Auf einen anderen Planeten mit M.P.

M.P. hat eine neue EP. Und ein neues Video. Und ein neues Label.

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29 Juni 2016, 12:00pm

M. P. hat letztes Jahr seine Debut­-EP Magic veröffentlicht, jetzt legt er nach. Mission to Mars heißt die neue, wieder ein Kurzformat, wieder eigentlich alles selbst gemacht. Der oberösterreichische Musiker rappt nicht nur selbst, er mag auch am liebsten niemanden dran lassen, wenn es ums produzieren, mastern oder mixen geht. Wieso? Na, weil er’s selber kann.

Gut, dass er jetzt Homie von Gerard ist: Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Talente in seinem Umkreis zu fördern. Und ihnen vor allem mit seinem neu gegründeten Label Futuresfuture ein bisschen Starthilfe zu geben. Die neue EP von M. P. ist genau da erschienen. Wie es dazu kam, was sich bei ihm so alles im letzten Jahr getan hat—und what the hell er am Mars will, hat mir M. P. im Interview verraten.

Noisey: Seit deiner letzten EP sind einige Monate vergangen. Was hat sich in der Herangehensweise an deine Musikproduktion am meisten geändert?
An der Herangehensweise selbst hat sich, denke ich, nicht viel geändert, aber doch muss man sagen, dass sich Mission to Mars von der Soundästhetik eher abhebt. Dafür verantwortlich ist sicher auch, dass zwei Tracks, statt klassischen Vocalhooks eher EDM-typische Eigenschaften haben. Ich wollte das einfach mal versuchen und es hat mir dann auch gleich gut gefallen, vor allem vom Producer­-Zugang ausgehend.

Ist man vielleicht naiver, wenn man seinen ersten Release plant, als wenn der zweite vor der Tür steht?
Also man weiß definitiv einfach mehr, im Sinne all der Sachen, die man wann und wie, vor­ und nach dem Release bedenken sollte. Diesbezüglich lernt man aber wohl nie aus.

Absichtlich wieder eine EP, kein Album?
Ja, auf alle Fälle. Ich denke, es ist der heutigen Zeit nicht mehr so gerecht, aus rein konventionellen Gründen nach der ersten oder zweiten Veröffentlichung schon ein Album releasen zu müssen.

Du hast mit Gerard zusammengearbeitet, genauer gesagt im Rahmen seines neuen Labels Futuresfuture. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Ich war schon immer großer Fan seiner Musik. Eines Tages habe ich ihn dann mal in Oberösterreich auf einem Festival in der Crowd getroffen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und fanden schnell heraus, dass die musikalische Vision von uns beiden ziemlich ähnlich ist. Dies bestätigte sich vor allem nach einem zehnminütigen Gespräch über die Genialität von Kanye West, haha. Wir haben uns dann öfters in Wien getroffen und ich hab ihm immer wieder mal Beats geschickt. Letztendlich hat der Vibe dann so gut gepasst, dass ich nun der erste Act bei seinem neuen Label FuturesFuture bin. Mehr Acts stehen aber schon am Plan und man darf gespannt sein, was da noch alles passiert.

Siehst du dich nach wie vor als gleichwertig Sänger, Songwriter und Produzent, oder überwiegt mittlerweile ein bestimmter Teil?
Ja, definitiv. Ich mag alles eigentlich gleich gern. Jedoch muss man halt sagen, dass sich ­,wie oben schon kurz angeschnitten, auf dieser EP zum Beispiel durch "Noday” vielleicht etwas mehr der Produzent in den Vordergrund stellt. Beim Novarock­-Auftritt hab ich es sehr genossen, mich neben den klassischeren Songs dann bei "Noday” und "Spaceship” auch am Sampler auszutoben.

Mission to Mars—war es so eine weite Reise, so eine anstrengende Arbeit, die EP zu droppen?
Haha, nein eher im Gegenteil. Die Songs sind alle sehr schnell entstanden. Der Titel ergab sich aus einer listening session. Alle, die dabei waren, meinten auf Anhieb, dass es sich sehr spacig anhört, was ich ja nicht verweigern kann, haha. So kam dann schnell der Titel Mission to Mars zustande.

Zu den einzelnen Songs. Zieht sich da ein roter Faden durch? Sind sie raplastiger, elektronischer, wie war dein Gefühl, oder deine Ambition?
Der Introsong ist lustigerweise der, den man am meisten als "raplastig” bezeichnen kann, sich jedoch dann durch die Leichtigkeit der Hooks wieder relativiert. Das war in gewisser Weise beabsichtigt, da ich damit aufzeigen wollte, dass es bei Musik um nichts anderes als Gefühl geht. Zumindest soll es bei meiner Musik das Hauptattribut sein, auch wenn man dabei oft als "fake” abgestempelt wird. Zu den anderen will ich eigentlich lieber meine Idee dahinter für mich behalten—damit es für die Zuhörer auch offen bleibt, was ihre Idee dazu ist. Natürlich gibt es stories hinter jedem Song, wie zum Beispiel "Places", wo ich mich damit beschäftigt habe, ab und zu aus seiner Comfort Zone auszubrechen. Aber wie gesagt, den Rest lasse ich gern frei zur eigenen Interpretation.

Schnappst du dir deine Inspirationen für Neues immer noch gleicherorts oder hat sich vielleicht sogar ein bisschen Routine (im positiven Sinn) eingeschlichen—sodass du dich zum Beispiel konzentriert an einen Ort setzt, dort arbeitest und weißt, es kommt dabei was Gutes raus? Oder ist alles eher spontan?
Meine Antwort wird jetzt sicher ein gewisses Klischee bedienen, aber es ist einfach so, dass die besten Songs bei mir immer aus dem Moment entstehen. Das bezieht sich besonders auf Vocalaufnahmen. Ich sitz immer noch in meinem Sessel, es läuft ein Loop im Kopfhörer und ich beginne einfach gewisse Melodieideen aufzunehmen. Dann finden in diesen Melodien oft Wörter ihren Platz ­ und so entsteht dann der Song. Ich hab es auch schon umgekehrt probiert, also dass ich versuche, in zuerst geschriebene Lyrics Melodien einzubauen. Aber das funktioniert bei mir nicht so gut.

Was war der beste Live­-Auftritt, den du nach dem Release deiner ersten EP erlebt hast? Und wieso?
Definitiv der Supportgig für Twenty One Pilots im ausverkauften Wiener Gasometer. Es waren halt über 2.000 Leute, die dir zusehen und eigentlich nur wegen des Mainacts da sind. Diesbezüglich hatte ich auch Angst, dass sie eher genervt von meiner Performance sein könnten, was dann aber gar nicht der Fall war. Es kannten sogar ein paar Leute die Lyrics von den Songs, was mich dann auf der Bühne noch mehr geflasht hat, als die Situation im Allgemeinen eh schon tat.

Was macht einen guten Live­-Gig aus? Für dich—und für die Fans?
Es benötigt sicher eine gewisse Anzahl von aktiven Besuchern, die da sind, um zu feiern. Das zu sehen und mitzuerleben, macht mir als Artist auch immer sehr viel Spaß. Letztens am Novarock Festival zum Beispiel haben Leute wirklich Party gemacht und zu meinen Songs getanzt und mitgesungen. Es war wirklich sehr cool dort.

Die EP Mission to Mars ist auch auf der Erde erhältlich. Ab jetzt.

Hier könnt ihr euch noch das neue Video ansehen:

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