-Piercing zeigte. Egal ob bi, hetero, homo (diese Grenzen verschwimmen hier eh), verzweifelt oder nicht. Alles ist möglich!

Empfohlener Spruch, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen:

Wuua findsch de Sound au so geil wie ich? (Gefolgt von dezenter Berührung an unbekleideter Körperstelle)

Foto zur Verfügung gestellt von usgang.ch

Vior

Wenn du auf Schickeria-Läden stehst, dann bist du im Vior genau richtig. Das Fleisch hier ist nicht nur grosszügig zur Schau gestellt, sondern auch perfekt zurechtgerückt und hergerichtet. Es wird gepusht wo nur gepusht werden kann, die Kleider werden kategorisch zwei Nummern zu klein getragen. Jungs, die sich das leisten können, drücken hier gern eine weitere Hand voll Hunderter-Scheinen ab, um die Kellnerinnen mit Nippelhütchen und einer weiteren Flasche Belvedere anmarschieren zu sehen.

Frauen in Lack und Leder gehören sozusagen zum Interieur. Wenn du bei einer solchen Frau landen möchtest, brauchst du weder Manieren noch Charme. Im Vior ist das Leben noch erfrischend eifach. Geld reicht vollkommen aus. Ganz schön schwierig ist es allerdings, die richtigen Frauen in deine Lounge einzuladen. Denn entweder du bezahlst ihr nur die Drinks, oder du drückst ihr am nächsten Morgen noch tausend Franken für den Domina-Komplettservice und die Striemen auf deiner Haut in die Hand.

Empfohlener Spruch, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen:

Kannst du mir sagen, wie spät es ist? Ich hab meine Rolex zuhause liegen lassen und mein Blackberry liegt noch im Lambo...

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