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Mit Discus Throwers hat Österreich einen neuen Online-Shop für Vinyl

Seit dem Wochenende hat Wien einen Vinyl-Retailer mehr. Wir haben mit dem Betreiber geredet.
19.11.14

Foto via Facebook

Seit dem Wochenende ist Wien um einen Vinyl-Retailer reicher: Der kleine, aber vielversprechend klingende Online-Plattenvertrieb Discus Throwers nahm am Samstag den Betrieb auf. Da konnten wir gar nicht anders, als dem Gründer Flo Stöffelbauer per Mail ein paar Fragen zu seinem neuen Baby zu stellen.

Noisey: Fangen wir mal einfach an: Wer bist du, und was hast du bisher gemacht?

Flo: Ich heiße Florian Stöffelbauer und ich bin vor ca einem Jahr zum Studieren nach Wien gekommen—auch mit dem Hintergedanken und Wunsch, ein bisschen was in der Musikszene zu verändern oder sie aktiv mitzugestalten. Ich kannte ja durch Veranstaltungen, die ich vor Jahren in meinem Heimatort Haag in Niederösterreich organisierte, schon einige Leute, die in Wien aktiv sind, beispielsweise Kristian Davidek oder DJ Beware. Ich habe angefangen Technische Physik zu studieren, und jetzt versuche ich es so gut es geht, mit meinem Projekt Discus Throwers zu vereinbaren und beides irgendwie unter einen Hut zu bringen.

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Was ist Discus Throwers? Und was kann es, was andere nicht können?

Flo: Ich sehe das Ganze ein bisschen aus dem Blickwinkel eines Vinyl-Nerds, da ich selbst auflege und leidenschaftlich gerne Platten sammle. Ich hatte oft das Problem—und da geht es sicher nicht nur mir so—dass ich Releases von kleinen, neuen Labels, die ich unbedingt haben wollte, von verschiedenen größeren Online-Stores bestellen musste. Man zahlt dann bei jeder Bestellung Unsummen an Versandkosten, meist nur für genau eine spezielle Platte.

Darum habe ich mir gedacht ich kontaktiere genau diese kleinen Labels und biete diese von mir ausgewählten Platten in einem eigenen Online-Store an. Discus Throwers soll ja auch eine Art Plattform für die Heads darstellen. Die Rückmeldungen von den Label-Bossen und befreundeten DJs waren ausschließlich positiv, was mir auch bestätigt hat, dass es so etwas tatsächlich braucht. Ich glaube auch, dass wir in Wien mit den bestehenden physischen Plattenläden relativ gut aufgestellt sind, das hört man ja auch immer von DJs, die in Wien zu Gast sind. Discus Throwers bietet halt noch ein bisschen speziellere Musik an, für die es alleine in Wien nur einen begrenzt großen Markt geben würde, darum verkaufe ich online. Man kann die Platten aber natürlich auch bei mir abholen, um Versandkosten zu sparen.

Foto: Florian Smetana

Was heißt „ausgewählte Tonträger“? Wer wählt wie aus, und in welche Richtung soll es gehen?

Flo: Ausgewählt wird grundsätzlich von mir, wobei ich mir für die Auswahl immer wieder Input von befreundeten DJs hole. Ich habe halt auch gerade jetzt am Anfang nur begrenzte finanzielle Kapazität, was bedeutet, dass ich mir wirklich genau überlegen muss, welche Platten ich anbieten möchte und kann. Ich kenne den Markt schon gut genug, um da die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Hauptaugenmerk liegt aber auf Releases von relativ neuen Labels, die teilweise auch nur in limitierter Auflage erhältlich sind. Das Sortiment wird nicht zu groß gehalten, ich möchte den Kunden einen guten Überblick über die angebotenen Produkte bieten. Mein Ziel ist es, dass die Leute wissen was man in meinem Online-Store und auf meiner Seite erwarten kann.

Screenshot via discus-throwers.com

Soll es dabei eher in die internationale Richtung gehen? Eher Lokales? Beides?

Flo: Vorerst beschränke ich mich mit dem Online-Verkauf auf die EU, da ich alleine natürlich nur begrenzt Zeit zur Verfügung habe und ich mir somit auch logistischen Mehraufwand erspare. Mein Ziel ist es aber auf jeden Fall später auch weltweiten Versand anzubieten.

Soll die Seite über den Shop hinaus noch weiteres bieten?

Flo: Die Seite soll eine Anlaufstelle für Musikconnaisseurs werden. Man kann sich über neueste Releases und Veranstaltungen informieren. Ich mache auch Features mit Labels, Artists oder Kollektiven, da wird es dann kurze Interviews zu lesen geben. Zusätzlich wird es auch eine eigen Mix-Serie geben, mit richtig guten Selector-DJs. Der erste Mix wird bald online gestellt. Das alles soll auch helfen, international wieder ein größeres Bewusstsein für das musikalische und organisatorische Schaffen in Wien zu erzielen. Es ist ja vieles gut wie es in Wien ist, und die Szene-Metropolen Berlin oder London dürfen ruhig auch mitbekommen, was sich da bei uns so tut.

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