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You Need to Hear This

Können Kinder von Rappern eigentlich auch gut rappen?

Kanyes Tochter wird nach Ansichten der Kritiker steil nach oben gehen. Das gibt Anlass für einen Blick auf all die Söhne und Töchter unserer gefeierten Stars und ihr musisches Erbgut.
Ryan Bassil
London, GB
08 Juli 2013, 2:30pm

Selbst wenn du deinen Urlaub saufend, fickend und kotzend in Magaluf oder auf einem brennenden Ölfeld in Kuwait verbracht hast, dann wirst du wohl trotzdem nicht verpasst haben können, dass vor ein paar Wochen sowohl Kanyes Baby, als auch sein Album leakten. Am 14. Juni war Yeezus auf YouTube verfügbar und einen Tag später schlüpfte die kleine North West aus Kim Kardashians Bauch—ein Baby, das nach Ansichten der Kritiker steil nach oben gehen wird und leicht nach links.

Obwohl die übertriebene Erwartungshaltung eine Schlüsselqualifikation eines guten Journalisten seien sollte, zeigt ein Blick auf die Abstammung anderer berühmter Sprösslinge—Blanket Jackson, Sean Lennon, das Baby von Nirvanas _Nevermind_-Albumcover und die Fette von den Osbournes—dass die kleine Nori West mindestens mit mittelmäßigen Erfolg beschenkt werden wird. Wie auch immer, Kim und Kanye sind auf jeden Fall nicht das einzig royale Rap-Pärchen und der Konkurrenzkampf der Rap-Kids um die wenigen Plätze im Spätnachmittagsfernsehen ist hart. In unserer Zeitrechnung gab es mindestens zehn berühmte Rapper, die musikalisch ambitionierte Kinder zeugten. Aber kann einer von ihnen über die Presseaufmerksamkeit des Geburtsschleims hinauswachsen und tatsächlich nach dem Zepter des Vaters greifen—so wie ein Charlie Sheen des Rap-Games, nur ohne die ganzen Drogen und catchy Slogans? Lasst uns einen Blick wagen.

Reginae Carter
Vater: Lil Wayne

„Daddy’s Little Girl“ hat auf jeden Fall erst mal nicht diese verdrogten Sizzurp-getränkten Vocals in Kombination mit heftigen Bassbeats, in die die Weezy-Fans sonst vorzugsweise ihr Geld investieren. Das hier hingegen nimmt sich seine Inspiration eher aus der „How To Love“-Ära Waynes, als er vergaß, wie man Punchlines wie „It’s Lil Weezy, they cannot see me like they’re Stevie“ schrieb und sich stattdessen banalen Plattitüden über verflossene Lieben widmete. Falls du nicht besonders gut darin bist ziemlich offensichtliche Anspielungen zu erkennen, dann sei dir gesagt, dass dieser Song eine Ode an Daddy Wayne ist. Das klingt ja erstmal ziemlich niedlich, aber dann fällt dir auf einmal ein, dass Weezy sie mit 15 gezeugt hat, schon drei weitere Kinder hatte und den Großteil der Kindheit seiner Tochter wohl zwischen den Schenkeln irgendwelcher Stripperinnen verbracht hat.

Jaquan Shakur

Vater: Tupac Shakur

Zu Beginn des Videos scheint es so, als ob Jaquan Shakur als Teenager etwas zu viel Zeit mit damit verbracht hat, Weed zu rauchen und ein bisschen zu viel Nabelschau betrieben hat. Aber wenn er anfängt zu singen, dann wirkt er eher wie einer dieser Singer-Songwriter, die unaufhörlich ihre YouTube- und Facebook-Accounts mit Videos vollpumpen, auf dem sie Freestyles vortragen, die sie von dem Bildschirm ablesen auf dem die Kamera steht. Bedauerlicherweise muss Makavelis Sohn, einfach aus dem Grund, dass er Makavelis Sohn ist, nie drei Tage hintereinander jeden selbstbetitelten Journalisten auf Twitter mit seinem neuesten Mixtape vollspammen, weil er allein schon 150.000 Klicks als Anrecht durch seine Geburt hat. Falls das alles doch nicht so richtig klappt, hat dann vielleicht jemand eine Telefonnummer einer Doppelgänger-Firma? Scheiß doch auf dieses Hologramm, wenn du diesen Typen hier haben kannst.

Cori B

Vater: Snoop Dogg

Wenn dein Papi als einer der OGs der Westküste gehandelt wird, wirst du sicher mit ausreichend kalifornischem Stil und Selbstsicherheit geboren, um ein Musikvideo über jeden Shizzle zu drehen, der dir grad einfällt. So betrachtet ist Cori B‘s „Do My Thang“ gar nicht so stark von Papi beeinflusst und würde auch als Soundtrack für einen Gangbang nicht so richtig taugen. Es ist eine simple Ode an das einfachste Bestreben in der Welt, sein eigenes Ding zu machen. Selbst wenn das heißt, mit deinem Vater in einem Shop zu arbeiten und zu klingen als wäre man die Tochter des Fresh Prince persönlich.

Jaden Smith / Willow Smith

Vater: Will Smith

OMG & Doughboy

Vater: Ice Cube

Ice Cube‘s Brut in Form von zwei ausgewachsenen Söhnen wäre vom früheren Ice Cube erstmal mit auf einen richtigen Roadtrip genommen worden. Statt einem öden Sonntagsausflug zum Einkaufscenter ASDA, wie die Mehrheit ihrer Altersgenossen, stelle ich mir O‘Shea Jr. und Darrel in ihrer Kindheit in einer San Andreas-tauglichen Landschaft vor, bevor sie zu Hause auf der Couch „Are We There Yet“ schauen. OMG & Doughboy führen Ice Cube‘s Werk fort, indem sie von überzogenen Summen rappen, die sie für Autos, Uhren und anderen Kram, den ich nur googlen kann, rausschmeißen, in einen Hiphop-Hollywood-Traum verpackt. Herrlich.

Blue Ivy Carter

Vater: Really?

Gerade erst aus Mamas Bauch entlassen, hat Blue Ivy bereits mehr Features mit Sean Carter als irgendwer sonst innerhalb der letzten 12 Jahre. In „Glory“ erzählt Jay: „Ein jüngeres, schlaueres und schnelleres Ich / Eine Prise Hov‘, ein ganzes Glas B, das ist ein höllisches Gericht“—da kann man schlecht gegen argumentieren, das ist Teil der Kochkunst. Neben den Songtexten, die unnachahmlich von einem anderen Baby auf dem Planeten handeln können, tut es nur so weh, daran zu denken, dass jedes Bäuerchen, dass sie von sich gibt, mehr wert ist als der Inhalt eines Barclay-Studenten-Kontos.

Zonnique Pullins (OMG Girlz)

Vater: T.I.

Zonnique ist die Stieftochter von diesem T.I. und strebt ebenso wie ihr Vater ins Rampenlicht und die Schlagzeilen, mal abgesehen von den Sätzen über Knastaufenthalte. Die OMG-Girlz sind ein erwachsenens R&B-Trio, das genug Gucci im Inventar aufweisen kann, um solche Songs authentisch auf die Leinwand zu bringen. Ihnen ist wirklich gut zuzuhören, wenn dich Ciara und Jazze Pha 2004 in eine Crunk-beherrschte Utopie geboxt hätten.

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