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Tyler, the Creator zeigt allen Leuten den Mittelfinger, die nicht an sich selbst glauben wollen

Tyler hat herausgefunden, wie er seine Träume wahr werden lässt und ist damit eine Inspiration für uns alle.

von Ryan Bassil
10 April 2015, 8:59am

Im Dezember hat Tyler, the Creator einen Monolog auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, in dem es unter anderem hieß: „hört auf, Angst zu haben und negativ zu sein“, „legt den verdammten Blunt zur Seite und macht das, was zur Hölle ihr tun müsst“ sowie: „hört auf, für all die anderen Idioten zu leben“. Es war ein inspirierender Moment und, obwohl manche es als teuflischen Glauben an sich selbst fehlgedeutet haben, einer der lehrreichsten Motivationsreden (mit viel Caps-Lock und wenig Grammatik), die ich je gelesen habe. Auf Basis von Tylers eigenen Erfahrungen war die Haupterkenntnis: Du kannst tun, wofür auch immer du dich entscheidest. Oder in seinen eigenen eloquenten Worten: „THERE ARE NO RULES, FUCK THE RULES. GO. FIND YOUR WINGS".

Heute schwebt Tyler, the Creator über den Dingen. Er hat seine eigenen Videos gedreht, seine eigene Serie für Adult Swim produziert, drei eigene Alben und zwei Kollaborations-Platten mit Odd Future aufgenommen, seinen eigenen Film geschrieben, Berichten zufolge an einem Video für die neue Kanye West-Platte gearbeitet und über eine „Viertelmillion mit Socken“ durch sein eigenes Klamotten-Label Golf Wang verdient. Und, da Odd Future 2009 richtig durchgestartet ist, hat er all das nach seinen eigenen Vorstellungen gemacht.

Am Mittwochabend ist er im Jahr 2015 angekommen. Er hat sein funkelndes Repertoire um eine App sowie ein Magazin erweitert und uns Neuigkeiten über ein brandneues Album gebracht. Cherry Bomb erscheint nächste Woche. Es ist eindeutig, dass Tyler, the Creator sich nie wohler damit gefühlt hat, das zu machen, was Tyler, the Creator machen will. Ich meine, schau dir nur die Outfits an, die er im Video zu „Fucking Young / Perfect“ trägt. Der trägt, was er will, aber weiß auch, welche Farben er kombinieren kann.

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Es sind die beiden neuen Tracks selbst, die zeigen, dass Tyler, the Creator sich wirklich selbst gefunden hat. Songs von den vorherigen Platten—„VCR“ auf Bastard; „Her“ auf Goblin; „Treehome“, „Bimmer“ und einige andere auf Wolf—haben sich einem instrumentaleren Sound zugewandt, der von N.E.R.D.’s In Search Of, Toro Y Moi und einem iPod mit wenig HipHop, aber viel Jazz und Soul beeinflusst wurde. Diese Bausteine hat er für „Fucking Young / Perfect“ noch intensiver verwendet. Einem Track, der unverblümt zeigt, dass er das Produkt all seiner wildesten Bedürfnisse, Wünsche und persönlichen Vorlieben ist. Ich will mich in seinen Sonnenstrahlen baden. Der zweite Track, „Deathcamp“—der über Tylers neue Golf Wang App veröffentlicht wurde—führt diesen Einfluss einen Schritt weiter und blüht als erwachsenes Kind von N.E.R.D.’s „Rockstar“ auf. Auf beiden Tracks sind Charlie Wilson, Chaz Bundick und Cole von den Black Lips zu hören.

Die beiden Songs dienen als Vorgeschmack auf seine vierte Platte, Cherry Bomb—auf der, laut den Credits bei iTunes, Lil Wayne und Kanye West bei ein und demselben Song dabei sind sowie ScHoolboy Q, Pharrell und weitere bei anderen. Es ist unklar, ob die Erzählung das unglaublich vielschichtige, Multi-Charakter-, Sommercamp- und Therapiesitzungs-Konzept von Tylers vorherigen Alben weiterführt; das neue Video vermittelt aber den Eindruck, dass dies durchaus möglich ist. Wir sehen einen Tyler (vielleicht in der Figur des Wolf), der einen Film schaut, in dem ein anderer Tyler mitspielt (vielleicht Sam), was, wenn du wirklich tief in die Intertextualität eintauchen willst, der Film sein könnte, den er irgendwann dieses Jahr veröffentlichen will. Aber vor allem ist es ein weiteres exzellentes, von ihm selbstgedrehtes Video , das anders ist als alles andere.

Es gibt ein Zitat von Tyler, the Creator aus seiner letzten Coverstory im The Fader: „Es ist wie ein Museum und ich weiß jetzt, wie ich die Kunst, die ich will, dort reinbringen kann“, womit er sich vielleicht auf sein Album, sein Zimmer, sein Umfeld oder sein Leben bezieht. „Ich weiß, wie ich es besser kuratieren kann“. Und vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des ganzen neuen Materials diese Woche könnte das nicht zutreffender sein.

Tyler hat herausgefunden, wie er es von einem Jungen, der Pharrell hörte, Konzert-Lineups entwarf und twitterte, dass er geträumt hat, wie Kanye West zu ihm kommt, um „Late“ mit ihm zu performen, dazu bringen kann, diese Sachen Jahre später in die Realität umzusetzen. Pharrell hat N.E.R.D. wiederbelebt und Kanye West hat „Late“ bei Camp Flog Gnaw performt, einem Festival, das Tyler sich ausgedacht, in die Tat umgesetzt und gehostet hat. Wenn diese Sachen nicht inspirierend sind, dann tut es mir leid, da du innerlich tot bist.

Hier, ein Ballon für dich.

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Ryan Bassil ist bei Twitter: @Ryan Bassil

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