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Die besten Stashs – So schmuggelst du deine Drogen aufs Festival

Die besten Stashs—Hier kommen ein paar Tipps vom Profi.
24 Juli 2017, 2:40pm

Screenshot via YouTube

Du kennst das. Auf dem Weg zum Festival fängt dich irgendeine Uniform oder ein ziviler Fahnder ab und fragt nach Drogen. Einige rücken ihre mitgeführten Substanzen vor lauter Schreck freiwillig raus, bei den meisten müssen die Beamten aber intensiver suchen. Gut geschulte Fahnder finden natürlich auch das beste Versteck. Aber je schwerer die Suche ist, desto geringer wird die Gesamttrefferquote. Außerdem hat längst nicht jeder Polizist, der dich kontrolliert, so viel Ahnung wie ein erfahrener Drogenfahnder an der niederländischen Grenze.

Als ehemaliger Chefredakteur eines Szene-Magazins haben mir viele Lesende ihr ganz persönliches Stash-Highlight geschildert. Mal, weil es gut, oft, weil es schief lief. Was jetzt beim Lesen und mit ein wenig zeitlichen Abstand lustig klingt, hatte ein paar Monate nach dem Festival nicht selten üble Folgen für die Betroffenen—wenn es in Hose gegangen ist. Hier sind die besten Methoden:

Die hohle Cola-Dose

Die hohle Cola-Dose war jahrelang der Hit zum Verstecken von Drogen. Allerdings kennen versierte Fahnder solche Dosen mittlerweile nur zu gut. Die 2.0 Version verfügt über einen Schütteleffekt, der Flüssigkeit im Inneren vorgaukelt. Lebensmittelverpackungen mit getarnten Hohlräumen sind im Headshop derzeit in fast allen nur erdenklichen Varianten zu haben. Instant-Nudelsuppe, Chips-Verpackungen, Hundefutter, Dosen-Leberwurst und Haarspray, Werkzeuge oder Rasierspray—es gibt kaum etwas für den täglichen Bedarf, was man nicht auch schon mit einem vorgesehenen Drogen-Hohlraum erwerben kann. Die besten Produkte dieser Kategorie enthalten auch beim Öffnen, wenigstens auf den ersten Blick, was das Etikett verspricht. Offiziell angeboten werden solche Produkte übrigens als Reise-Safes für Wertsachen.

Foto via Flickr | algenta101 | CC BY 2.0

Mit Fahne fahren

Nicht die rot-gelb-grüne Reggae-Fahne mit Hanfblatt schützt vor dem „begründeten Anfangsverdacht", sondern die dezente Alkoholfahne. Besonders aus den Nieder- und Oberösterreichs des Landes, wo ein gestandener Mann nach zwei Litern Bier noch Auto fahren kann, stammen Erfahrungsberichte, denen zufolge eine Alkoholfahne bei einer Verkehrskontrolle nützlich sein kann. „Drogen? Ich trinke lieber mein Bier." Wer dann 0,3 Promille bläst und noch über verpeilte Kiffer wettert, fällt schnell aus dem Raster. Zusätzlich hilfreich ist außerdem die angebrochene Palette Bier im Kofferraum.

Die Hunde mitbringen

Die eigenen Hunde werden von Konsumenten gerne mitgenommen, um Drogenspürhunde abzulenken. Besonders geeignet sind läufige Hündinnen oder ein halbes Hunderudel, das schon seit zwei Stunden im Auto vor sich hin dünstet und die Beamten dann gekonnt ablenken kann. Drogenhunde werden auch geil, wollen spielen, mögen Hundefutter und sind bei solchen Einsätzen ohnehin angesichts der zahlreichen Einsätze oft überfordert.

Foto via Flickr | Leonardo Dasilva | CC BY 2.0

Körperschmuggel (innen)

Zum Schmuggel im Körper fällt mir nur ein Wort zu ein: Igitt. Deine halbwegs normalen Freunde werden garantiert nicht mitrauchen, auch wenn es „super verpackt" war. Dustin Hoffmann hat in Pappilon vorgemacht, wie es geht: luftdicht eingepackt, Oliven-Öl drauf und ab damit. Ob man es dann oral oder rektal einführt, ist egal, beim Auspacken stinkt's erbärmlich. Und wehe, es ist nicht richtig gut eingewickelt. Zumindest auf Festivals eine relativ sichere Methode mit grenzwertigem Ekeleffekt.

Körperschmuggel im Mund oder dem Genitalbereich

Diese Methode ist sehr verbreitet. Nicht nur Captain Mittelstrahls Unterhose bietet Platz für ein paar vorgedrehte Tüten. Wer sein Rauchpiece in den Mund steckt, steht im Fall des Falles ohne Worte da, wenn das Corpus Delicti nicht verschluckt wird. Ein Grund, warum diese Methode so verbreitet ist, ist die Tatsache, dass sie auch bei Nicht-Gelingen einen gewissen Spaßeffekt hat. Es ist deshalb aber ziemlich gefährlich, mehr, als es einem gut tun könnte, es sich zwischen die Zähne zu klemmen.

Im Brot (wahlweise Nutella, Tomatenmark, etc.)

Ist einfach, geht aber immer öfter schief, weil es schon ziemlich bekannt ist. Das Objekt wird gut eingepackt einfach unter die grobe Leberwurst gelegt, ins Tomatenmark gedrückt oder unter einem toten Hering platziert.

Als Gebäck/Getränk

Geht nicht nur bei, Hasch & Co. Wird oft praktiziert, aber relativ selten gefunden. Unerfahrene User laufen Gefahr, heftig überzudosieren. Gute Tipps zur Zubereitung und zur Dosierung gibt es hier. Warnung: Den Hasch-Muffin kann man, anders als eine gepflegte Tüte, nicht mehr ausmachen, wenn man merkt, dass zuviel des Guten drin ist. Beim Essen ist ein langsames Herantatsen sicherer als sich der Gier hinzugeben.

Unter einem Verband/Pflaster

Vorsicht, Schweißlösliche Substanzen können auch über die Haut absorbiert werden, wie schon Albert Hofmann erfahren hat. Kunstblut oder eine total versiffte Mullbinde erhöhen den Ekel-Effekt.

Foto via Flickr | darkday | CC BY 2.0

In den Speckfalten deines Bierbauchs

Dieses Vorhaben setzt reichlich Übergewicht voraus. Das Gute aber ist, dass hier eigentlich keiner so genau hinschauen will. Wirklich widerlich wird es, wenn Dritte als Container benutzt werden, ohne davon zu wissen. Wer Drogen konsumieren möchte, ohne den Arsch in der Hose (siehe oben) zu haben, sie selbst zu schmuggeln, ist nicht nur ein Arschloch, sondern begeht neben einer Reihe andere Straftaten auch noch gefährliche Körperverletzung. Das ist zwar nicht ganz so widerlich, wie Opfer mit K.O.-Tropfen gefügig zu machen, aber trotzdem ziemlich uncool. Deshalb am Schluss die:

No-Gos

No Gos sind Körperschmuggel bei Haustieren, Kinder oder deren Spielzeug, unwissende Freunde oder gar Unbekannte, die man bittet, den Rucksack mal schnell der Freundin zu bringen, weil man seine Bändchen verloren hat.

Die allerbesten Stashs habe ich hier übrigens nicht detailliert beschrieben, keine Sorge. Fahre nüchtern, pass auf dich auf und konsumiere mit Verstand. Das ist sicherer als jede Körpernachschau und hilft, das Wichtigste eines jeden Festivals zu genießen: die gute Musik.

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