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NSFW oder Kunst - Nacktheit in Musikvideos

Ist es Kunst, wenn Shia LeBeouf seinen Pimmel für Sigur Rós durch's Bild schwenkt?

von Alex Denney
19 Juni 2012, 12:00am

(Bevor ihr anfangt, wie wild zu googeln: NSFW heißt „Not safe for Work“ und gilt für Internetseiten und Videos, die ihr besser nicht öffnet, wenn euer Chef irgendwo hinter euch steht. Klar?)

Zieh als Frau auf dem Bildschirm blank und jeder hält dich für eine Hure. Mach es als Mann und jeder bewundert deinen schauspielerischen Mut. Das ist zwar Schrott, aber was bei Michael Fassbender und Harry Potter funktionierte, wird bestimmt auch bei Shia LaBeouf, dem Disney-Absolventen und Fackelläufer des Indiana-Jones-Franchising, klappen. Nicht wahr?

LaBeouf holt seinen kleinen Freund im neuen Video von Sigur Rós zur Single „Fjögur Píanó“ raus. Um fair zu bleiben, er tut eine Menge dafür, uns weiszumachen, dass es sich hier um künstlerisch hochwertige Aufnahmen handelt: Er betrachtet einen Schmetterling. Er zerschmettert einen Spiegel. Er macht ein paar Ballettschritte in seiner Unterhose. Sein klebrige, feucht-schimmernde, schmuddelige Frisur ist bemüht – vielleicht etwas zu sehr – das öffentliche Bild eines Mannes zu zerstören, der mit Megatron flirtet.

Ist es nicht langsam an der Zeit diesem ganzen NSFW-Blödsinn ein für alle mal auf den Grund zu gehen? Sehen wir all diese Titten und Ärsche wirklich nur im Namen der Kunst? Warum sind Muschis nicht einfach Muschis und Schwänze einfach Schwänze?

The Flaming Lips ft Erykah Badu: „The First Time Ever I Saw Your Face“

Dies ist das Cover eines Liedes, das ursprünglich von Roberta Flack gesungen wurde (und schon 1957 von Ewan MacColl geschrieben wurde) und es ist unbestreitbar großartig. Was das Ganze allerdings mit der nackten Badu von oben bis unten in einer Maisstärkemischung, die aussieht wie eine halbe Wanne voll Sperma, zu tun hat, weiß kein Mensch. Vorher darf sie sich schon in goldenen und silbernen Glitter und einer blutähnlichen Flüssigkeit räkeln. Aber der spermaverklebte Arsch ist die Krönung.

Ist das jetzt Kunst? Keine Ahnung. Wenn, dann ist es schlecht gemachte Kunst.

Yeasayer: Ambling Alp

Definitiv ein großartiger Song. Aber diese unfassbar sinnlose Aneinanderreihung von nichtssagenden, semi-munteren Bildern steht fast archetypisch für das ideenlose Plündern eines viel zu geringen Budgets – nur noch mit diesem wenig überzeugenden 2010er Twist, dank einer Gruppe von Hippie-Kids, die im Adamskostüm durchs Bild laufen. Warum sind alle diese Menschen nackt? Ach, es gibt keinen Grund.

Ist das Kunst? Nein, es ist Schrott. Aber die Gesichter an der Spitze dieses psychedelisch-schimmernden Wurm-Stängels sind grandios.

El Guincho: Bombay

Mädels oben ohne, die mit Wunderkerzen rumalbern! Mädels oben ohne mit goldfarbenen Bodypaintings und Ghetto-Blastern! Mädels oben ohne in hüfthohen, abgeschnittenen Jeans, die Kalaschnikows schwenken! Verdammt, wenn das keine Kunst ist, dann weiß ich nicht, was Kunst sein soll. Da ich kein Wort Spanisch spreche, habe ich keine Ahnung ob dieses abgefahrene Video auch nur im Entferntesten die Message dieses wunderbaren Lieds trägt. Aber es geht scheinbar darum, Luis Bunuel zu folgen und das ist einfach nur geil.

Aber ist das jetzt Kunst? Wen interessiert's?

Matt & Kim: Lessons Learned

Das Duo aus New York erzählte den Bullen, dass sie einen Werbeclip für Mayonnaise drehen würden, während es in ihrem Geburtsoutfit über einen eiskalten Times Square rannte. Was lernen wir daraus? Wenn du ohne Verhaftung komplett nackt mitten durch NYC laufen willst, musst du den Cops nur erzählen, dass du es im Auftrag von Gewürzsoßen tust. Amis lieben Soßen. Sie verteilen sie auf Sandwiches, Hamburgers, Salaten, Pizza, sogar auf ihren Toten.

Aber ist das jetzt Kunst? Nein. Es sind Bilder eines haarigen, nackten Mannes mit seiner Freundin, die Kinder zu Tode erschrecken.

Fazit: Es ist niemals Kunst, nur Penisse. Was kann daran falsch sein?

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