Genre für Dummies: Chicago House

Zeitgleich zu der Entstehung des Detroit Techno entwickelte sich in Chicago ein Genre, das seinen Namen nach dem Warehouse wählte, einem der wichtigsten Clubs der Stadt.

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02 Februar 2016, 8:51am

Eine Straße in Chicago zu Ehren von Frankie Knuckles | Foto via Flickr | Karen Bryan | CC BY 2.0

Zeitgleich zu der Entstehung des Detroit Techno entwickelte sich in Chicago ein Genre, das seinen Namen nach dem Warehouse wählte, einem der wichtigsten Clubs der Stadt. House knüpfte an die Tradition des Discos aus den 1970er Jahren an. Frankie Knuckles, Kultfigur des Warehouse, sagte dazu ganz griffig: „House is the revenge of Disco."

Steve Silk Hurleys Klassiker „Jack Your Body" wurde zur Hymne des gleichnamigen Tanzes. Laurent Garnier beschreibt diesen Tanz in seinem Buch „Elektroschock" so: „Zum Jacken musste man mit den Füßen auf dem Boden bleiben und sie zugleich von außen nach innen gleiten lassen, die Beine überkreuzen sich mit einem breiten Hüftschwung. Und Jackin' war eine ernste Angelegenheit. Die Tänzer kamen auf die Tanzfläche, um zu zeigen, was sie konnten, und wie bei den im HipHop angewandten Regeln wurden die Versager sofort aus dem Kreis der Tanzenden ausgeschlossen." Alles war, im Gegensatz zum Techno ‚Marke Detroit', dem positiven Vibe verschrieben. Es ging darum, eine gute Zeit zu haben. House Marke Chicago war und ist mit der Black Community verbunden, gleiches gilt für die Homosexuellenszene. Die in Chicago entstandene Musik wird mitunter auch als ursprüngliche House-Musik beschrieben, auf der alle nach ihr folgenden Genres aufgebaut haben.

Der treibende Beat ist dabei stets einfach gehalten und wird mit eingängigen Elementen aus Soul, Funk und Disco bespielt. Der 4/4-Takt kommt aus der Drum Machine der üblichen Geräte aus dem Hause Roland, also TR-909, TR-808 und TR-707. Die Hi-Hat im typischen Off-Beat-Groove des Discos, der Bass stammt meistens aus dem Synthie des TB-303. Die Vocal-Samples hatten zumeist die gleiche musikalische Quelle wie der Rest der Musik und forderten unmittelbar zum Tanzen auf. Zum Jacken eben.

Dieser Artikel ist zuerst auf THUMP erschienen.

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