Es wird oft gesagt, dass wir in der Musikwelt in extrem unpolitischen Zeiten leben, besonders wenn es um traditionelle Parteipolitik geht. Mittwochabend fühlte sich das jedoch nicht so an, denn britische Musiker aus den Bereichen Grime, Indie und sogar Mainstream-Pop haben sich klar gegen die Entscheidung ihres Landes ausgesprochen, Luftangriffe auf Syrien zu starten.
Nachdem Little Mix, die britische Girlgroup, die bei X Factor gecastet wurde, am Mittwochabend bei den Cosmo Awards auftraten, brachte Jade von der Band per Twitter ihre Abneigung gegen die Luftangriffe in Syrien zum Ausdruck.
Truly saddened and ashamed by the vote tonight. So, so sorry to the innocent people of Syria xxjadexx https://t.co/gdfskg2FgM
— Little Mix (@LittleMix) 3. Dezember 2015
Am meisten wurde jedoch Skeptas plakative Ablehnung beachtet. Bevor dem Antrag zugestimmt wurde, postete er bei Instagram dieses Bild mit der Unterschrift „Don’t Bomb Syria“.
Ein von SKEPTA (@skeptagram) gepostetes Foto am 1. Dez 2015 um 19:16 Uhr
Nach der Abstimmung twitterte er:
Seen shit like this in the hood bare times.. When a OG just makes up a reason to beat a man up and man just have to stand and watch.
— SKEPTA (@Skepta) 2. Dezember 2015
As much pain as I'm in when I hear these nasty things happening around the world, I'm never surprised.
— SKEPTA (@Skepta) 2. Dezember 2015
Evidently the fight won't stop. We're still out here voicing our opinions but at the same time, man ain't deluded.
— SKEPTA (@Skepta) 2. Dezember 2015
Smh @David_Cameron
— SKEPTA (@Skepta) 2. Dezember 2015
Er war nicht der einzige Grime-Künstler, der sich geäußert hat. Stormzy postete ebenfalls ein paar Tweets gegen den Beschluss (genau wie einige verstörende Verschwörungen über die Anschläge von Paris), während JME einen Tweet-Klassiker von 2010 repostet hat, in dem er David Cameron beschuldigt, dauernd auf MKAT zu sein.
If I ever see Cameron I'm gonna bad him up what a fucking clown
— #STANDARD (@Stormzy1) 2. Dezember 2015
— Jme (@JmeBBK) 2. Dezember 2015
Zu den weiteren Musikern, die sich geäußert haben, gehören Austin von Swim Deep, Aidan Moffat von Arab Strap, Theo Ellis von Wolf Alice und Stuart Braithwaite von Mogwai. Die Schotten waren besonders verärgert, denn hätte Schottland für seine Unabhängigkeit gestimmt, wären sie in diese Militäraktion gar nicht involviert.
Fuck Hilary Benn and his speech. Daesh aren't like the Nazis, they're far more complex. Like the T-1000 in Terminator 2. Shapeshifting.
— Aidan John Moffat (@AidanJohnMoffat) 3. Dezember 2015
397 people just made a truly terrebile decision. #NotInMyName
— Theo Ellis (@SteadyTheo) 2. Dezember 2015
Everyone who voted for bombing Syria needs to be kidnapped and fuckin put in Syria
— ozzy (@austinwilliamsw) 2. Dezember 2015
Getting dragged to war by bloodthirsty neo-con Tories and Nu Labourites. How I've missed this warm fuzzy feeling.
— stuart braithwaite (@plasmatron) 2. Dezember 2015
Charlotte Church—eine dieses Jahr politisch besonders lautstarke Künstlerin—twitterte während der zehn Stunden andauernden Debatte, die in einer Rede von Schatten-Außenminister Hillary Benn kulminierte, dessen Plädoyer für die Angriffe Jubel und Applaus im House of Commons hervorgerufen hat.
VICE: Das Klügste, was wir bisher zum Einsatz der Bundeswehr in Syrien gelesen haben
Natürlich ist ein paar Tweets zu schicken nicht gleich Aktivismus und abgesehen von Brian Eno gab es einen erheblichen Mangel an Prominenten bei der Demo in der Londoner Innenstadt vor einer Woche. Trotzdem ist es erwähnenswert, dass die Debatte in Großbritannien die Musikwelt anscheinend in der Ablehnung der britischen Luftangriffe in Syrien vereint hat.
Die ersten britischen Kampfjets wurden vorgestern nach Syrien entsendet, nur Stunden nachdem die militärische Aktion gebilligt wurde. Heute Mittag wurde auch der Bundesweheinsatz in Syrien vom Bundestag gebilligt.
