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Diese sechs Survival-Tipps machen dich fit für das Saufen am Land

1. Schimpfe über Wien.
24.6.16

Alle Fotos von der Autorin.

Wir alle haben sie in unserem Leben—Verwandte am Land. Meistens sind es Omas und Opas, manchmal Tanten und Onkel und selten einfach Freunde. Dennoch: Mindestens ein Mal im Jahr, sollte man sich das Land aus moralisch-familiären Gründen geben. Aus der Lebertraining-Sicht empfiehlt es sich sogar drei bis vier Mal im Jahr. Warum es sich am Land besser säuft, steht hier, warum Landkinder die besseren Alkis sind, steht da.

Jedenfalls: Die Stadt ist nur ein schwacher Abklatsch an Partyleben. Unter anderem, weil Stadtmenschen einfach nur lauwarme Trinker sind. Ergo: Die Partys in der Stadt eskalieren so gut wie nie, sie sind verhaltene Stiefschwestern von wirklichen Partys. Zeltfeste, Straßenfeste, Dorfdiscos—diese Menschen wissen wirklich wie man feiert. Die Wahrscheinlichkeit einen nervigen Veganer mit einer neumodischen Frisur, oder eine wohlstandsverwahrloste Tussi mit einer MK-Tasche zu treffen ist extrem gering.

Am Land muss keiner cool sein, was ich wahnsinnig befreiend und toll finde. Und du auch. Zumindest heimlich. Jedenfalls: Nur die Härtesten überleben eine Sauferei am Land. Ich habe Tipps von Landmenschen eingesammelt, damit dein nächstes Feuerwehrfest nicht um 12:00 Uhr mittags aus ist.

1. Schimpf über Wien

Es ist das A und O der ländlichen Gesellschaft. Es ist OK, wenn du Wiener bist, solange du Wien nicht magst. Oder zumindest etwas daran auszusetzen hast. Eine kleine Suderei, nur ein kleiner Einwurf über Wien und schon zauberst du deinen ländlichen Mitmenschen ein besänftigendes Lächeln auf die Lippen. Es ist der Eisbrecher. Es ist die gemeinsame Basis zur Unterhaltung und zum gemeinsamen Saufen. Und je wohlgesinnter man dir ist, desto leiwander wirst du es mit Einheimischen haben. Das ist eine generelle Reise-Weisheit. Manchmal bedeutet das eben, dass man seine Facebook-Beiträge über die U6 laut aussprechen muss.

2. Ziehe dich bequem an

Das Dorf-Beisl ist kein Laufsteg. Du wirst heute noch sehr betrunken sein, also lass jedes Kleidungsstück, das teuer ist, oder dich verletzten könnte, oder einfach unpraktisch ist, daheim. Damit kannst du in der Stadt rumgehen. Das ist übrigens auch mein Stadt-Tipp. Bequem angezogen zu sein, ist wahnsinnig wichtig für dein Wohlbefinden—vor allem beim Trinken.

3. Lerne sämtliche österreichische Volksmusik-Texte

Eigentlich solltest du sie sowieso kennen—der Wohnort entschuldigt keine Bildungslücke. Aber wenn du sie nicht kennst, dann wippe, weine oder summe mit. Es ist jedem wurscht und eigentlich kann eh nur jeder fünfte im Raum den Text. Wenn du ihn aber kannst und ihn auch mitbrüllst, dann steigert das dein Ansehen. Es ist wichtig von der Gemeinschaft gemocht zu werden, weil es bedeutet, dass es dir niemals schlecht gehen wird. Am Land wohnen die besten und herzlichsten Gastgeber—und du brauchst Hilfe von Einheimischen, wenn du ein Landfest überleben willst. Sie wissen, wie du heimkommst, wo es Essen gibt und haben den besten Schnaps am Start.

4. Iss zwischendurch eine Kleinigkeit in Form eines Spanferkels

Als Vegetarier hat man es am Land schwer. Als ein Gesundheitsfanatiker ebenso. Dafür ist es für alle Fleischesser das Schlaraffenland schlechthin. Alles, was am Land gekocht wird, ist eine felsenfeste Unterlage. Theoretisch bist du ab deiner ersten Speise bereit, dich niederzubechern und länger auszuhalten, als du es mit deinem Quinoa-Chia-Samen-Ruccola-Salat-Wrap würdest. Ich kann für meinen Teil nicht am Land leben, weil ich sonst pro Woche an die zwei Kilo zulegen würde—was ich auch tue, wenn ich mal bei meinem Opa bin. Ehrlich. Menschen, die am Land wohnen und trotzdem sehr schlank sind: Ihr seid wahrlich faszinierende Wesen. Doch auch die Zeltfest-Speisen sind deftig und heftig—aber das braucht dein Körper auch vor dem schrecklichen Alkohol-Massaker, der dir bevorsteht.

5. Als Anfänger solltest du dich von eingelegten Früchten und Selbstgebrannten fernhalten

Ich meine, du wirst es eh tun—vor allem berauscht. In diesem Zustand überschätzt man sich ja gerne. Aber diese leckeren Erdbeeren, die da eingelegt sind—das ist das Heroin unter den Alkoholika. Es gibt eigentlich nichts, was dich härter umhaut. Diese leckere Frucht ist vollgesogen mit Selbstgebrannten und irgendwelchen anderen dubiosen Zutaten. Und man schmeckt es nicht. Man kann diese Früchte essen und mindestens 20 Minuten mit der Weltansicht leben, dass man gerade etwas Leckeres und auch Unbedenkliches zu sich genommen hat. Dann fährt die Erdbeere dir drüber, nachdem sie in deinem Magen, wie ein trojanischen Pferd, ihr wahres Gesicht zeigt. Und dieses Gesicht ist gezuckerter, hochprozentiger Alkohol. Have Fun. Ab jetzt sollte man das Spanferkel suchen.

6. Fordere niemandem zum Armdrücken oder Wettsaufen auf

Du bist derjenige, der dann leidet. Auf jeden Fall. Mache es nicht. Schaue lieber zu und feuere mit an. Und iss ein Spanferkel.

Fredi hat Twitter: @schla_wienerin

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