K.I.Z.s "Straight Outta Kärnten" ist immer noch der beste Song über den Rechtspopulisten Haider

Heute vor neun Jahren starb der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider – Österreicher können K.I.Z.s Song noch immer nachfühlen.

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11 Oktober 2017, 8:59am

Foto via Flickr | Dieter Zirnig |CC BY 2.0

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der Wiener Redaktion.

An dem Tag, an dem der rechtspopulistische Politiker Jörg Haider mit seinem VW Phaeton auf dem Weg ins Bärental kurz vor Maria Rain tödlich verunglückte, lag ich verkatert in einem versifften Bett eines Studenten und wunderte mich, warum mein Nokia so dermaßen abging. Ich war in Wien, während in Kärnten die zur Genüge zitierte Sonne vom blauen Himmel gefallen ist. Meine Mutter rief an, mein Stiefvater rief an, Freunde riefen an und meine Oma drehte wie eine Wilde an der Wahlscheibe. Nachdem ich schon kurz an den Weltuntergang geglaubt hatte, klärte mich eine SMS auf: "Haider ist tot."

Heute – und damit ziemlich kurz vor den Nationalratswahlen, die wirklich nichts Gutes versprechen, steht die FPÖ laut Umfragen doch als zweitstärkste Kraft da – jährt sich auch der Todestag Haiders zum neunten (!) Mal. Letzten Sommer habe ich Urlaub in Kärnten gemacht und bin ziemlich oft bei seiner Gedenkstätte vorbeigefahren. Nach wie vor pilgern dort Menschen hin, um Kerzen anzuzünden, Blumen hinzustellen und dabei in Kauf zu nehmen, von vorbeifahrenden Menschen beschimpft und geächtet zu werden. Ach, Kärnten.

Haider hat selbst immer wieder gesungen – natürlich nur Volkslieder. Doch es gibt keinen besseren Song über Haider als "Straight Outta Kärnten" von den Kannibalen in Zivil aka K.I.Z.


Noisey-Video: "Noisey meets: K.I.Z"


Der Protagonist des Liedes vermisst seinen "crazy motherfucker named Jörg" und trifft die blaue Seele der Kärntner mitten ins Herz. Noch heute sagen die Rentner, die sich in der Landeshauptstadt Klagenfurt am beschaulichen Benedektinerplatz ein Puntigamer Bier nach dem anderen reinstellen, dass sie erst dachten, dass sie sich verhört hätten. Doch nicht unser Jörg!

Es gibt viele Lines, die uns dann doch ein fieses Grinsen ins Gesicht zaubern. Vor allem: "Ich steh vor'm Wahlplakat und onaniere." Dann gibt es da noch fliegende Untertassen mit Hakenkreuzen, ein zünftiges "Du warst so gut gebaut – es ist Liebe" – und ja, der FPÖ-Spitzenpolitiker Hein-Christian Strache bekommt auch was ab. K.I.Z haben schon damals (2009) erkannt, dass Strache uns alle veräppeln möchte und "er denkt er könnte rappen, er kann gerne kommen und batteln." Zwar hat Strache wirklich ein paar Raps rausgeschissen, aber ist auf dieses Angebot leider nie eingegangen.

Der Song ist natürlich blanke Verhöhnung, letztendlich aber auch sehr treffend. Über Tote soll man nicht schlecht reden, aber da Haider auf einer Insel mit Michael Jackson sitzt, kann man das Kind schon ein bisschen beim Namen nennen. Rap ist nun mal ein Game, das in die Fresse haut. Und wenn man den Lyrics ein bisschen an Pathos nimmt, kommt man dorthin, wo man K.I.Z einig sein kann.

Ruhe in Frieden, Motherfucker.

Isabella auf Twitter: @isaykah

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