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Happy Birthday, Trent Reznor!

Trent Reznor wird heute 51 Jahre alt. Hier sind 12 objektive Gründe, warum er ein Gott ist.

Foto: Baldur Bragson

Ich finde viele Musiker toll. Manche finde ich aber ganz besonders super. Nämlich so sehr, dass ich ihnen nicht nur eine Fanwall—inklusive Drumsticks, Nacktfotos und Zeitungsartikeln—einrichte, sondern ihnen ihre Großartigkeit auch schriftlich bescheinigen will. Mittlerweile wissen wir, wieso verdammt nochmal jeder mindestens einmal mit Josh Homme geschlafen haben sollte. Wir wissen aber auch, wieso Bill Murray unsere Lieblingsperson sein sollte. Wieso aber Chuck Norris neben Trent Reznor aussieht wie die kleine Schwester von Justin Bieber, will ich euch an dieser Stelle gerne erklären.
Hier also 12 Gründe, die folgende überhebliche, aber nichtsdestotrotz durchaus belegbare These stützen: Trent Reznor definitely is god.

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1. Er ist Nine Inch Nails

Vielen Bands wechseln ja Drummer, Bassisten und sonstige offenbar austauschbare Mitglieder ihrer Truppe so oft wie ihre Unterwäsche. Es gibt wenige, die für immer dabeibleiben. Trent ist wohl der einzige, der über die Jahre hinweg stetes und einzig unausgewechseltes Mitglied seiner eigenen Band ist. Trent braucht nichts und niemanden, weder auf- noch vor der Bühne. Nicht einmal seine Fans braucht er. Sie brauchen ihn.

2. Er hat das Genre „Industrial“ in den späten 80ern ERFUNDEN

Wenige Menschen können von sich behaupten, ein eigenes Genre nicht nur geprägt, sondern regelrecht aus dem Boden gestampft zu haben. Trent schon.

3. Er hat einen Oscar gewonnen

So ganz einfach mal schüttelte Trent 2012 den Soundtrack zur Zuckerberg-Bio „The Social Network“ heraus. Auch allen, die dem lieben Mark nichts abgewinnen können, wurde also wenigstens ein audiovisuelles Schmankerl geboten. „The Social Network“ holte sich den ersten Oscar für eine primär elektronisch gestaltete Platte. Trent, glücklich verheirateter, Tuxedo tragender und von da an oscarprämierter Komponist musste in der Sekunde der Verleihung wohl auch dem ewigen Komplizen David Fincher ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nicht viele würden bei einer solch bieder-kommerziellen Veranstaltung immer noch cool as hell dastehen. Trent schon.

4. Er ist eigentlich Nerd, nicht Superstar

Trent hat ja eigentlich den super-nerdy Studiengang „Computer Engeneering“ am Allegheny College eingeschrieben. Sehr beliebt war er nicht an der Uni. Er hat sich dann deshalb auch bald mal aus dem Staub gemacht – und zahlt es den Arschlöchern von früher jetzt doppelt zurück.

5. Er hat „Hurt“ geschrieben

Noch einmal ausdrücklich für die Idioten, die es immer noch nicht mitgekriegt haben: Nicht Johnny Cash hat dieses fabulöse Stück geschrieben, sondern natürlich Trent. Bei Johnny hat es schön-melancholisch geklungen. Richtig ausheulen wir uns aber nur, wenn Trent es als letzte Zugabe eines perfekten Live-Sets solo am Klavier wiedergibt. That hurts.

6. Er hat das Keyboard / Klavier vor der Auslöschung im Rock gerettet

Beweise hier: „All the love in the world“ ab Minute 3.12 und „Right where it belongs“ ab- ach scheiße, von Anfang an. Viele Rockstars können nicht Klavier spielen. Trent schon. Sehr gut sogar.

7. David Bowie betet ihn an. Wir müssen es also auch tun

1995 wollte David Bowie eine ganz besonders fette Show (berühmt später als die „Outside Tour“) abliefern—und hat sich gedacht, er stellt sich jetzt einmal dem Publikum der Nine Inch Nails. Die beiden haben dann gemeinsam einige Live-Auftritte gespielt. Wenn David Bowie NIN gut findet, dann müssen wir eigentlich nicht mehr weiterdiskutieren. Bowie wird nicht hinterfragt.

8. Trent checkt in Hotels mit gruseligen Pseudonymen ein

Einmal zum Beispiel als Dr. Hannibal Lector. Oder aber auch schlichtweg als Vampir. Ich denke ja schon, dass sein Bild im Spiegel erscheint. Alles andere wäre auch einfach zu schade. Unseren Eltern würden wir ihn aber deshalb trotzdem nicht vorstellen wollen. Was sagt uns das? Richtig, das ist unwichtig. Trent ist so einzigartig, er selbst hat überhaupt keine Eltern.

9. Trent ist voll sozial und so (na gut, oder er will einfach seine Musik unter die Leute bringen)

Er hat die Remix- und Filesharing-Kultur auf unerwartete und bisher nicht da gewesene Art und Weise genutzt und gefördert. Man kennt den shitstorm zu Radiohead und deren letzte Veröffentlichung via bit torrent, aber Trent ließ schon – mit Backing des Majorlabels – „In Rainbows“ als pay-as-you-wish veröffentlichen. „The Slip“ wurde überhaupt label-free, unabhängig und therefore exklusiv frei angeboten. Danke, Trent. Du bist super.

10. Trent kennt alles. Auch die klassische Musik

Für Teile des The Social Network Sountracks (genauer genommen für „Hall of the mountain king“ hat Trent sich einfach mal auf Edvard Grieg bezogen. Weil er es einfach kann.

11. Trent ist offensichtlich ein Besessener. Und macht sogar daraus noch Geld

Paranoide Obsessionen, sexuelle und gewaltverherrlichende Phantasien, Drogenmissbrauch, Depressionen. Klingt wie Montagmorgen? Kommt direkt aus Trents Tagebuch. Nur, dass er seine dunkelsten Seiten in Stücke wie Closer verwandelt. Fuck you like an animal und so. Chorus, und alle singen mit!

12. Trent hat die Popkultur ganz generell verstanden

Trent schreibt nicht nur Film- sondern auch Videospielsoundtracks. So etwa zu „Call of Duty: Black Ops II“. Ganz egal, ob man also auf virutelles Herumgeballere abfährt oder nicht, Trent findet überall den intellektuellen Ansatzpunkt. Für die ohne Durchblick: es ging ihm dabei um realistic future warfare technology. Und weil er alles, was er so in Angriff nimmt, weiterverarbeitet, steckt er seine Vorstellungen einer dystopischen Zukunft auch gleich in seine Konzeptalben „The Fragile und „Year Zero“. Bazinga!

Das könnte hier ewig so weitergehen. Ich glaube aber, die Sache ist klar. Trent hat selber gesagt, relativ zu Beginn seiner Karriere war er „26 years, and on my way to hell“. Ich behaupte jetzt mal, er war schon dort. Den Teufel hat er aufgefressen. Auf die nächsten 50 Jahre Trentatorship.

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