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Die ewige Reiz von ‚The Virgin Suicides‘

Es bleibt Sofia Coppolas bester Film—die perfekte Verschmelzung aus Klang und Bild, Teenager-Leidenschaft und unfassbarer Tragik.
20 Juli 2015, 1:00pm

Keine Widerrede: The Virgin Suicides, Sofia Coppolas Spielfilmdebüt von 1999, ist ein Meisterwerk! Er ist ein ergreifendes Porträt der weißen Vorstadt-Mittelschicht, in dem die süßliche Sommerhitze als Metapher für die klaustrophobische Atmosphäre dient, die durch Eltern erschaffen wird, die Angst davor haben, dass ihre Kinder erwachsen werden. Selbst wenn du das Buch nicht gelesen hast—übrigens auch das Debütwerk von Pulitzer Preis-Gewinner Jeffrey Eugenides—und noch nicht weißt, was für eine sonnengetränkte Tragödie auf dich zukommt, ist der Film extrem unangenehm anzuschauen. Er handelt von jungen Frauen, die, unfähig sich auszudrücken, in ihren ultra-femininen Schlafzimmern voller Blümchenmuster eingesperrt sind, während ihre Eltern durchdrehen und das Elend immer weiter heraufbeschwören. Selbst der Anblick des mit Tampons überquellenden Badezimmerschranks lässt dich innerlich zusammenzucken—und das nicht wegen deiner Regelschmerzen.

Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mich danach tagelang unwohl gefühlt und auch ein wenig so, als wäre ich von Coppola verraten worden. OK, allein der Titel ist schon eine Warnung für das, was einen erwartet, aber ich hatte keine Ahnung, wie aufwühlend ich den Film finden würde. Mein Herz schmerzte zusammen mit der greifbaren Sehnsucht von Lux Lisbon, dem Teenager-Traum, dem niemand niemals nahe kommen konnte—bis es doch jemand geschafft und dann versaut hat. Ich verliebte mich in das warme, sepiafarbene Leuchten von Michigans Rasenflächen der 70er, in die Mädchen in ihren unschuldigen Kleidern und Schuhen mit Holzsohle. Selbst ihre Schuluniformen waren beneidenswert. Und dann dieses Ende. Du wirst zurückgelassen und fühlst dich wie die Jungs im Film. Dir bleibt nur ein großes Fragezeichen im Gesicht. Warum haben sie das getan? Hätten sie gerettet werden können? Selbstmord ist immer tragisch, natürlich, aber wenn sich sehr junge Menschen das Leben nehmen, dann bringt das noch eine andere Ebene des Grauens mit sich, die sich nur schwer abschütteln lässt.

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Aber heute ist kein Tag für schwermütige Gedanken. Es ist ein Tag, um den großartigen Stil der Lisbon-Schwestern und ihrer Verehrer zu feiern und Coppola für den tollen Soundtrack zu würdigen. Angeblich kam sie überhaupt erst auf die Idee, den Film zu machen, nachdem ihr Thurston Moore ein Exemplar des Buchs gegeben hatte. Damit hätten wir also schon mal einen guten Anfang.

Die Atmosphäre wird schon mit der Eröffnungsszene bestimmt. Die Kamera zeigt die gepflegten Häuser mit ihren akkurat manikürten Vorgärten, die vorstädtische, sonnengetränkte Stille, zu der „Clouds Up“ von Air mit seinen merkwürdig vibrierenden Synthesizern einen beunruhigenden und extrem coolen Soundtrack liefert. Zusammen mit einigen klassischen 70er-Hits ist Airs Soundtrack maßgeblich entscheidend für den Erfolg des Films: Die Kompositionen des französischen Duos verstärken wie unterwandern die Perfektion dieses Archetyps amerikanischen Vorstadtlebens. Willkommen! Hier ist ein schöner Ort zum Leben! Und, du weißt schon, zum Sterben. In einem kürzlich erschienenen Interview mit Dazed sagte Jean-Benoit Dunckel von Air, dass er krank wurde, als sie das Schlagzeug für den Soundtrack aufgenommen haben: „Ich habe wirklich das Gefühl, als hätte sich das Fieber den Weg in die Musik gebahnt. Während dieses Fiebers waren meine Sinne sehr stark und ich habe das Gefühl, bessere Musik als vorher gemacht zu haben. Mein Körper war ganz heiß und alles passierte sehr schnell.“ Ich fühle dieses Fieber. Du auch? Besonders wenn die Lisbon-Schwestern glamourös aus dem Familienauto des unbeholfenen Vaters aussteigen. Der Zuschauer ist so hypnotisiert, wie die Jungs auf der anderen Straßenseite: den Mund leicht geöffnet, die Pupillen durch die Sommersonne geschrumpft, starren sie bewundernd die Mädchen an, die immer unerreichbar sein werden.

Weißt du, was ich an diesem Film wirklich Film liebe? Dass die Darsteller wirklich so alt aussehen, wie sie sein sollen. Diese Jungs? Sie sehen aus wie echte Teenager. Natürlich hilft das auch dabei, Trip Fontaine wie einen echten MANN aussehen zu lassen, wenn er später auftaucht, aber es funktioniert. Auf Trip Fontaine werden wir dann aber später noch vernünftig eingehen. Jetzt geht es erst einmal nur um die Damen.

Sie sind alle umwerfend, aber Lux spielt noch einmal in einer anderen Liga. Sie ist wie Rayanne Graff aus Willkommen im Leben. Wenn du eine Freundin wie sie in der Schule hattest, dann hast du sie abgöttisch geliebt, dich aber auch immer aufgrund ihres ungeheuren Potentials etwas von ihr gefürchtet. Lux lebt sich so aus und rebelliert auf die einzige Art, die sie kennt—indem sie viel Zeit mit Jungs verbringt, obwohl es ihr ausdrücklich verboten wurde. Luxs Erkennungsmelodie müsste „Crazy On You“ von Heart sein. Das ist auch der Song, der aus den Lautsprechern schallt, als sie im Nachthemd aus ihrem Elternhaus stürmt, in Trips Auto steigt und ihn mit Küssen übersät. Heart, bestehend aus den Schwestern (wie passend) Ann und Nancy Wilson, sind eine tolle Band. Diese Single ist dafür bekannt, dass darauf sowohl elektrische als auch akustische Gitarre verwendet wird und weil die Akustik-Gitarristin eine Frau war. Heart haben das Vermischen von Hardrock und Folk zu ihrem Markenzeichen gemacht und weltweit über 35 Millionen Platten verkauft. Lässig.

Aber egal, schau dir diese Klamotten an.

Bei Cecilias Geburtstagsfeier, einer klassischen 70er-Jahre-Teenager-Kellerparty mit Punsch, Ballons, Holzvertäfelung und Plüschsofas, sowie oben vor dem Fernseher hockenden Eltern, präsentieren sich die Lisbon-Schwestern in ihren besten Kleidern. Lux hat diesen mit Rüschen besetzten Dress an und trägt dazu noch eine einzige geflochtene Strähne im Haar—für den ultimativen Bohemien-Chic. Ihre Grübchen tragen ganz offensichtlich zu ihrer Anziehungskraft bei. Bonnie hat sich hingegen für ein grünes, Bibliothek-artiges Kleid mit Schnürung entschieden—sehr 70er Jessica McKlintock. Im Hintergrund trägt Mary ein klassisches, hellblaues Jeanskleid. Mary ist immer so elegant.

Die Mädchen tragen generell viele Kleider und Holzschuhe. Ich stelle mir vor, wie sie sich alle einen großen Schrank teilen und sich ständig darum streiten, wer was anziehen darf. Sie mögen auch Schlaghosen, einfache Tops und generell 70er Jahre Mädchenkleidung.

Cecilia, die jüngste und gepeinigteste Lisbon-Schwester, liebt ihr Kleid mit den weißen Trägern. Sie trägt es jeden Tag. Wir sehen sie in nichts Anderem. Obwohl es ein schönes Kleid ist—es erinnert sehr an Courtney Love und Amanda DeCadenet, nur in etwas, nun ja, jungfräulicher—ist die Tatsache, dass sie sich nicht dazu bewegen kann, etwas anderes anzuziehen, eine Art Warnzeichen dafür, dass sie die Energie verliert, sich darum zu scheren.

Die Tristesse ihrer Plastikarmbänder, die an die Bandagen ihrer Handgelenke geklebt sind, bricht mir einfach das Herz.

Während der Party hören die Mädchen Todd Rundgrens „A Dream Goes On Forever“. Es ist irgendwie ironisch, dass Todd zu der Zeit, zu der der Film spielt, zusammen mit seiner wilden Freundin Bebe Buell durch die Welt getourt ist, die später die Inspiration für Penny Lane in Almost Famous werden sollte. Ich stelle mir vor, dass Lux alles dafür gegeben hätte, mit einer Band abzuhauen und etwas anderes als ihr Schlafzimmer, ihr Klassenzimmer und die Gesichter ihrer Schwestern zu sehen.

Nach der Party und ihrem tragischen Ende, müssen die Mädchen wieder zur Schule, was bedeutet, dass sie ihre Uniformen und Halbschuhe tragen müssen und großartig aussehen. Von Trauer gezeichnet, aber scharf.

Und an diesem Punkt kommt natürlich Trip Fontaine ins Spiel. Ich finde es super, dass Josh Hartnett selbst mit seiner merkwürdigen und massiv aussehenden Perücke (einer Frisur, die Nikolai von The Strokes bis heute bevorzugt) noch der ultimative Highschool-Schwarm ist. Allein der Name ist schon legendär.

Sein rotes Auto, seine Lederjacke, seine Halskette, sein stolzierender Gang und das wunderbare Gras: Er ist einfach der Beste. Und vergessen wir nicht sein Pool-Outfit.

Die Szene, in der wir Trip dabei sehen, wie er die ganzen Damen umgarnt, um sich Annehmlichkeiten zu verschaffen, wie sich von verliebten Mädchen Brownies mitsamt fertigen Hausaufgaben bringen zu lassen, und er ganz generell heißes Teenage-Boy-Verhalten an den Tag legt, wird von Hearts „Magic Man“ unterlegt. Der Song hat das perfekte Intro, dann dieses kreischende Gitarrensolo und am Ende vermischt sich die Stimme in perfektem Einklang mit der Musik. Es ist ein Song über den Zauber, den ein Mann einem jungen Mädchen auferlegt, und darüber, dass ihre Mutter Angst hat, ihre Tochter an diesen berauschenden Mann zu verlieren. Ann Wilson von Heart hat den Song zu Beginn ihrer Beziehung über ihren damaligen Freund (und den Manager der Band) geschrieben. In dieser Zeit, in der du dich wegen dieser doch noch recht fremden Person verrückt machst und es so intensiv und wunderbar, wie angespannt und beängstigend ist. Trip ist ein Magic-Man und er kann jedes Mädchen haben, das er will. Bis auf Lux.

Erinnerst du dich noch daran, wie er versucht, in der Mittagspause mit ihr zu reden, sie aber überhaupt kein Interesse zeigt und stattdessen mit ihren Schwestern Witze darüber macht, wie schlecht ihr Sandwich ist? Genau das. Wir sprechen hier über eine einwandfreie Abfuhr.

Trip ist total verrückt nach diesem Mädchen. Er sitzt in der Küche seines Vaters und sieht neben der Obstschüssel total verzweifelt aus, dazu hören wir Al Greens „How Can You Mend A Broken Heart“. Beim Anblick von Trips Gesicht scheint es ziemlich klar zu sein, dass es dafür kein Heilmittel gibt.

Aber sein Vater gibt ihm einen guten Rat und am nächsten Tag geht er in die Vollen. In einem dunklen Klassenzimmer flüstert er Lux etwas ins Ohr. Er sagt den Satz, der Herzen auf der ganzen Welt hat höher schlagen lassen: „Ich bin echt scharf auf dich.“

(„Sie war wie ein ruhender Pol. Ich werde sie nie vergessen können“, ist auch ein Satz, den man träumt, mal zu hören.)

Er taucht in der Hoffnung auf einen romantischen Fernsehabend bei ihr zuhause auf. Stattdessen muss er jedoch mit dem Rest der Lisbon-Familie im Wohnzimmer sitzen, mit Luxs Mutter zwischen ihm und seinem Objekt der Begierde, während Lux nichts tut, außer zu stricken. Naja, stricken und einfach verdammt gut auszusehen in den Schlaghosen und dem roten Top.

Er scheint desweg ziemlich niedergeschlagen zu sein, bis Lux ihn aufmuntert, indem sie zu seinem Auto rennt und ihn mit Küssen überhäuft. Wir haben schon vorhin darüber geredet, aber die Szene ist so toll, dass sie auch öfter erwähnt werden kann. Danach möchte Trip unbedingt Zeit mit Lux alleine verbringen und was ist die beste Art, um etwas Zweisamkeit mit einem Teenager-Mädchen zu ergattern? Nimm sie mit zum Schulball! Zunächst muss er jedoch ihren Vater überzeugen, also schmeißt er sich in sein bestes Hey-ich-bin-wirklich-sehr-an-ihrer-Tochter-interessiert-aber-ich-werde-total-respektvoll-mit-ihr-umgehen-und-demonstriere-das-mit-diesem-Pullunder-und-Schlips-Outfit.

UND ES FUNKTIONIERT, VERDAMMT NOCHMAL.

Die Mädchen bereiten sich auf den Ball vor, bzw. hat ihnen ihre Mutter aus einem riesigen Stück Stoff diese hellen Kleider mit Blümchenmuster genäht. Echter Von-Trapp-Chic.

Natürlich trägt Lux darunter Unterwäsche mit Trips Namen darauf. Lux und Trip sind das perfekte Ball-Pärchen: sie in ihrem Kleid und mit den etwas buschigen Haare, er in seinem braunen Anzug mit großem Hemdkragen.

Ich denke, Coppola wusste, dass dies der bittersüße Moment für uns sein würde, für immer, denn ihr Weg zum Ball wird von Sloans 1996er-Hit „Everything You’ve Done Wrong“ untermalt. Der Text handelt davon, immer für die Person da zu sein, die du liebst und an ihrer Seite zu bleiben und sich um sie zu kümmern. Im Prinzip alles, was Trip bei Lux nicht schafft. Dieser Idiot.

Sieh nur, wie süß die anderen Jungs in ihren Cordanzügen mit den etwas zu langen Ärmeln aussehen.

Lux hat einen traumhaften 70er-Jahre-Ball ohne besondere Zwischenfälle—es gibt kein Schweineblut oder so. Sie trinkt Pfirsichschnaps und macht mit dem heißesten Jungen der Schule rum, während „I’m Not In Love“ von 10cc läuft. Sie wird in einem Regen aus Glitzer und Ballons zur Ballkönigin gewählt. Es passt einfach alles perfekt, geradezu himmlisch.

Wo wir schon bei 10cc und diesem Song sind (einer der besten Popsongs aller Zeiten, oder nicht?): Ursprünglich sollte er wohl einen Bossanova-Beat haben und irgendwie schwungvoller klingen. Zum Glück haben sie ihn langsamer gemacht und den mehrspurigen Gesang darüber gelegt. Das Ergebnis ist eine umwerfend schöne Beschreibung von jemandem, der definitiv die Macht seiner Gefühle verleugnet. Es ist die Romantik-Version davon, jemandem dabei zuzusehen, wie er versucht, nicht zu weinen.

Was als nächstes mit Lux geschieht ist nicht gut, aber sie sieht so umwerfend aus, wie sie im blauen Licht des Morgengrauens auf dem Football-Feld aufwacht.

Trip hat Panik bekommen, OK? Sieh nur, wie er hier panisch in seinem super coolen Schlafzimmer mit dem Sonnenuntergangs-Wandbild sitzt.

Nach dem Ball und Luxs Verfehlung werden die Schwestern von ihren Eltern eingesperrt und dazu gezwungen, im Haus rumzuliegen, in ihren biederen, hübschen Zimmern. Die Teppichböden und Betten übersät mit Mädchenkram.

Natürlich bekommen sie Depressionen. Sie haben nicht mal mehr den Elan, ihre Nachthemden oder Shorts und T-Shirts auszuziehen. Sie starren sehnsüchtig aus dem Fenster, liegen auf dem Boden oder in ihren Betten.

Letztendlich kontaktieren sie die Jungs aus der Nachbarschaft, die total von ihnen besessen sind, benutzen Taschenlampen, um mit ihnen zu kommunizieren und spielen ihnen Platten über das Telefon vor.

Eine der Platten ist Todd Rundgrens „Hello It’s Me“: seine 1972er Single, inspiriert von der brillanten Pianistin Laura Nyro—bzw. noch genauer von einem Acht-Takte-Intro, das Jimmy „The Incredible Jimmy Smith“ Smith auf einer Aufnahme von „When Jimmy Comes Marching Home“ gespielt hat. Smith ist dafür bekannt, einer der wenigen Instrumentaljazz-Künstler zu sein, die es jemals in die Billboard-Charts geschafft haben. Das ergibt aber Sinn, denn in diesem Song dreht sich alles um das Klavier. Es ist eine verdammt eingängige Melodie. Sie spielen sich auch Carole Kings „So Far Away“ vor, einen weiteren großartigen Gitarren-Track. In diesem Song geht es definitiv um Lux und Trip—beziehungsweise natürlich nicht, weil er 1971 veröffentlicht wurde und sie fiktionale Figuren sind, ABER TROTZDEM. DIE GEFÜHLE SIND ECHT. Jemandem Songs per Telefon vorzuspielen ist außerdem eine wirklich eindringliche Art, ein Mixtape zu machen. „Ich werde hier sitzen, während du dir das anhörst, OK?“

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Dann schicken die Lisbon-Schwestern den Jungs eine Notiz auf einer Postkarte, voller Fehler und mit glitzernden Stickern dekoriert, und bitten um Hilfe. Die Jungs stellen sich vor, wie sie den Mädchen zur Flucht verhelfen und mit ihnen an großartige Orte auf der ganzen Welt reisen, wo sie Hawaiihemden und Sonnenbrillen tragen.

Aber natürlich passiert das nicht. Der Film endet so, wie er angefangen hat, mit vorstädtischer Normalität. Eine Debütantinnenparty. Die Mädchen in weißen Kleidern und Spitzenhandschuhen, aber da es auch um den Erstickungstod geht, ist alles grün eingefärbt und die Gäste sollen Gasmasken tragen.

Die Jungs sind auch da. Sie tragen Anzüge, aber es ist nicht das selbe. Die Lisbon-Schwestern werden nie Debütantinnen sein, stattdessen werden sie in den Erinnerungen der Jungs herumschwirren—auch 20 Jahre später noch—und ihre Bilder werden mit jedem Jahr blasser werden. Und dann gibt es Airs finalen Song des Soundtracks, „Empty House“, mit seinem entfernten Pfeifen und den traurigen Synthesizern—unheimlich und trübselig. Während des Abspanns läuft „Playground Love“, das Lied, in dem die beste Verwendung des Saxophons seit Bruce Springsteen zu hören ist. Es ist langsam, sinnlich und voller Tragik.

In dem vorhin schon erwähnten Interview mit Nicholas Godin sagte dieser, dass er ursprünglich gedacht hatte, dass es in dem Film darum gehen würde, wie schwierig das Leben in dem Alter ist und wie ungeliebt man sich fühlt. „Ich habe es wirklich gehasst, Teenager zu sein. Es war eine ziemlich furchtbare Zeit und obwohl ich gute Freunde hatte, bin ich froh, diese Zeit überstanden zu haben. Als Junge kannst du keine Mädchen aus deiner Klasse daten, in die du verliebt bist, da sie immer auf ältere Männer stehen und sich in jemanden verlieben, der drei oder vier Jahre älter ist als du. Ich habe das definitiv in den Soundtrack des Films mit eingebracht, diese Vorstellung, nicht genug geliebt zu werden.“

Die Bilder, der Soundtrack, die Geschichte, alles fügt sich atmosphärisch zu diesem Gefühl von Einsamkeit und Verlangen zusammen, das von allen Teenagern erlebt wird. Nicht zu vergessen, dass du äußerlich OK aussehen, in deinem Kopf aber komplett durcheinander sein kannst. Aber hey, beenden wir das Ganze nicht so deprimierend. Hier ist noch ein Foto von Kirsten Dunst als Lux, um dich aufzumuntern.

Elizabeth Sankey ist Sängerin von Summer Camp und eine Expertin für Teenagerfilme. Folgt ihr bei Twitter—@sankles

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