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Wie man als Musiker flucht, ohne dabei wie ein totales Arschloch zu klingen

Schimpfwörter funktionieren nur, wenn du Lil Kim, Lil B oder zumindes Lil-Z bist. Für Rocker ist das ganze sehr schwierig.
7.8.12

Ab und zu fühlt es sich richtig gut an, zu fluchen. Das ist auch der Grund, dass Kinder, sobald sie das erste Mal die Worte „Kacke“ oder „Verdammt!“ gehört haben, diese immer wieder in ihre Sätze einbauen—auch wenn sie weder grammatikalisch noch inhaltlich Sinn ergeben. Ich erinnere mich, dass ich als ich etwa 9 Jahre alt war, einmal „Fotze“ zu meinem Vater sagte und er völlig baff war. „Woher hast du das?“, schrie er mich an. Natürlich hatte ich es aus dem Fernsehen oder von den bösen Jungs im Schulhof, aber ich dachte es wäre absolut passend, ihn so zu nennen. Das war in den frühen 90ern, eine Zeit, in der (im Gegensatz zu heute) das Wort Fotze nicht zum Wortschatz jedes 9-jährigen Schulmädchens gehörte.

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Jetzt, wo ich eine erwachsene Idiotin bin, fluche ich mehr als mir lieb ist. Ich muss meine vorlaute Fresse in fast jedem normalen Gespräch bremsen. Ich mag Fluchen eigentlich, aber wenn ich jemanden anderes höre, der viel flucht, klingt es immer bescheuert.

Es fühlt sich gut an, zu fluchen—„Fuck“ ist eine kleine Silbe voller Wut. Aber Fluchen sieht gedruckt schrecklich aus und in den meisten Liedern klingt es auch fürchterlich. Wenn du nicht die perfekten Reime spuckst, wie Lil Boosie oder Jay-Z, besteht eine sehr große Chance, dass deine gesungenen Fluche stark nach Avril Lavigne klingen—und wer will das?? Es gibt allerdings ein paar Rockstars, bei denen Fluchen wirklich funktioniert. Hier sind meine Favoriten.

Elliot Smith—„Christian Brothers“

Smiths hat ein paar der schönsten Songs geschrieben, die wir in der westlichen Welt kennen. Ich denke, die meisten Leute haben gehofft, dass Smith einen auf Cat Steven‘s macht und plötzlich aus der höllischen Musikindustrie verschwinden und ein tief religiöses Leben in absoluter Abgeschiedenheit führen würde. Stattdessen stach er sich ein Messer ins Herz. Meiner Meinung nach ist Smith der einzige Singer/Songwriter, der die Worte „Fuck“, „Shit“ und „Motherfucking“ singen kann und es klingt, als würden Engel Gebete an Gott flüstern.

Steve McBean of Pink Mountaintops—„I (Fuck) Mountains“

Wenn Steve McBean in diesem Song „fuck“ singt, klingt es eher wie ein Synonym für „Ich liebe alles um mich herum“ in einer komischen Aliensprache, für deren Verständnis wir Menschen schlicht zu dumm sind.

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Tonetta—„81 Inch Prime Ass“

Tonetta ist ein ziemlich widerlicher Mensch, der wirklich gruselig ist und auf diverse Arten Unwohlsein auslöst. Es gibt nur einen einzigen Grund, dass Fluchen bei ihm funktioniert: Würde er nicht Fluchen, wären seine Songs Liebeslieder. Und das in Kombination mit seinem Äußeren würde ihn unweigerlich in den Knast bringen.

Peter Radberg—„Kill The All“

Manchmal, wenn ich einen Kerl das erste Mal zu mir einlade, haue ich dieses Album rein, mische einen Cocktail Liquid Ecstasy und sage, „Kannst du mir antun, worüber Råberg in diesem Song singt, was er diesem Mädchen antun wird?“ Falls er wegrennt, sobald Råberg darüber singt wie er „ihr Arschloch mit einem 12-Zoll Nagel“ penetriert, ist er nichts Wert.

(In dieser Liste würden sich die Songs „Lipstick On My Dick“, „Die You Fuck“ und „The Whore“ mindestens genau so gut machen. Die Auswahl ist schier unendlich … )

Kat Bjelland von Babes in Toyland—„Handsome Gretel“

Bjelland ist 2012 zwar etwas vergessen, aber in den guten alten 90ern war sie die schreiende Queen der Hübschen, die wie ein Püppchen aussah, aber wie ein Trucker geflucht hat. Sie sagte Worte wie „Fotze“ und es knallte rein wie ein Schlag ins Gesicht und war nicht im Entferntesten peinlich.

Gretel said "I know what’s in your head." I vacuumed out my head. I know you’re feeling bad. You fucking bitch, you cunt hole bitch… My name is Gretel, yeah. I got a crotch that talks. It talks to all the cocks. It’s been 12 city blocks, you fucking bitch.”
Und das ist nur in etwa die Hälfte der Strophe …

Weitere verdiente Erwähnungen: Nick Cave, Beck, Kathleen Hanna, and Julia Cafritz.